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Tierwissen
Ein Hund liegt an einem Sandstrand und genießt einen friedlichen Tag im Freien

Dyskinetisches Syndrom

Das dyskinetische Syndrom (paroxysmale Dyskinesie) ist eine neurologisch bedingte Bewegungsstörung, bei der Hunde plötzlich Muskelkrämpfe oder eine verkrampfte Körperhaltung zeigen, dabei aber bei vollem Bewusstsein bleiben.

Auch bekannt als Paroxysmale Dyskinesie, Episodische Bewegungsstörung beim Hund, Kanines epileptoides Krampfsyndrom, Spike's Disease

Das dyskinetische Syndrom, meist paroxysmale Dyskinesie genannt, ist eine Bewegungsstörung, die bei ansonsten gesund wirkenden Hunden plötzlich einsetzende, ungewöhnliche Bewegungsabläufe verursacht. Das Wort „paroxysmal" bedeutet einfach, dass die Symptome scheinbar aus dem Nichts auftreten, und „Dyskinesie" bezeichnet Bewegungen, die der Hund nicht kontrollieren kann. Während einer Episode kann ein Hund starke Krämpfe oder Verspannungen in den Gliedmaßen zeigen, ungewöhnlich steife Körperhaltungen einnehmen, zittern, schwanken, den Rücken krümmen oder sogar rückwärtslaufen. Meist sind die Hinterbeine stärker betroffen als die Vorderbeine. Solche Episoden können von wenigen Sekunden bis zu deutlich über einer halben Stunde dauern, und bei manchen Hunden treten sie in kurzen Abständen gehäuft auf.

Der entscheidende Unterschied zu Epilepsie liegt im Bewusstseinszustand. Ein Hund bleibt während einer dyskinetischen Episode bei vollem Bewusstsein und aufmerksam, viele versuchen sogar weiterzulaufen oder reagieren auf ihren Namen, obwohl ihr Körper in seltsamen Haltungen gefangen scheint. Meist gibt es kein Sabbern, keinen Kontrollverlust über die Blase und keine verwirrte „Erholungsphase" danach, alles Anzeichen, die bei echten epileptischen Anfällen typisch sind. Da sich beide Zustände für Halter, die das Geschehen live miterleben, erschreckend ähnlich anfühlen können, werden dyskinetische Episoden häufig mit epileptischen Anfällen verwechselt. Deshalb ist eine genaue Diagnose durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt, manchmal mit Unterstützung einer Fachtierärztin oder eines Fachtierarztes für Neurologie, so wichtig.

Bestimmte Rassen neigen bekanntermaßen zu speziellen Formen dieses Syndroms. Bei Border Terriern kann sich eine Variante entwickeln, die früher als „Spike's Disease" bekannt war und heute offiziell als kanines epileptoides Krampfsyndrom bezeichnet wird. Sie wurde bei manchen Hunden mit einer Glutenunverträglichkeit in Verbindung gebracht, weshalb eine glutenfreie Ernährung derzeit die wichtigste Behandlungsstrategie für diese Gruppe darstellt, auch wenn eine Besserung Wochen dauern kann und nicht bei jedem Hund eintritt. Labrador Retriever, Retriever-Mischlinge, Pudel, Cavalier King Charles Spaniel, Weimaraner und Welsh Terrier gehören zu weiteren Rassen, bei denen episodische Bewegungsstörungen dokumentiert wurden. Fachleute vermuten eine genetische Ursache, auch wenn das genaue Gen nicht immer bekannt ist. Episoden werden manchmal durch Aufregung, Stress oder plötzliche körperliche Anstrengung ausgelöst, weshalb ein ruhiger, gleichbleibender Tagesablauf helfen kann, die Häufigkeit zu verringern.

Es gibt keinen einzelnen Test, der das dyskinetische Syndrom eindeutig bestätigt. Tierärztinnen und Tierärzte schließen in der Regel zunächst Epilepsie sowie andere neurologische oder stoffwechselbedingte Probleme aus. Anschließend stützen sie sich auf eine genaue Beschreibung oder ein Video der Episoden sowie, bei manchen Rassen, auf genetische Tests oder Antikörpertests. Die Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt, und die Ergebnisse fallen von Hund zu Hund sehr unterschiedlich aus. Manchmal werden Medikamente gegen epileptische Anfälle ausprobiert, obwohl es sich nicht um eine epileptische Erkrankung handelt, und gelegentlich kommen auch muskelentspannende Mittel zum Einsatz. Bei vielen Hunden beschränkt sich das Management jedoch darauf, bekannte Auslöser zu vermeiden und Häufigkeit sowie Schweregrad der Episoden über die Zeit zu beobachten.

Wenn dein Hund seltsame, wiederkehrende Episoden zeigt, die wie Krämpfe, ein Erstarren oder ungewöhnliche Körperhaltungen wirken, er dabei aber wach und aufmerksam bleibt, lohnt es sich, eine Episode mit dem Handy zu filmen und dieses Video zum Tierarztbesuch mitzubringen. Ein solches Video ist oft hilfreicher als jede Beschreibung, da diese Episoden in der Sprechstunde selten auf Kommando auftreten.