Spatz
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Tierwissen
Tierärztin berät Hundebesitzerin in der Praxis und hält dabei einen Zwergspitz im Arm.

Aufnahme von Plastik

Verschluckt ein Hund oder eine Katze Plastik, drohen ein gefährlicher Darmverschluss und innere Verletzungen. Oft ist dann rasches tierärztliches Handeln nötig.

Auch bekannt als Fremdkörper verschluckt, Fremdkörperverschluss, Plastik gefressen, Plastikteil verschluckt

Von verschlucktem Plastik spricht man, wenn ein Hund oder eine Katze einen Plastikgegenstand herunterschluckt, sei es ein Flaschendeckel, ein Stück Kauspielzeug, Verpackungsmaterial, eine Tüte oder ein abgebissenes Stück von irgendetwas im Haushalt. Da Plastik unverdaulich ist und sich im Darm meist nicht auflöst, gehört es zu den häufigsten Ursachen für einen sogenannten Fremdkörperverschluss, also eine Blockade, die verhindert, dass Nahrung, Flüssigkeit und Gas den Verdauungstrakt passieren können.

Wie riskant das Ganze wird, hängt stark von Größe und Form ab. Ein kleines, glattes Stück kann innerhalb von ein bis zwei Tagen von selbst wieder ausgeschieden werden. Ein größeres oder ungünstig geformtes Stück kann sich dagegen im Magen oder Darm festsetzen, und scharfe Kanten können die Darmwand verletzen oder durchstoßen. Welpen und junge, verspielte Hunde neigen besonders dazu, Dinge zu verschlucken, die sie nicht sollten, und Hunde schlucken generell eher feste Gegenstände hinunter als Katzen. Katzen geraten häufiger mit fadenförmigen Objekten in Schwierigkeiten, doch auch Frischhaltefolie, Verschlussbänder von Tüten und Spielzeugreste sind für sie interessant.

Achte auf folgende Anzeichen:

  • Erbrechen, vor allem wiederholtes oder erfolgloses Würgen
  • Appetitlosigkeit oder Verweigern des Futters
  • Antriebslosigkeit oder eine gekrümmte, unruhige Körperhaltung
  • Durchfall oder Pressen beim Kotabsatz
  • Bauchschmerzen, Unruhe oder ein angespannter Bauch bei Berührung
  • Sabbern oder Pfoten an der Schnauze, wenn etwas im Rachen oder in der Speiseröhre steckt

Diese Symptome können zunächst kaum auffallen und sich verschlimmern, je weiter die Blockade fortschreitet. Deshalb lohnt es sich, umgehend eine Tierärztin oder einen Tierarzt zu kontaktieren, statt abzuwarten, ob sich die Lage von selbst bessert. Zeit spielt hier eine entscheidende Rolle: Ein blockierter Darmabschnitt kann seine Durchblutung verlieren, und ein Stück mit scharfen Kanten kann die Darmwand durchbohren, was eine schwere Bauchfellentzündung auslösen kann.

Wenn du weißt oder vermutest, dass dein Tier Plastik verschluckt hat, solltest du kein Erbrechen auslösen, außer die Tierärztin oder der Tierarzt rät ausdrücklich dazu. Denn das kann einen scharfen oder unhandlich geformten Gegenstand manchmal noch tiefer in gefährliche Bereiche schieben. Lass dein Tier stattdessen untersuchen. In der Regel beginnt die Tierärztin oder der Tierarzt mit einer körperlichen Untersuchung und Röntgenaufnahmen des Bauchraums, um den Gegenstand oder Anzeichen einer Blockade aufzuspüren. Falls das Bild nicht eindeutig ist, folgen oft eine Ultraschalluntersuchung oder eine Blutuntersuchung. Die Behandlung reicht von reiner Beobachtung, während ein kleines Teil auf natürlichem Weg ausgeschieden wird, über eine Endoskopie (das Entfernen des Gegenstands mithilfe einer Kamera und Instrumenten, die durch den Rachen eingeführt werden) bei Objekten im Magen oder in der Speiseröhre, bis hin zu einer Operation, wenn der Gegenstand weiter gewandert ist oder bereits Schäden verursacht.

Vorbeugen bedeutet vor allem, Risikoquellen aus dem Weg zu räumen: Mülleimer, Verpackungen und angekaute Spielzeugreste außer Reichweite aufbewahren, Spielzeit mit Plastikgegenständen beaufsichtigen und abgenutzte oder beschädigte Spielsachen austauschen, bevor sie in verschluckbare Stücke zerfetzt werden. Wenn dein Tier die Angewohnheit hat, Dinge anzuknabbern oder zu fressen, die es nicht sollte, sprich das bei deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt an. Solches Verhalten kann manchmal auf eine zugrunde liegende Ursache hinweisen, die es sich abzuklären lohnt.