
Fadenwurmbefall
Nematoden sind Rundwürmer, die Haustiere befallen, darunter Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer, Herzwürmer und Lungenwürmer. Sie sind häufig, oft symptomlos und erfordern meist eine regelmäßige Entwurmung.
Auch bekannt als Rundwurminfektion, Rundwürmer, Darmwürmer, Wurmbefall
Nematode ist einfach die wissenschaftliche Bezeichnung für Rundwürmer, eine große Familie von Parasiten mit rundem, schlauchförmigem Körper. Es handelt sich also nicht um einen einzelnen Parasiten: Zu dieser Gruppe zählen mehrere Würmer, die dir vielleicht schon namentlich bekannt sind, von Spulwürmern, Hakenwürmern und Peitschenwürmern bis hin zu den ernsteren Herzwürmern und Lungenwürmern, die über den Darm hinaus in Lunge, Herz oder Blutgefäße wandern. Diese Würmer sind wirklich weit verbreitet. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass etwa jeder neunte Hund und etwa jede sechste Katze den verbreiteten Spulwurm Toxocara in sich trägt, und zwar zu einem beliebigen Zeitpunkt. Das ist einer der Gründe, warum regelmäßiges Entwurmen selbst bei Tieren wichtig ist, die völlig gesund wirken.
Haustiere infizieren sich meist, indem sie Eier oder Larven aufnehmen, die im Boden, im Gras oder im Kot anderer Tiere liegen, oder indem sie ein infiziertes Beutetier oder verunreinigtes Fleisch fressen. Bei Welpen kommen weitere Übertragungswege hinzu: Spulwurmlarven können schon vor der Geburt über die Plazenta gelangen, und besonders Hakenwurmlarven können über die Muttermilch weitergegeben werden. So können selbst ganz junge Welpen bereits einen erheblichen Wurmbefall haben, bevor sie überhaupt zum ersten Mal draußen waren.
Wie sich eine Infektion zeigt, hängt stark davon ab, um welchen Wurm es sich handelt und wie stark der Befall ist. Viele infizierte Tiere zeigen überhaupt keine auffälligen Anzeichen, besonders bei geringem Befall. Genau deshalb sind regelmäßige Entwurmungen und Kotuntersuchungen so wichtig, statt einfach auf Symptome zu warten. Wenn Symptome auftreten, können sie unter anderem so aussehen:
- Durchfall, manchmal mit Blut
- Erbrechen
- Gewichtsverlust oder verlangsamtes Wachstum bei jungen Welpen oder Kätzchen
- Blasses Zahnfleisch durch Blutverlust, besonders bei Hakenwürmern
- Husten oder Atemprobleme, was eher auf Lungenwürmer oder Herzwürmer hindeutet als auf Darmwürmer
Peitschenwürmer sind bekanntermaßen schwer über eine einzelne Kotprobe nachzuweisen, weil die erwachsenen Würmer nur unregelmäßig Eier ausscheiden. Ein einzelner unauffälliger Test schließt einen Befall also nicht zuverlässig aus.
Einige Nematoden, allen voran der verbreitete Spulwurm Toxocara, können auch Menschen befallen. Kinder sind besonders gefährdet, weil sie eher in verunreinigter Erde spielen, und auf öffentlichen Spielplätzen wurden ansteckungsfähige Eier in nennenswertem Umfang nachgewiesen. Kot deines Tieres zügig zu entfernen und sich nach der Gartenarbeit oder dem Kontakt mit Erde die Hände zu waschen, sind einfache Wege, dieses Risiko zu senken.
Die Diagnose ist für eine Tierärztin oder einen Tierarzt meist unkompliziert: eine Kotprobe wird unter dem Mikroskop untersucht, mitunter ergänzt durch einen Antigentest, der Infektionen erkennen kann, die bei der klassischen Flotationsmethode (einem Verfahren zum Aufschwimmen von Wurmeiern) übersehen werden, oder ein Bluttest auf Herzwürmer. Die Behandlung erfolgt mit einem Entwurmungsmittel, das gezielt auf den jeweiligen Wurm abgestimmt ist, denn kein einzelnes Präparat wirkt gegen alle Wurmarten gleich gut. Wichtig zu wissen: Hakenwürmer, die gegen mehrere gängige Wirkstoffklassen resistent sind, sind in Teilen der USA bei Hunden zu einem verbreiteten Problem geworden. Wenn eine Behandlung die Infektion also nicht zu beseitigen scheint, braucht es womöglich eine erneute Kotuntersuchung und einen Wirkstoffwechsel, statt einfach dasselbe Mittel noch einmal zu verwenden. Da eine erneute Ansteckung aus der Umgebung sehr leicht passiert, empfehlen die meisten Tierärztinnen und Tierärzte einen laufenden Entwurmungsplan, der auf Alter, Lebensweise und örtliches Risiko deines Tieres abgestimmt ist, statt einer einmaligen Behandlung. Falls du unsicher bist, wie die Routine für dein Tier aussehen sollte, hilft dir eine Tierärztin oder ein Tierarzt gerne dabei, einen passenden Plan für deinen Wohnort und den Alltag deines Tieres im Freien zu erstellen.