
Vitamin-A-Mangel
Ein Mangel an Vitamin A bei Hunden oder Katzen, meist durch unausgewogene selbst zubereitete Futter oder eine gestörte Fettaufnahme, der sich auf Sehkraft, Haut und Wachstum auswirken kann.
Auch bekannt als Vitamin-A-Mangel, Vitamin-A-Unterversorgung, Hypovitaminose A, Retinolmangel
Vitamin A ist einer dieser Nährstoffe, die im Hintergrund einen großen Teil des Körpers deines Tieres am Laufen halten: Es wird für gutes Sehen gebraucht, besonders bei schwachem Licht, für gesunde Haut und ein glänzendes Fell, für ein funktionierendes Immunsystem sowie für normales Wachstum und die Fortpflanzung. Da es fettlöslich ist, nehmen Hunde und Katzen es zusammen mit dem Fett aus der Nahrung auf und speichern einen Teil davon in der Leber. Deshalb sind je nach Fütterung sowohl ein Mangel als auch ein Überschuss möglich.
Ein echter Mangel ist bei Tieren, die ein vollwertiges Fertigfutter bekommen, selten, denn solche Futtersorten sind so zusammengesetzt, dass sie den Vitamin-A-Bedarf decken. Häufiger tritt er auf, wenn ein Tier mit einer schlecht ausbalancierten selbst zubereiteten Ration oder Rohfütterung (BARF) ernährt wird, oder wenn eine zugrunde liegende Erkrankung, etwa eine Verdauungsstörung, die Fettaufnahme beeinträchtigt. Ohne ausreichende Fettverdauung kann Vitamin A nämlich nicht richtig aufgenommen werden. Katzen sind besonders anfällig, da sie im Unterschied zu Hunden das in Pflanzen enthaltene Beta-Carotin nicht in verwertbares Vitamin A umwandeln können und die gebrauchsfertige Form direkt aus tierischer Nahrung aufnehmen müssen.
Sinkt der Spiegel ab, entwickeln sich die Anzeichen meist schleichend und können Folgendes umfassen:
- Schwierigkeiten beim Sehen bei schwachem Licht, oft das früheste Anzeichen, da Vitamin A wichtig dafür ist, dass sich das Auge an die Dunkelheit anpassen kann
- Stumpfes, trockenes oder schuppiges Fell und Haut, manchmal mit Haarausfall oder einer erhöhten Anfälligkeit für Hautinfektionen
- Trockene oder gereizte Augen, in fortgeschrittenen Fällen auch Probleme an der Hornhaut
- Allgemeine Schwäche oder Muskelabbau, wenn der Mangel stärker ausgeprägt ist
- Bei heranwachsenden Welpen und Kätzchen oder trächtigen Tieren schwerwiegendere Auswirkungen auf die Knochenentwicklung, den Verlauf der Trächtigkeit und sogar angeborene Fehlbildungen bei Neugeborenen
Keines dieser Anzeichen ist für sich allein typisch für einen Vitamin-A-Mangel. Trockene Haut oder gereizte Augen können viele andere Ursachen haben, deshalb solltest du das nicht anhand einer Symptomliste selbst diagnostizieren. Wenn du selbst zubereitetes Futter gibst, dein Tier eine chronische Verdauungserkrankung hat, oder dir Veränderungen am Fell, an den Augen oder beim Sehen in der Dämmerung auffallen, lohnt es sich, das tierärztlich abklären zu lassen. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann Fütterung und Vorgeschichte beurteilen und bei Bedarf Untersuchungen durchführen, um herauszufinden, was tatsächlich dahintersteckt. Denn eine korrekte Diagnose ist wichtiger, als einfach ein Nahrungsergänzungsmittel zu raten. Ist ein echter Mangel erst einmal erkannt, lässt er sich meist unkompliziert beheben. Genauso wichtig ist es aber, eine Überkorrektur zu vermeiden: Zu viel Vitamin A, etwa durch große Mengen Leber oder unkontrollierte Nahrungsergänzung, bringt eigene Risiken mit sich, und besonders Katzen reagieren empfindlich auf einen Überschuss.