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Tierwissen
Älterer schokoladenbrauner Labrador Retriever blickt nach vorne im Freien. Launischer und sanfter Ausdruck.

Seniorenernährung

Fütterungsansatz für ältere Hunde und Katzen, der Kalorien, Eiweiß und Futterkonsistenz an altersbedingte Veränderungen wie Muskelabbau, Zahnprobleme und Organfunktion anpasst.

Auch bekannt als Seniorenfutter für Hund und Katze, Ernährung im Alter bei Hund und Katze, Altersgerechte Fütterung von Haustieren, Futterumstellung im Seniorenalter

Mit dem Älterwerden verändert sich, wie der Körper von Hund oder Katze mit Futter umgeht, und genau darum geht es beim Thema „Senioren-Ernährung". Es handelt sich nicht um ein einziges Produkt mit fester Rezeptur, sondern um eine Fütterungsweise, die sich an die körperlichen Veränderungen im Alter anpasst. Hunde gelten je nach Größe etwa ab 5 bis 8 Jahren als Senioren, wobei große Rassen schneller altern und teilweise schon mit 5 oder 6 Jahren als Senior eingestuft werden. Katzen zählen meist ab etwa 10 Jahren zu den Senioren.

Im Alter verändert sich einiges. Der Stoffwechsel verlangsamt sich häufig, die Aktivität nimmt ab, und viele Tiere brauchen dadurch etwas weniger Kalorien, um nicht an Gewicht zuzulegen, wobei das nicht auf alle zutrifft. Der Energiebedarf zur Erhaltung sinkt bei Hunden über das Leben hinweg meist kontinuierlich, während er bei Katzen bis etwa zum 10. Lebensjahr abnimmt und danach wieder ansteigt. Bei Katzen ist das Bild also deutlich wechselhafter als bei Hunden. Gleichzeitig verlieren ältere Tiere oft an Muskelmasse, ein Vorgang, den Tierärztinnen und Tierärzte Sarkopenie nennen. Bei Katzen zwischen 10 und 15 Jahren kann bis zu ein Drittel der Muskelmasse verloren gehen. Das bedeutet, dass Senioren, besonders Katzen, tatsächlich eher mehr Eiweiß brauchen, um diesen Abbau zu verlangsamen, statt weniger. Das ist gut zu wissen, denn es hält sich der Irrglaube, ältere Tiere müssten auf eiweißarmes Futter umgestellt werden. Bei gesunden Senioren ohne Nierenerkrankung ist meist genau das Gegenteil richtig.

Das Gewicht ist nicht das Einzige, worauf man achten sollte. Mit dem Alter können Zahnprobleme, Arthrose, ein schwächeres Durstgefühl und eine geschwächte Immunabwehr auftreten. Bei Katzen steigt zudem das Risiko für Nierenerkrankungen, Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) und Gelenkverschleiß. Ältere Tiere zeigen oft Gewichtsveränderungen, eingeschränkte Beweglichkeit sowie Arthrose und Gelenkschmerzen, und Hunde neigen besonders zu Zahnproblemen mit empfindlichem Zahnfleisch und schmerzenden Zähnen. Deshalb spielt auch die Beschaffenheit des Futters eine Rolle. Manche älteren Tiere kommen mit weicherem Futter oder Nassfutter besser zurecht, wenn Kauen unangenehm geworden ist. Nassfutter hat zudem den Vorteil, dass es die Flüssigkeitsaufnahme erhöht, was wichtig ist, da das Durstgefühl im Alter nachlassen kann, während gleichzeitig einige altersbedingte Erkrankungen den Flüssigkeitsbedarf erhöhen.

Das heißt nicht, dass jedes ältere Tier ein spezielles „Senioren-Futter" aus dem Regal braucht. Wichtiger ist regelmäßige Beobachtung, das Kontrollieren des Körperzustands und eine Anpassung von Futterart, Menge und Nährstoffzusammensetzung an das, was bei dem jeweiligen Tier tatsächlich vorliegt, sei es leichte Gewichtszunahme, Muskelabbau, Veränderungen der Nierenfunktion oder Gelenkschmerzen. Eine angepasste Ernährung kann helfen, chronische Erkrankungen wie Nierenprobleme oder Arthrose zu begleiten. Es lohnt sich aber, vor einer Futterumstellung mit der Tierärztin oder dem Tierarzt zu sprechen, damit das neue Futter wirklich zu den veränderten Bedürfnissen deines Tieres passt. Eine tierärztliche Fachperson kann auch helfen, feine Warnzeichen frühzeitig zu erkennen, darunter:

  • Deutlicher Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme innerhalb einiger Monate
  • Verminderter Appetit oder neue Wählerischkeit beim Futter
  • Vermehrter Durst oder häufigeres Wasserlassen
  • Steifheit, Zögern beim Springen oder Treppensteigen
  • Stumpfes Fell oder nachlassende Fellpflege (besonders bei Katzen)
  • Mundgeruch oder erkennbare Beschwerden im Mund

Solche Anzeichen früh zu erkennen und die Ernährung entsprechend anzupassen, am besten in Absprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt, ist meist deutlich wirksamer, als zu warten, bis ein Problem offensichtlich wird.