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Tierwissen
Bengalisches Kätzchen steht neben einem gemütlichen Katzenbett in einem modernen Wohnungsinterieur.

Häufiges Wasserlassen

Ein Überblick über häufiges Urinieren bei Hunden und Katzen: der Unterschied zwischen Pollakisurie und Polyurie und wann das Symptom auf einen Notfall hinweist.

Auch bekannt als Häufiges Wasserlassen bei Hund und Katze, Vermehrter Harndrang beim Tier, Pollakisurie bei Hund und Katze, Polyurie bei Hund und Katze, Häufiges Pinkeln beim Hund

Häufiges Urinieren bei Hund oder Katze kann zwei ganz unterschiedliche Dinge bedeuten, und die Unterscheidung ist wichtig, um herauszufinden, was wirklich dahintersteckt. Tierärztinnen und Tierärzte sprechen hier von Pollakisurie, also häufigem Pressen oder Hocken, bei dem aber nur kleine Mengen Urin abgesetzt werden, und von Polyurie, bei der dein Tier über den Tag verteilt tatsächlich eine deutlich größere Gesamtmenge Urin produziert als normal. Von außen sehen sich beide ähnlich, da sie sich in häufigeren Gängen nach draußen oder öfteren Besuchen am Katzenklo zeigen, doch die zugrunde liegenden Ursachen unterscheiden sich meist deutlich.

Kleine, häufige Urinmengen (Pollakisurie) deuten meist auf ein Problem im unteren Harntrakt selbst hin, etwa eine Blasenentzündung, Blasensteine oder eine Reizung der Blasenwand. Dieses Muster kann auch auftreten, wenn ein Hund oder eine Katze presst, weil das Wasserlassen an sich nicht richtig gelingt. Das ist ein wichtiger Hinweis, denn besonders bei männlichen Katzen ist eine verstopfte Harnröhre ein echter Notfall, der noch am selben Tag tierärztlich behandelt werden muss.

Größere Urinmengen, die häufiger abgesetzt werden (Polyurie), deuten meist auf ein Geschehen an anderer Stelle im Körper hin, das beeinflusst, wie die Nieren mit Wasser umgehen. Laut veterinärmedizinischen Fachquellen sind die häufigsten Ursachen bei Hunden eine chronische Nierenerkrankung, das Cushing-Syndrom und Diabetes mellitus, während bei Katzen meist eine chronische Nierenerkrankung, Diabetes oder eine überaktive Schilddrüse dahinterstecken. Diese Form des Urinierens geht fast immer mit vermehrtem Durst einher, da ein Tier, das mehr Wasser über den Urin verliert, entsprechend mehr trinkt, um den Verlust auszugleichen. Weitere mögliche Auslöser sind bestimmte Medikamente wie Kortisonpräparate oder harntreibende Mittel, eine stark salzhaltige Ernährung oder bei unkastrierten Hündinnen eine ernste Gebärmutterinfektion, die sogenannte Pyometra.

Bei einigen Anzeichen solltest du nicht auf einen regulären Termin warten, sondern zeitnah eine Tierarztpraxis aufsuchen:

  • Pressen mit wenig oder keinem Urinabsatz, besonders bei männlichen Katzen oder Hunden
  • Blut im Urin
  • Unfälle in der Wohnung bei einem sonst stubenreinen Tier
  • Vermehrter Durst zusammen mit häufigerem Urinieren
  • Antriebslosigkeit, Erbrechen oder verminderter Appetit
  • Plötzlicher Gewichtsverlust trotz normaler oder gesteigerter Futteraufnahme

Da so viele unterschiedliche Erkrankungen dieses eine Symptom gemeinsam haben, lässt sich die tatsächliche Ursache fast immer nur durch einen Tierarztbesuch klären, nicht durch Rätselraten zu Hause. Eine typische Abklärung beginnt mit einer Urinprobe und Blutuntersuchungen und kann bei Verdacht auf Steine oder eine Raumforderung um bildgebende Verfahren wie Ultraschall erweitert werden. Das Ermutigende dabei: Die meisten Ursachen für häufiges Urinieren, von Infektionen über Diabetes bis zu einer beginnenden Nierenerkrankung, lassen sich bei rechtzeitiger Erkennung und richtiger Behandlung gut in den Griff bekommen. Es lohnt sich also, dieses Symptom aktiv abklären zu lassen, statt einfach abzuwarten.

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