
Tuberkulose
Tuberkulose ist eine seltene, aber ernste bakterielle Infektion bei Katzen und Hunden, meist übertragen durch Wildtiere, Rinder, Rohfutter oder infizierte Menschen. Sie kann Hautveränderungen oder Auszehrung verursachen und hat rechtliche sowie gesundheitliche Folgen.
Auch bekannt als TBC, Mykobakteriose, Katzentuberkulose, Rindertuberkulose, Mycobacterium-bovis-Infektion
Tuberkulose ist eine Infektion, die von einer Bakteriengruppe namens Mykobakterien verursacht wird. Bei Hauskatzen und Hunden kommt sie nur selten vor, ist aber trotzdem wichtig, weil manche der beteiligten Erreger auch auf Menschen übertragbar sind und die Krankheit in vielen Ländern gesetzlich geregelt ist.
Drei Vertreter der Tuberkulose-Familie, zusammen als Mycobacterium-tuberculosis-Komplex bezeichnet, spielen bei Katzen und Hunden eine Rolle. Mycobacterium bovis lebt vor allem in Rindern und in Wildtieren wie Dachsen, wurde aber auch schon bei Nagetieren wie Maulwürfen und Ratten nachgewiesen. Es kann sowohl Katzen als auch Hunde infizieren. Mycobacterium microti zirkuliert hauptsächlich in Feldmäusen und Spitzmäusen, Katzen stecken sich damit meist beim Jagen an. Mycobacterium tuberculosis, der Haupterreger der menschlichen Tuberkulose weltweit, bleibt größtenteils auf den Menschen beschränkt. Hunde können sich anstecken, meist über eine infizierte Person im selben Haushalt, Katzen dagegen nur sehr selten, da sie gegenüber dieser Erregerart offenbar von Natur aus widerstandsfähig sind. Diese natürliche Resistenz ist auch der Grund, warum Tuberkulose bei Katzen fast immer durch M. bovis oder M. microti verursacht wird und nicht durch den menschlichen Erregerstamm.
Zu den Ansteckungswegen zählen das Jagen und Fressen infizierter Nagetiere oder Wildtiere, das Trinken unpasteurisierter Milch sowie der Verzehr von rohem Fleisch. Ein gut dokumentierter Ausbruch von M.-bovis-Infektionen bei britischen Hauskatzen wurde auf eine einzige Marke von handelsüblichem Rohfutter zurückgeführt, mehrere der betroffenen Katzen kamen dabei nie nach draußen. Das zeigt, dass reine Wohnungshaltung diesen Ansteckungsweg allein nicht ausschließt.
Tuberkulose entwickelt sich langsam und lässt sich leicht mit anderen Erkrankungen verwechseln. Bei Katzen zeigt sie sich am häufigsten als Hautveränderung: feste Knoten, Wunden, die nicht heilen wollen, oder Fisteln, aus denen Flüssigkeit austritt, oft begleitet von geschwollenen Lymphknoten in der Nähe. Sind Lunge oder Darm betroffen oder breitet sich die Infektion im Körper aus, können zusätzlich Husten, beschleunigte Atmung, Gewichtsverlust, schlechter Appetit, Fieber oder Mattigkeit auftreten. Dokumentierte Fälle bei Hunden zeigen ein ähnliches Bild aus Gewichtsverlust, Husten und allgemeinem Kräfteverfall. Keines dieser Anzeichen weist eindeutig auf Tuberkulose hin, weshalb die Tierärztin oder der Tierarzt Proben für eine mikroskopische Untersuchung, eine Kultur, einen PCR-Test (ein Verfahren, das Erbgut des Erregers nachweist) oder einen Bluttest zur Messung der Immunantwort braucht, statt sich allein auf das äußere Erscheinungsbild zu verlassen.
Warum die Diagnose mit besonderer Vorsicht gestellt wird
Eine Behandlung, sofern sie überhaupt zulässig ist, bedeutet die Kombination mehrerer Antibiotika über viele Monate hinweg, und einer Katze täglich Medikamente zu geben, ist in der Praxis wirklich mühsam. In manchen Ländern muss eine M.-bovis-Infektion den Behörden gemeldet werden, und betroffene Tiere müssen unter Umständen eingeschläfert werden. Die örtlichen Vorschriften bestimmen also, was nach einer Diagnose geschieht. Das European Advisory Board on Cat Diseases empfiehlt Tierärztinnen und Tierärzten, vor Behandlungsbeginn die nationalen Vorschriften zu prüfen und abzuwägen, ob jemand im Haushalt, etwa kleine Kinder, ältere Menschen oder Personen mit geschwächtem Immunsystem, einem erhöhten Risiko ausgesetzt ist.
Sinnvolle Vorbeugung ist unkompliziert: Füttere gekochtes oder industriell erhitztes Futter statt rohem Fleisch, verzichte auf unpasteurisierte Milch, und informiere deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, wenn dein Tier jagt oder Kontakt zu Weideflächen mit Rindern hat. Hat deine Katze oder dein Hund einen Knoten oder eine Wunde, die nicht heilen will, oder verliert das Tier über Wochen hinweg an Gewicht und hustet dabei, sollte das abgeklärt werden. Diese Informationen ersetzen keine Diagnose, nur eine Tierärztin oder ein Tierarzt, die oder der dein Tier untersucht, kann sagen, was tatsächlich dahintersteckt.