
Sicherheit bei Kälte
Wie Kälte auf Hunde und Katzen wirkt: Unterkühlung, Erfrierungen, Reizungen durch Streusalz, Vergiftungen durch Frostschutzmittel und andere Wintergefahren, dazu praktische Tipps, wie du dein Haustier schützt.
Auch bekannt als Kälteschutz für Haustiere, Wintergefahren für Hunde und Katzen
Kaltes Wetter kann für Haustiere auf nicht immer offensichtliche Weise gefährlich werden. Während ein dicht behaarter Husky einen Ausflug im Schnee lieben mag, sind die meisten Heimtiere echten Risiken ausgesetzt, sobald die Temperaturen fallen: Unterkühlung, Erfrierungen, Kontakt mit Chemikalien und versteckte Gefahren wie Frostschutzmittel oder warme Automotoren. Zu wissen, worauf du achten musst und wie du dich vorbereitest, macht den entscheidenden Unterschied.
Was Kälte mit dem Körper eines Tieres macht
Eine Unterkühlung (Hypothermie) tritt ein, wenn ein Haustier schneller Wärme verliert, als es sie produzieren kann. Bei Hunden und Katzen beginnt eine leichte Hypothermie, wenn die rektale Temperatur auf etwa 32–37 °C sinkt, eine mittelschwere bei 28–32 °C und eine schwere unter 28 °C. Bei Katzen gilt eine Körpertemperatur von 35 °C oder niedriger bereits als hypotherm. Ein Haustier, das zittert, sich eng zusammenrollt oder sich an dich drückt, signalisiert bereits, dass ihm zu kalt ist. Schreitet die Unterkühlung fort, werden die Anzeichen ernster: langsame oder unregelmäßige Atmung, Muskelsteifheit, kaltes, blasses Zahnfleisch, Schwäche und schließlich Zusammenbruch.
Erfrierungen sind Gefrierschäden an der Haut und dem darunter liegenden Gewebe. Wenn ein Haustier auskühlt, zieht der Körper das Blut aus den Extremitäten (Ohren, Schwanz, Nase, Pfoten) zurück, um die lebenswichtigen Organe zu schützen. Diese Bereiche können dann gefrieren, und der Schaden ist nicht immer sofort sichtbar. Erfrorene Haut sieht anfangs blass und grau aus und fühlt sich kalt und steif an. In den folgenden Tagen kann sie anschwellen, Blasen bilden, stark schmerzen und sich schwarz verfärben, wenn das Gewebe abstirbt. Die AAHA weist darauf hin, dass kurzhaarige Hunde und Katzen bereits nach 30 Minuten bei oder unter 0 °C Erfrierungen entwickeln können.
Versteckte Gefahren im Winter
Kalte Luft ist nicht die einzige Gefahr. Streusalz und chemische Enteisungsmittel reizen die Pfotenballen. Wenn ein Haustier sie von seinem Fell oder den Pfoten ableckt, können die Chemikalien zu Maulreizungen, Erbrechen, Durchfall oder gefährlichen Elektrolytverschiebungen führen. Frostschutzmittel und ähnliche Produkte, die Ethylenglykol enthalten, sind weitaus schlimmer: Schon eine winzige Menge kann bei Katzen zu tödlichen Nierenschäden führen. Freigängerkatzen, die Wärme suchen, klettern oft in Radkästen oder kuscheln sich in die Nähe von Automotoren. Das birgt die Gefahr schwerer Verletzungen, wenn das Fahrzeug gestartet wird, ohne vorher nachzusehen. Eis oder starker Schneefall können zudem eine Katzenklappe zufrieren lassen und eine Freigängerkatze aussperren.
Was du tun kannst und was du vermeiden solltest
Wenn du Erfrierungen oder eine Unterkühlung vermutest, bring dein Haustier sofort ins Haus. Wärme die betroffenen Stellen vorsichtig mit warmen (nicht heißen) Handtüchern oder warmem Wasser. Verwende niemals direkte starke Hitze wie einen Föhn oder Heizkörper und reibe erfrorene Haut niemals: Beides kann den Schaden verschlimmern. Geh dann zum Tierarzt.
Bei den täglichen Winterrunden: Halte die Ausflüge kürzer, wenn es sehr kalt ist. Die AVMA empfiehlt, Pfoten, Beine und den Bauch nach der Rückkehr mit lauwarmem Wasser abzuwischen oder abzuspülen, um Salz und Eis zu entfernen. Schützende Mäntel sind sinnvoll für kleine Hunde, Rassen ohne Unterwolle sowie ältere oder kranke Tiere. Pfotenschutz wie Schuhe oder Socken ist dagegen in der Regel nicht nötig und kann die natürliche Bewegung einschränken, es sei denn, ein Tierarzt empfiehlt sie aus einem bestimmten medizinischen Grund.
Der Mythos vom schützenden Fell
Es ist ein verbreiteter Glaube, dass Haustiere durch ihr Fell von Natur aus vor Kälte geschützt sind. Das stimmt nicht. Hunde und Katzen können unter ähnlichen Bedingungen Erfrierungen und Unterkühlung erleiden wie Menschen. Die Kältetoleranz variiert je nach Rasse (ein Siberian Husky verkraftet Kälte weitaus besser als ein Chihuahua), aber kein Haustier ist immun. Ebenso zeigen sich Erfrierungsschäden nicht immer sofort: Gewebetod und Verfärbungen können Tage brauchen, um vollständig sichtbar zu werden. Ein Haustier, das nach einem kalten Ausflug in Ordnung zu sein scheint, muss daher weiter beobachtet werden.
Wenn dir kalt genug ist, dass du einen Mantel anziehen möchtest, geht es deinem Haustier wahrscheinlich genauso. Sie warm, trocken und von winterlichen Chemikalien fernzuhalten, ist der einfachste Weg, sicher durch die kalten Monate zu kommen.