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Tierwissen
Gemütliches Bild eines entspannten Hundes, der drinnen auf einem Sofa liegt und das friedliche Leben der Haustiere zeigt.

Bluthochdruck

Bluthochdruck bei Hund und Katze: wie Tierärztinnen und Tierärzte ihn messen, warum er sich oft hinter anderen Krankheiten versteckt und wie Behandlung und Überwachung funktionieren.

Auch bekannt als Hypertonie bei Hund und Katze, Bluthochdruck bei Hunden, Bluthochdruck bei Katzen, Hoher Blutdruck bei Hund und Katze, Hypertonie beim Hund, Hypertonie bei der Katze

Hoher Blutdruck, medizinisch Hypertonie genannt, bedeutet, dass das Blut über einen längeren Zeitraum mit mehr Kraft als normal gegen die Wände der Arterien deines Tieres drückt. Es ist nicht der kurze Anstieg, den jedes Lebewesen bei Aufregung oder Nervosität haben kann. Bei Hunden und Katzen ist dauerhaft erhöhter Blutdruck meist keine eigenständige Krankheit. In den meisten Fällen entsteht er durch ein anderes langfristiges Gesundheitsproblem, etwa eine Nierenerkrankung, eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen oder das Cushing-Syndrom und Diabetes bei Hunden. Bluthochdruck ohne klare zugrunde liegende Ursache ist bei Haustieren selten.

Bluthochdruck ist vor allem deshalb ernst zu nehmen, weil er so still fortschreiten kann. Betroffene Tiere wirken im Frühstadium oft völlig normal, deshalb sehen Tierärztinnen und Tierärzte darin etwas, das man durch Vorsorgeuntersuchungen aufspüren sollte, statt abzuwarten und zu beobachten. Mit der Zeit schädigt der erhöhte Druck nach und nach die Organe mit den empfindlichsten Blutgefäßen: die Augen, die Nieren, das Gehirn und das Herz. An den Augen kann sich der Schaden als plötzliche Erblindung oder als Blutung in die vordere Augenkammer zeigen. Im Gehirn kann er Krampfanfälle, Desorientierung oder Gleichgewichtsstörungen verursachen. Am Herzen können ein Herzgeräusch oder eine verdickte Herzmuskulatur entstehen, und anhaltender Druck auf die Nieren kann eine Nierenschädigung beschleunigen, besonders bei einem Tier, das bereits an einer Nierenerkrankung leidet.

Eine Tierärztin oder ein Tierarzt misst den Blutdruck mit einer kleinen aufblasbaren Manschette, die meist um ein Bein oder den Schwanz gelegt wird, während das Tier in einem ruhigen Raum ruht. Da ein nervöses Tier von Natur aus einen höheren Wert hat, manchmal um 15 bis 20 mmHg oder mehr, reicht ein einzelner hoher Wert in der Praxis für eine Diagnose nicht aus. Tierärztinnen und Tierärzte bestätigen das Muster über mehrere Termine hinweg. Der Wert, auf den sie achten, ist der systolische Druck, also der Druck, während das Herz pumpt. Das American College of Veterinary Internal Medicine teilt die Werte so ein: unter 140 mmHg ist normal, 140 bis 159 ist ein Bereich zum Abwarten und Beobachten, 160 bis 179 gilt als Hypertonie, und 180 oder mehr ist schwer.

Weil er sich so gut versteckt, sind regelmäßige Kontrollen wichtig. Die International Society of Feline Medicine empfiehlt, Katzen ab etwa 7 bis 9 Jahren einmal jährlich zu untersuchen und ab 11 Jahren zweimal im Jahr. Der Grund ist einfach: Bluthochdruck betrifft etwa 20 bis 35 Prozent der Katzen mit chronischer Nierenerkrankung und bis zu 87 Prozent der Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion bei ihrem ersten Besuch.

Die Behandlung hängt von der Tierart und der zugrunde liegenden Erkrankung ab. Die International Society of Feline Medicine empfiehlt Amlodipin als übliche erste Wahl bei Katzen, während das American College of Veterinary Internal Medicine bei Hunden bevorzugt mit einem Medikament beginnt, das auf das den Blutdruck steuernde Hormonsystem wirkt, etwa einem ACE-Hemmer, und bei Bedarf Amlodipin ergänzt. Das Ziel ist, den Blutdruck zu senken, meist auf unter etwa 150 bis 160 mmHg, ohne ihn so stark abfallen zu lassen, dass das Tier schwach oder träge wird. Kontrolltermine helfen der Tierärztin oder dem Tierarzt, die Dosis fein einzustellen.

Wenn deine Tierärztin oder dein Tierarzt Bluthochdruck erwähnt, ist das meist ein gut zu behandelnder Teil der Versorgung einer anderen Erkrankung und kein eigenständiger Notfall. Die wichtigsten Schritte sind ruhige, wiederholte Messungen und, wenn nötig, eine tägliche Medikamentengabe mit regelmäßiger Überwachung.