Fadenwurmbefall
Nematoden sind die Familie der Rundwürmer, zu der Spulwürmer, Hakenwürmer, Peitschenwürmer und Herzwürmer gehören. Sie können Darm, Lunge oder Herz von Hunden und Katzen befallen.
Auch bekannt als Rundwurmbefall, Rundwürmer, Wurmbefall, Spulwürmer, Fadenwürmer
Nematode ist einfach der wissenschaftliche Begriff für Rundwurm, eine ganze Familie von Parasiten mit einem runden, schlauchartigen Körper. Es handelt sich also nicht um einen einzelnen Parasiten, sondern um eine große Gruppe, die mehrere Würmer umfasst, die dir vielleicht schon namentlich bekannt sind: Spulwürmer und Hakenwürmer im Darm, Peitschenwürmer sowie die gefährlicheren Herzwürmer und Lungenwürmer, die sich über den Darm hinaus im Körper ausbreiten. Nematoden sind die am häufigsten diagnostizierten Würmer bei Hunden und Katzen in Europa und Nordamerika, weshalb die meisten Haustiere im Laufe ihres Lebens irgendwann mit einem dieser Parasiten in Berührung kommen.
Haustiere infizieren sich meist, indem sie Eier oder Larven aufnehmen, die im Boden, im Gras oder im Kot anderer Tiere zurückgeblieben sind, oder indem sie ein infiziertes Beutetier wie ein Nagetier fressen. Bei Welpen gibt es noch einen weiteren Übertragungsweg: Spulwurmlarven können bereits vor der Geburt über die Plazenta oder später über die Muttermilch weitergegeben werden. Deshalb können schon sehr junge Welpen einen erheblichen Wurmbefall haben. Flöhe können außerdem bestimmte, mit Bandwürmern verwandte Parasiten übertragen, diese gehören allerdings zu einer anderen Wurmfamilie als die eigentlichen Nematoden.
Wie sich eine Infektion zeigt, hängt stark davon ab, um welchen Wurm es sich handelt und wie stark der Befall ist. Viele infizierte Tiere zeigen überhaupt keine auffälligen Symptome, besonders bei geringem Befall. Genau deshalb sind regelmäßige Entwurmungen und Kotuntersuchungen so wichtig, statt einfach abzuwarten, bis Symptome auftreten. Wenn Anzeichen auftreten, können das unter anderem sein:
- Durchfall, manchmal mit sichtbaren Würmern oder Blut
- Erbrechen, gelegentlich mit sichtbaren Würmern
- Stumpfes Fell, Gewichtsverlust oder ein aufgeblähter Bauch bei Welpen und Kätzchen
- Blasses Zahnfleisch durch Blutverlust, vor allem bei Hakenwürmern
- Husten oder Atembeschwerden, was eher auf Lungen- oder Herzwurm als auf Darmwürmer hindeutet
Peitschenwürmer sind bei einer normalen Kotprobe berüchtigt schwer nachzuweisen, da sie nur unregelmäßig Eier ausscheiden. Ein einziger unauffälliger Test schließt einen Befall deshalb nicht sicher aus.
Einige Nematoden, insbesondere der weit verbreitete Spulwurm Toxocara, können auch auf Menschen übergehen, besonders auf kleine Kinder, die in verunreinigter Erde oder im Sandkasten spielen. Kot deines Haustiers zügig zu entfernen und sich nach der Gartenarbeit oder dem Kontakt mit Erde die Hände zu waschen, sind einfache Wege, dieses Risiko zu senken.
Die Diagnose ist für eine Tierärztin oder einen Tierarzt meist unkompliziert: eine Kotprobe wird unter dem Mikroskop untersucht, manchmal ergänzt durch einen neueren Antigentest, der Infektionen aufspüren kann, die bei der klassischen Flotationsuntersuchung übersehen werden, oder ein Bluttest bei Verdacht auf Herzwurm. Die Behandlung erfolgt mit einem wurmabtötenden Medikament (Anthelminthikum), das gezielt auf den jeweiligen Wurm abgestimmt wird, denn kein einzelnes Entwurmungsmittel wirkt gleich gut gegen alle Wurmarten. Da eine erneute Ansteckung aus der Umgebung sehr leicht passiert, empfehlen die meisten Tierärztinnen und Tierärzte einen regelmäßigen Entwurmungsplan, der auf Alter, Lebensstil und das örtliche Risiko deines Haustiers abgestimmt ist, statt einer einmaligen Behandlung. Wenn du unsicher bist, wie der passende Rhythmus für dein Haustier aussieht, kann dir deine Tierärztin oder dein Tierarzt einen Plan erstellen, der berücksichtigt, wo du lebst und wie viel Zeit dein Tier im Freien verbringt.