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Tierwissen
Eine süße Hauskatze, die sich drinnen streckt und kratzt und ihre pelzige Eleganz zur Schau stellt.

Katzenkratzkrankheit

Die Katzenkratzkrankheit ist eine bakterielle Infektion, die Katzen symptomlos in sich tragen und durch Kratzer, Bisse oder Lecken auf den Menschen übertragen können.

Auch bekannt als Katzenkratzlymphadenitis, Bartonellose

Die meisten Katzenhalter hören von der Katzenkratzkrankheit erst, wenn jemand im Haushalt einen geschwollenen Lymphknoten entwickelt und der Arzt nach dem Haustier fragt. Der Name klingt beunruhigend, aber die Wirklichkeit ist einfacher: Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die Katzen in sich tragen, ohne selbst zu erkranken, und sie verursacht nur selten Probleme bei den Menschen, die mit ihnen zusammenleben.

Das verantwortliche Bakterium heißt Bartonella henselae. Es lebt in den roten Blutkörperchen der Katze und verursacht dort in den allermeisten Fällen keine sichtbare Erkrankung. Katzen nehmen es über Flöhe auf: Ein infizierter Floh scheidet die Bakterien mit seinem Kot aus, und wenn die Katze sich putzt, gerät dieser Flohkot unter ihre Krallen. Der nächste Kratzer, Biss oder das nächste Lecken, das die menschliche Haut verletzt, kann die Bakterien dann in den Körper eines Menschen bringen. Das ist auch der Grund, warum die Infektion ohne Flöhe nicht direkt von Katze zu Katze weitergegeben wird. Es ist der Floh, nicht die Katze, der die Übertragung antreibt.

Diese Unterscheidung ist wichtig, denn sie bestimmt, wie Tierhalter über das Risiko denken sollten. Die CDC schätzt, dass 30 bis 40 Prozent aller Katzen, besonders junge Katzen unter zwei Jahren sowie Tiere aus Tierheimen oder mit Freigang, Bartonella irgendwann in sich tragen. Sie zeigen keine Anzeichen. Sie fressen normal, spielen und schnurren. Weil auch eine gesund wirkende Katze Trägerin sein kann, wird das Testen gesunder Katzen weder vom Advisory Board on Cat Diseases noch von der CDC empfohlen. Ein positiver Antikörpertest bestätigt lediglich einen früheren Kontakt mit dem Erreger, nicht eine aktive Infektion. Untersuchungen in Süddeutschland haben gezeigt, dass zwar bei 15 bis 46 Prozent der Katzen Antikörper nachweisbar waren, tatsächlich im Blut zirkulierende Bakterien aber nur bei 2,5 Prozent vorkamen. Von der Behandlung einer symptomfreien Katze mit Antibiotika wird abgeraten: Lange Antibiotikagaben beseitigen die Bakterien selten vollständig und tragen zur Antibiotikaresistenz bei.

Für die meisten Menschen, die sich infizieren, verläuft die Katzenkratzkrankheit mild und selbstlimitierend. Innerhalb von drei bis zehn Tagen kann an der Kratzstelle eine kleine rote Papel erscheinen, gefolgt von einer druckschmerzhaften Schwellung der nahegelegenen Lymphknoten ein bis drei Wochen später, häufig in der Achselhöhle, am Hals oder in der Leiste. Leichtes Fieber, Müdigkeit und Kopfschmerzen sind häufig. Kinder unter fünfzehn Jahren erkranken öfter als Erwachsene, vermutlich weil sie enger mit jungen Katzen spielen und häufiger gekratzt werden. Die Lymphknotenschwellung kann zwei bis vier Monate anhalten, bildet sich aber fast immer von selbst zurück. In seltenen Fällen, besonders bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem, kann sich die Infektion weiter ausbreiten und schwerwiegende Komplikationen an Augen, inneren Organen oder Blutgefäßen verursachen. Diese Gruppe braucht schnelle ärztliche Behandlung statt abwartenden Beobachtens.

Vorbeugung bedeutet, den Floh zu bekämpfen, nicht die Katze. Ganzjährige Flohprophylaxe ist die wirksamste Einzelmaßnahme, denn sie unterbricht den Entwicklungszyklus des Flohs und hält infektiösen Flohkot vom Fell der Katze fern. Wohnungshaltung reduziert Jagen und Kämpfen, beides Situationen, die den Kontakt mit Flöhen erhöhen. Regelmäßiges Krallenschneiden und das sofortige Waschen jeder Kratzwunde mit Wasser und Seife bieten eine zweite Schutzebene. Sollte jemand im Haushalt tatsächlich an Katzenkratzkrankheit erkranken, gibt es keinen Grund, die Katze abzugeben oder einzuschläfern. Die Bakterien machen die Katze nicht krank, und vernünftiges Flohmanagement schützt alle im Haushalt.