
Blut im Kot
Blut im Kot von Hund oder Katze kann schwarz und teerig (Meläna) oder hellrot (Hämatochezie) aussehen. Beides kann von harmlosem Pressen bis zu ernsten Erkrankungen reichen, die sofort tierärztlich behandelt werden müssen.
Auch bekannt als Blutiger Kot bei Hund und Katze, Blut im Stuhl beim Tier, Meläna beim Hund, Hämatochezie bei der Katze, Blutbeimengungen im Kot
Blut im Kot deines Tieres zu entdecken, ist einer dieser Momente, bei denen einem der Boden unter den Füßen wegzurutschen scheint. Tatsächlich ist es aber ein recht häufiger Befund und bedeutet nicht automatisch etwas Dramatisches. Tierärzte unterscheiden zwei Arten anhand der Farbe, und diese Farbe verrät ungefähr, wo im Verdauungstrakt die Blutung ihren Ursprung hat. Meläna bezeichnet schwarzen, teerartigen Blutkot, der entsteht, wenn die Blutung weiter oben im Verdauungstrakt liegt, etwa in der Speiseröhre, im Magen oder im Dünndarm. Das Blut mischt sich dabei mit dem Darminhalt und wird auf dem Weg teilweise verdaut. Hämatochezie bezeichnet dagegen rotes, unverdautes Blut im Kot und deutet auf eine Blutungsquelle weiter unten hin, also im Dickdarm, im Mastdarm oder am After.
Das Schwierige dabei: Beide Formen können durch ein breites Spektrum an Ursachen entstehen, von harmlos bis wirklich lebensbedrohlich, und die Menge des sichtbaren Blutes sagt nichts darüber aus, wie ernst das Problem ist. Ein einzelner heller Blutstreifen auf einem sonst normalen Kothaufen hängt oft mit etwas Einfachem zusammen, etwa mit Pressen beim Kotabsatz, leichter stressbedingter Darmentzündung (Stresskolitis) oder einer Futterumstellung. Am anderen Ende der Skala kann Hämatochezie aber auch bei Erkrankungen wie Parvovirose bei Welpen, hämorrhagischer Gastroenteritis, Dickdarmtumoren oder Gerinnungsstörungen auftreten. Meläna wird von Tierärzten meist ernster genommen, da Blutungen im oberen Verdauungstrakt auf ein engeres Spektrum an Ursachen zurückgehen, von denen etliche schwerwiegend sind, etwa Magengeschwüre, Tumoren oder das Verschlucken von Giftstoffen wie Rattengift. Wichtig zu wissen: Bestimmte Medikamente wie Bismutsubsalicylat (z. B. Pepto-Bismol), Sucralfat und Aktivkohle können den Kot dunkel färben und dadurch eine Meläna vortäuschen, ohne dass tatsächlich eine Blutung vorliegt. Erwähne deshalb bei der Tierärztin oder dem Tierarzt unbedingt alle Medikamente, die dein Tier zuletzt bekommen hat.
Bei folgenden Anzeichen solltest du nicht abwarten, sondern sofort handeln:
- Große Blutmengen oder wiederholt auftretendes Blut statt eines einmaligen Vorfalls
- Erbrechen zusätzlich zum blutigen Kot, besonders wenn das Erbrochene wie Kaffeesatz aussieht
- Blasses oder weißes Zahnfleisch, Schwäche, Zusammenbrechen oder erschwerte Atmung
- Ein schmerzhafter, aufgeblähter Bauch
- Jegliches Blut bei einem Welpen oder einem jungen, ungeimpften Hund, wegen des Risikos einer Parvovirose
Da selbst eine kleine Menge Blut im Kot eines Welpen als Notfall behandelt werden sollte, weil die Parvovirose ohne rasche Behandlung schwer und mitunter tödlich verlaufen kann, solltest du bei jungen Hunden nicht abwarten, wie du es vielleicht bei einem älteren, ansonsten gesunden Tier tun würdest.
Hat ein gesunder erwachsener Hund oder eine Katze nur einen leichten Blutstreifen im Kot und ist ansonsten munter und fressfreudig, lohnt sich trotzdem ein Anruf bei der Tierärztin oder dem Tierarzt, auch wenn es meist kein Grund für eine nächtliche Notfallfahrt ist. Notiere dir, wenn möglich, wann es angefangen hat, wie oft es vorkommt und ob der Kot sonst eher durchfallartig oder fest ist, und bring eine frische Kotprobe oder ein Foto zum Termin mit. Um die genaue Ursache zu bestimmen, braucht es meist eine Blutuntersuchung, eine Kotuntersuchung und manchmal bildgebende Verfahren, denn die Farbe des Blutes allein grenzt die Möglichkeiten nur ein, sie liefert keine Diagnose. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf einzelne Ursachen ein und zeigen, welche nächsten Schritte deine Tierärztin oder dein Tierarzt einleiten könnte.