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Tierwissen
Zwei Katzen sitzen vor einer Backsteinfassade am Fenster und beobachten Vögel an einem Futterhäuschen

Hochpathogene Aviäre Influenza

Die hochpathogene Vogelgrippe (H5N1) ist ein Virus aus der Vogelwelt, das auch auf Säugetiere überspringen kann und bei Katzen oft schwer und tödlich verläuft.

Auch bekannt als Vogelgrippe

Die Vogelgrippe ist ein Grippevirus, das natürlicherweise bei Wildvögeln zirkuliert. Wasservögel und Watvögel sind die üblichen Wirte, doch bestimmte Varianten können auch Hausgeflügel, verschiedene Wild- und Haussäugetiere sowie in seltenen Fällen Menschen infizieren. Die Bezeichnung „hochpathogen“ beschreibt, wie schwer der Krankheitsverlauf bei Geflügel ist: Das Virus verbreitet sich rasant und tötet große Mengen an Vögeln. H5N1 ist die Variante, die derzeit am meisten Sorge bereitet. Die meisten Wildvögel tragen das Virus in sich, ohne sichtbar krank zu wirken, wodurch es sich entlang der Zugrouten ausbreitet. Seit 2020 hat sich eine bestimmte Familie von H5N1-Viren (Klade 2.3.4.4b) über Kontinente hinweg in Vögeln verbreitet und ist auch auf Säugetiere übergesprungen, darunter Milchkühe in den USA.

Für Tierhalterinnen und Tierhalter ist vor allem wichtig, was passiert, wenn das Virus eine Katze erreicht. Katzen sind ungewöhnlich anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf durch H5N1, und eine Infektion endet häufig tödlich. Berichtet werden Fieber, ausgeprägte Mattigkeit, starker Ausfluss aus Augen und Nase, erschwerte Atmung sowie neurologische Symptome wie Gangunsicherheit, Zittern oder Krampfanfälle. Der Zustand kann sich sehr schnell verschlechtern. Da diese neurologischen Anzeichen denen von Tollwut ähneln, wird die Tierärztin oder der Tierarzt in der Regel auch diese Erkrankung ausschließen wollen. Auch Hunde können sich infizieren, zeigen aber meist nur milde Symptome und sterben nur selten daran.

Katzen infizieren sich meist über verunreinigtes Futter und nicht durch Einatmen des Virus. Untersuchungen haben Katzenerkrankungen wiederholt auf rohes Geflügelfleisch und nicht pasteurisierte Milch zurückgeführt, sowohl bei Hauskatzen als auch bei wildlebenden Katzenarten. Nachgewiesene Fälle stehen im Zusammenhang mit gekauftem rohem Tiefkühlfutter für Katzen, mit rohem Entenfleisch bei Tierheimkatzen in Südkorea und mit im Handel gekaufter roher Kuhmilch, wobei bei der überlebenden Katze später Viren im Urin nachgewiesen wurden. Auch das Jagen oder Fressen toter Wildvögel ist ein möglicher Übertragungsweg. Eine Übertragung von Haustier auf Mensch wurde bislang nicht nachgewiesen, dennoch gilt der Kontakt mit kontaminiertem rohem Futter oder einem kranken Tier als echtes Risiko für Menschen. Deshalb wird in offiziellen Empfehlungen auch auf Händewaschen und das Tragen von Handschuhen hingewiesen.

Das Risiko senken

Verhindere, dass dein Haustier tote Vögel oder anderes Wildtiere frisst, und vermeide die Fütterung von rohem Fleisch, rohem Geflügel oder nicht pasteurisierter Milch. Die amerikanische Tierärztevereinigung AVMA rät außerdem, Katzen möglichst drinnen zu halten und Haustiere, die ins Freie dürfen, von Wildvögeln, Geflügel und Rindern sowie deren Lebensräumen fernzuhalten. Wenn du Gartenvögel fütterst oder dort spazieren gehst, wo sich Vögel sammeln, ist es sinnvoll, deine Schuhe vor dem Betreten der Wohnung zu wechseln oder zu reinigen. Derzeit gibt es keinen Impfstoff, der Katzen vor H5N1 schützt, daher besteht die einzige wirksame Strategie darin, Kontakt mit dem Virus zu vermeiden.

Die Vogelgrippe ist in den meisten Ländern meldepflichtig, das heißt, Verdachtsfälle müssen den Behörden gemeldet werden. Die genauen Regeln und die aktuelle Ausbruchslage unterscheiden sich je nach Region. Wenn deine Katze rohes Geflügel, rohe Milch oder einen Wildvogel gefressen hat und danach Krankheitsanzeichen zeigt, ruf vor dem Praxisbesuch bei deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt an, damit man sich dort vorbereiten kann, und erwähne die mögliche Ansteckungsquelle. Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine Diagnose: Entscheidungen zu Tests und Behandlung trifft deine Tierärztin oder dein Tierarzt.