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Tierwissen
Ein Mann genießt das Freizeitangeln mit Hund an einem ruhigen Steg am See

Verletzung durch Angelausrüstung

Angelhaken, Schnüre, Köder und Bleigewichte können ins Maul oder in die Pfote eines Tieres eindringen oder verschluckt werden. Meist ist dann eine sofortige tierärztliche Behandlung nötig.

Auch bekannt als Angelhaken verschluckt, Verletzung durch Angelhaken, Angelunfall Hund, Angelschnur verschluckt

Verletzungen durch Angelzubehör folgen bei Haustieren fast immer demselben Muster: Ein Widerhaken aus Metall ist so gebaut, dass er nur in eine Richtung wandert und dort festsitzt. Ein Hund kann sich beim Beschnuppern eines Köders einen Haken durch die Lippe ziehen, im Sand oder Gras auf einen treten und ihn sich in ein Pfotenballen bohren, oder weggeworfenen Köder samt Haken einfach hinunterschlucken. Katzen tappen häufiger in eine andere Falle: Sie spielen mit der Angelschnur wie mit jeder anderen Schnur, die ihnen unter die Pfoten kommt. Besonders betroffen sind Hunde, die an beliebten Angelplätzen, Seeufern und Häfen spazieren gehen, und meist passiert es in den wenigen Sekunden, bevor man eingreifen kann.

Ein Haken in der Haut von Lippe oder Pfote ist schmerzhaft, aber für sich genommen selten gefährlich. Anders sieht es aus, wenn ein Haken verschluckt wurde. Er kann sich im Rachen, in der Speiseröhre oder in der Magenwand festsetzen, und der Widerhaken kann dabei Gewebe durchstoßen, mit dem Risiko eines Durchbruchs und einer Infektion im Bauchraum. Angelschnur und Vorfach bergen ein eigenes Risiko: Verhakt sich ein Ende, oft an der Zungenbasis, versucht der Darm trotzdem, den Rest weiterzuschieben, faltet sich dabei wie eine Ziehharmonika zusammen, und die Schnur kann sich nach und nach durch die Darmwand sägen. Tierärztinnen und Tierärzte nennen das einen linearen Fremdkörper, und genau deshalb ist verschluckte Schnur auch ohne Haken ein ernstes Problem. Bleigewichte bringen zusätzlich noch ein Vergiftungsrisiko mit sich.

Diese Anzeichen solltest du sofort ernst nehmen:

  • Pfoten am Maul reiben oder darüberwischen, Sabbern oder Schluckbeschwerden
  • Würgen, Räuspern oder wiederholtes Erbrechen
  • ein Stück Schnur, das aus dem Maul oder hinten herausschaut
  • plötzliche Futterverweigerung oder auffällige Ruhe und Rückzug
  • Hinken und Belecken einer Pfote
  • ein angespannter, schmerzhafter Bauch

Zwei Dinge solltest du auf keinen Fall tun, während du den Tierarztbesuch organisierst. Zieh nicht an sichtbarer Schnur, an keinem der beiden Enden. Ist das andere Ende irgendwo verankert, kann Zug die Schnur straffen und innere Schäden verschlimmern. Und versuche nicht, dein Tier zum Erbrechen zu bringen, denn ein Haken kann sich auf dem Rückweg verhaken. Ein in der Lippe steckender Haken lässt sich manchmal durchdrücken, wonach der Widerhaken abgeschnitten wird, das ist aber nur eine Notlösung für den Fall, dass wirklich keine tierärztliche Hilfe erreichbar ist, und auch dann muss anschließend ein Tierarzt draufschauen.

In der Praxis zeigt ein Röntgenbild Metall sehr deutlich und verrät der Tierärztin oder dem Tierarzt, wo der Haken sich befindet, was die weitere Behandlung entscheidet. Ein Haken in Speiseröhre oder Magen lässt sich oft mit einem Endoskop entfernen, einer flexiblen Kamera, die unter Narkose eingeführt wird, sodass eine Operation ganz vermieden werden kann. Haken, die bereits in den Darm gewandert sind, oder Schnur, die den Darm schon zusammengefaltet hat, machen in der Regel eine Operation nötig. Vorbeugen bedeutet vor allem Ordnung halten: Angelkästen geschlossen halten, immer nur einen Köder auf einmal verwenden, Schnur und Köderreste mit nach Hause nehmen und Hunde dort an der Leine führen, wo andere Menschen angeln. Diese Informationen ersetzen keine Diagnose. Bei allem, was mit Angelzubehör und deinem Tier zu tun hat, solltest du noch am selben Tag bei einer Tierärztin oder einem Tierarzt anrufen.