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Tierwissen
Alpakas stehen auf einer sonnigen Weide nahe einer Scheune

E.-mac-Kokzidiose

E. mac (Eimeria macusaniensis) ist der gefährlichste Darmparasit bei Alpakas und Lamas. Er verursacht Gewichts- und Eiweißverlust und kann in jedem Alter zum plötzlichen Tod führen.

E. mac ist die Kurzform für Eimeria macusaniensis, einen mikroskopisch kleinen, einzelligen Parasiten, der im Darm von Neuweltkameliden lebt, also bei Alpakas, Lamas und ihren wildlebenden Verwandten. Kameliden tragen mehrere Arten von Eimeria in sich, eine Parasitengruppe, die man als Kokzidien bezeichnet. Die meisten davon machen einem gesunden erwachsenen Tier kaum zu schaffen. E. mac ist die Ausnahme und gilt als die gefährlichste Kokzidienart bei Kameliden. Sie vermehrt sich in den Zellen der Dünndarmschleimhaut und zerstört sie dabei, sodass ein betroffenes Tier über die geschädigte Darmwand Nährstoffe und Bluteiweiß verliert, selbst wenn es noch normal frisst. Die Tiere infizieren sich, indem sie Oozysten aufnehmen, widerstandsfähige, eiähnliche Dauerformen, die mit dem Kot ausgeschieden werden, auf der Weide lange überleben und Futter sowie Wasser verunreinigen können.

Was E. mac von den kleineren Kokzidienarten bei Kameliden unterscheidet: Sie betrifft nicht nur Jungtiere. Eine im Journal of the American Veterinary Medical Association veröffentlichte Fallserie mit 15 Lamas und 34 Alpakas umfasste Tiere im Alter von drei Wochen bis 18 Jahren, 19 davon waren bereits tot, als sie in die Klinik gebracht wurden. Die Symptome sind frustrierend unspezifisch: Mattigkeit, Gewichtsverlust, schlechter Appetit und Durchfall, der auftreten kann, aber nicht muss. Zudem braucht der Erreger im Körper ungewöhnlich lange, um sich zu entwickeln: Krankheit oder Tod können bis zu zwei Wochen eintreten, bevor überhaupt Oozysten im Kot nachweisbar sind. Ein einzelner unauffälliger Kottest schließt die Erkrankung also nicht aus. Deshalb wiederholen Tierärztinnen und Tierärzte die Untersuchung häufig, wenn es einem Tier ohne erkennbaren Grund schlecht geht.

Folgende Anzeichen sind Gründe, ein Kamelid rasch tierärztlich untersuchen zu lassen:

  • Gewichts- oder Konditionsverlust trotz gutem Appetit
  • ungewöhnliche Ruhe, Absondern von der Herde oder Widerwillen, sich zu erheben
  • Verweigern von Futter
  • weicher Kot oder Durchfall, Pressen oder Anzeichen von Bauchschmerzen wie Zähneknirschen oder wiederholtes Hinlegen und Aufstehen
  • Flüssigkeitseinlagerungen unter dem Kiefer oder entlang des Bauches, die auf einen niedrigen Bluteiweißspiegel hindeuten können
  • ein plötzlicher Todesfall in der Gruppe, was Anlass ist, auch die übrigen Tiere zu untersuchen

Die Diagnose stützt sich meist auf eine Kotuntersuchung, bei der die großen, dunklen Oozysten unter dem Mikroskop erkennbar sind, sowie auf eine Blutuntersuchung, die häufig einen erniedrigten Eiweißspiegel zeigt. Das Merck Veterinary Manual rät, sobald E. mac im Kot nachgewiesen wurde, umgehend zu behandeln, da die Infektion ein Tier stark schwächen kann. Beschrieben wird eine Behandlung mit dem Kokzidienmittel Ponazuril, gefolgt von einem Sulfonamid-Antibiotikum. Auch verwandte Wirkstoffe wie Toltrazuril kommen zum Einsatz. Welche Präparate zugelassen sind und wie sie verschrieben werden dürfen, ist von Land zu Land unterschiedlich, und viele Anwendungen bei Kameliden erfolgen off-label, also außerhalb der eigentlichen Zulassung. Das ist eine Entscheidung, die deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt obliegt und nicht etwas, das du selbst besorgen solltest. Kranke Tiere brauchen neben der medikamentösen Behandlung oft auch Infusionen, Pflege und Unterstützung bei der Ernährung.

Im Alltag bewirkt gutes Management mehr als Medikamente allein. Eine angemessene Besatzdichte, regelmäßiges Absammeln von Kot, Fütterung nicht direkt vom Boden, sauberes Wasser und die Vermeidung von Stress rund um Entwöhnung, Transport und Geburt verringern den Parasitendruck, dem die Tiere ausgesetzt sind, während sich ihre eigene Immunität aufbaut. Bei Neuzugängen lohnt sich eine Quarantäne mit wiederholten Kotuntersuchungen in den folgenden Wochen. Von einer routinemäßigen Behandlung der gesamten Herde wird abgeraten, da dies Resistenzen fördert und den Tieren weniger Gelegenheit gibt, selbst Immunität zu entwickeln.

Dies sind allgemeine Informationen. Wenn ein Kamelid in deiner Obhut an Gewicht verliert oder Durchfall hat, ist der Gang zu einer Tierärztin oder einem Tierarzt mit Kameliden-Erfahrung der richtige nächste Schritt.