
Futtermittelallergien
Eine Immunreaktion auf ein bestimmtes Nahrungseiweiß, die ganzjährigen Juckreiz und manchmal Verdauungsprobleme verursacht. Sicher nachweisbar nur durch eine strenge Ausschlussdiät.
Auch bekannt als Futtermittelallergie bei Hund und Katze, Futterallergie, Nahrungsmittelallergie beim Tier, Ausschlussdiät bei Allergie, Eliminationsdiät für Hund und Katze
Jetzt weiß ich genug, um einen fundierten, gut abgesicherten Eintrag zu schreiben.
Eine echte Futtermittelallergie entsteht, wenn das Immunsystem deines Tieres einen bestimmten Bestandteil im Futter, fast immer ein Eiweiß wie Rind, Huhn, Milchprodukte oder Ei, fälschlicherweise als Bedrohung einstuft und dagegen vorgeht. Das unterscheidet sich von einer Futtermittelunverträglichkeit, die deutlich häufiger vorkommt und mit dem Immunsystem gar nichts zu tun hat: Hier tut sich der Darm einfach schwer damit, etwas richtig zu verdauen, was zu Blähungen, weichem Kot oder Erbrechen führt, aber ohne den Juckreiz, der eine echte Allergie kennzeichnet. Tierärztinnen, Tierärzte und Halterinnen und Halter werfen beide Begriffe oft in einen Topf, weil sich die äußeren Anzeichen stark überschneiden, doch für die richtige Behandlung ist entscheidend, welche der beiden Ursachen tatsächlich vorliegt.
Das verräterischste Zeichen einer echten Futtermittelallergie ist Juckreiz, der sich nicht an die Jahreszeiten hält. Hunde kratzen sich vor allem an Ohren, Pfoten, Gesicht und Bauch, Katzen konzentrieren sich häufiger auf Kopf und Hals, wobei durch das ständige Putzen manchmal Krusten oder Haarausfall entstehen. Etwa ein Fünftel der Tiere mit Futtermittelallergie zeigt zusätzlich Verdauungsbeschwerden wie Blähungen, Erbrechen, Durchfall, laute Darmgeräusche oder mehr als vier bis fünf Kotabsätze am Tag, und manchmal sind wiederkehrende Ohrenentzündungen der einzige Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Echte Futtermittelallergien sind tatsächlich seltener, als die meisten Halterinnen und Halter annehmen: Schätzungen für Hunde und Katzen liegen meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich. Ein juckendes Tier hat also statistisch eher etwas anderes, sei es Flohbefall, eine Umweltallergie oder eine schlichte Unverträglichkeit.
Es gibt keinen verlässlichen Blut-, Speichel- oder Hauttest, um eine Futtermittelallergie bei Hund oder Katze nachzuweisen, egal was manche kommerziellen Testkits versprechen. Die einzig zuverlässige Methode, um eine Futtermittelallergie bei einem Tier festzustellen, ist das vollständige Absetzen aller bisher gefütterten Nahrungsmittel und der Start einer strengen Ausschlussdiät (auch Eliminationsdiät genannt), denn die verfügbaren Blut- und Speicheltests liefern bei Hund und Katze keine verlässlichen Ergebnisse. Dabei bekommt das Tier über mehrere Wochen unter tierärztlicher Begleitung eine Futterquelle mit einem neuen oder speziell aufgespaltenen (hydrolysierten) Eiweiß, ganz ohne Leckerlis oder Essensreste vom Tisch, die sich einschleichen. Anschließend wird beobachtet, ob sich die Symptome bessern, bevor das alte Futter vorsichtig wieder eingeführt wird, um den Auslöser zu bestätigen. Das ist ein langwieriger Prozess, der sich oft über zwei Monate oder länger hinzieht, aber es ist die einzige Methode, die wirklich ein verlässliches Ergebnis liefert.
Weil die Symptome einer Futtermittelallergie genauso aussehen können wie bei Flöhen, Milben, hormonellen Störungen oder Allergien gegen Umweltstoffe wie Pollen und Hausstaubmilben, lohnt es sich, diese Ursachen zuerst von einer Tierärztin oder einem Tierarzt ausschließen zu lassen, statt eigenständig gleich das Futter umzustellen. Die richtige Diagnose ist auch deshalb wichtig, weil ein Tier mit einer echten Allergie den auslösenden Bestandteil sein Leben lang strikt meiden muss, während bei einer Unverträglichkeit oft schon ein magenschonenderes Futter oder kleinere, leichter verdauliche Mahlzeiten ausreichen. Wenn dein Tier unter anhaltendem Juckreiz oder unklaren Verdauungsproblemen leidet, ist ein Tierarztbesuch der sinnvolle nächste Schritt. Die folgenden Ratgeber helfen dir dabei, Auslöser zu erkennen und die Ernährung langfristig richtig zu gestalten.