
Pressen beim Wasserlassen
Schwierigkeiten beim Wasserlassen (Dysurie/Strangurie) sind ein Warnzeichen für Probleme der Harnwege bei Hund und Katze und können auf einen lebensbedrohlichen Harnverschluss hinweisen, besonders bei Katern.
Auch bekannt als Pressen beim Wasserlassen, Harnverhalt bei Katze und Hund, Schmerzhaftes Wasserlassen bei Katzen, Harnverschluss beim Kater, Blasenentzündung mit Pressen
Schwierigkeiten beim Wasserlassen, in der Tiermedizin Dysurie oder Strangurie genannt, gehört zu den Anzeichen, die man leicht unterschätzt, die man aber niemals auf die leichte Schulter nehmen sollte, vor allem nicht bei Katzen. Man sieht, wie das Tier sich sichtlich anstrengt: Es hockt lange in der Katzentoilette oder geht wiederholt in die Hocke, manchmal mit klagenden Lauten, und es kommt kaum oder gar kein Urin. Viele Halterinnen und Halter verwechseln das mit Verstopfung, weil die Körperhaltung ähnlich aussieht, doch die beiden Probleme erfordern ganz unterschiedliche Reaktionen.
Bei Hunden hängt das Pressen am häufigsten mit einer Blasenentzündung (Zystitis), einer Harnwegsinfektion oder Blasensteinen zusammen. Die VCA Animal Hospitals weisen darauf hin, dass Hunde mit Zystitis mehrere Minuten lang in der Hocke verbringen und dabei nur wenig Urin absetzen können, und dass sie insgesamt häufiger urinieren als sonst. Steine entstehen, wenn sich Mineralien im Urin so stark konzentrieren, dass sie auskristallisieren. Die veterinärmedizinische Fakultät der Cornell University erklärt, dass solche Steine bei Hunden meist in Blase oder Harnröhre entstehen, ausgelöst durch Harnwegsinfektionen und Veränderungen im pH-Wert des Urins. Bleibt das unbehandelt, kann sich ein Stein in der Harnröhre festsetzen und den Harnabfluss vollständig blockieren, was ein chirurgischer Notfall ist.
Bei Katzen ist besondere Vorsicht geboten, vor allem bei Katern. Die Harnröhre eines Katers ist enger und verstopft leichter vollständig durch Kristalle, Schleimpfropfen oder kleine Steine. International Cat Care erklärt, dass man im Vorfeld eines vollständigen Verschlusses beobachten kann, dass die Katze häufiger uriniert, presst, unruhig oder unwohl wirkt und möglicherweise Blut im Urin auftritt. Ist die Harnröhre einmal vollständig verschlossen, kann sich die Blase gar nicht mehr entleeren. Laut PetMD handelt es sich dabei um einen echten Notfall, denn lebensbedrohliche Folgen können bereits innerhalb von 24 Stunden auftreten, und ein unbehandelter Verschluss kann innerhalb von 24 bis 48 Stunden zum Tod führen. Die Gefahr entsteht, weil sich Giftstoffe und Kalium im Blut anstauen, sobald die Nieren den Rückstau nicht mehr bewältigen können, was den Herzrhythmus beeinträchtigen kann.
Folgende Anzeichen solltest du bei beiden Tierarten im Blick haben:
- Häufige Gänge zur Katzentoilette oder wiederholtes Hocken im Freien mit wenig oder keinem Urinabsatz
- Klagen, Pressen oder deutliches Unwohlsein beim Versuch, Wasser zu lassen
- Blutiger Urin oder Urinspuren an ungewöhnlichen Stellen
- Übermäßiges Lecken im Bereich der Genitalien
- Teilnahmslosigkeit, Erbrechen, Verstecken oder Appetitlosigkeit, wenn sich der Zustand bereits verschlechtert hat
Presst eine Katze und es kommt nichts oder kaum etwas heraus, ist das kein Fall zum Abwarten. Wie die MSPCA-Angell es formuliert: Weil sich der Zustand so schnell verschlechtern kann, sollte jede Katze, die in der Katzentoilette presst, tierärztlich untersucht werden. Bei Hunden ist das Pressen zwar etwas weniger akut gefährlich, verdient aber trotzdem noch am selben oder spätestens am nächsten Tag einen Tierarztbesuch, da Infektionen, Steine und bei älteren Rüden auch Prostataprobleme sehr ähnlich aussehen können und jeweils unterschiedliche Behandlungen brauchen. Bei einem Tierarztbesuch wird in der Regel eine Urinuntersuchung durchgeführt, manchmal ergänzt durch bildgebende Verfahren, um genau festzustellen, was hinter dem Pressen steckt. So kann die passende Behandlung, ob Antibiotika, eine Futterumstellung oder in dringenden Fällen das Legen eines Katheters zur Entlastung eines Verschlusses, rasch beginnen.
