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Tierwissen
Adorable brauner Welpe mit wachsamen Augen, festgehalten in einer warmen, einladenden Inneneinrichtung.

Welpenimpfungen

Ein Leitfaden zur Impfserie, die Welpen in den ersten Lebensmonaten brauchen, um Schutz vor schweren ansteckenden Krankheiten wie Staupe und Parvovirose aufzubauen.

Auch bekannt als Welpenimpfung, Impfplan für Welpen, Grundimmunisierung Welpe, Impfkalender Hundewelpe

Welpenimpfungen sind eine Reihe von Injektionen, die dein Hund in den ersten Lebensmonaten erhält, um ihn vor Krankheiten zu schützen, die weit verbreitet, hochansteckend und in mehreren Fällen tatsächlich lebensbedrohlich sind. Ein junger Welpe startet mit einem geliehenen Schutz aus Antikörpern in der Muttermilch, doch dieser Schutz nimmt in den ersten Lebenswochen unvorhersehbar ab. Solange er noch wirkt, blockiert er gleichzeitig, dass die Impfung richtig anschlägt. Genau deshalb braucht ein Welpe eine ganze Impfserie und nicht nur eine einzelne Spritze: Jede Dosis ist ein neuer Versuch, genau den Moment zu erwischen, in dem der mütterliche Schutz so weit gesunken ist, dass die Impfung greifen kann.

Tierärztinnen und Tierärzte unterscheiden zwei Arten von Impfungen. Core-Impfungen (Basisimpfungen) sollte jeder Welpe erhalten, unabhängig davon, wo er lebt oder wie er gehalten wird, weil die betroffenen Krankheiten schwer verlaufen, weit verbreitet sind und sich teilweise sogar zwischen Tieren oder auf Menschen übertragen können. Bei Hunden zählen dazu meist Staupe, Adenovirose und Parvovirose, üblicherweise ergänzt durch Leptospirose und Tollwut. Nicht-Core-Impfungen, etwa gegen Zwingerhusten (Bordetellen) oder Borreliose, kommen je nach Lebensstil deines Welpen und deinem Wohnort dazu, denn manche Risiken sind nur relevant, wenn vor Ort tatsächlich eine Ansteckungsgefahr besteht. Die Regeln und der Zeitpunkt für die Tollwutimpfung unterscheiden sich von Land zu Land erheblich. Erkundige dich also immer, was bei dir gilt, statt von einem festen Schema auszugehen.

In der Praxis bedeutet das: Ein Welpe bekommt üblicherweise ab einem Alter von sechs bis acht Wochen eine Serie von Kombinationsimpfungen, die alle zwei bis vier Wochen wiederholt wird, wobei die letzte Dosis frühestens mit sechzehn Wochen verabreicht wird. Diese späte letzte Impfung ist Absicht: Manche Welpen haben mit zwölf oder vierzehn Wochen noch genug mütterliche Antikörper im Blut, um die Impfung zu blockieren. Die World Small Animal Veterinary Association empfiehlt zusätzlich eine Auffrischung im Alter von etwa sechs Monaten, um jene Welpen zu erreichen, die beim letzten Termin noch durch mütterliche Antikörper geschützt waren und deshalb möglicherweise noch nicht richtig auf die Impfung angesprochen haben. Wenn Impftermine ausgelassen oder die Abstände zu groß werden, kann genau in den Wochen, in denen ein Welpe am verletzlichsten ist, eine echte Schutzlücke entstehen.

Dieser zeitliche Ablauf bringt Hundehalterinnen und Hundehalter in ein echtes Dilemma. Ausgerechnet in den Wochen, in denen ein Welpe für eine gesunde soziale Entwicklung dringend andere Hunde, Menschen und neue Umgebungen kennenlernen sollte, baut er noch seinen Immunschutz auf und ist deshalb noch nicht vollständig geschützt. Die sinnvolle Lösung ist nicht, den Welpen bis zur letzten Impfung wegzusperren, sondern in dieser Zeit vorsichtig zu sozialisieren: Wähle kontrollierte Situationen wie geimpfte, gesunde Spielkameraden oder Welpenkurse mit Gesundheitscheck statt unkontrolliertem Kontakt zu fremden Hunden. Das Veterinärcollege der Ohio State University beschreibt diesen Ansatz als Abwägung zwischen Infektionsrisiko und den Nachteilen, das wichtige Zeitfenster für die Sozialisierung komplett zu verpassen.

Nebenwirkungen sind meist mild und klingen schnell wieder ab, etwa eine schmerzende Einstichstelle, leichtes Fieber oder ein ruhiger Tag. Achte in den Stunden nach dem Tierarztbesuch auf folgende, ernstere Anzeichen und wende dich bei deren Auftreten an deine Tierärztin oder deinen Tierarzt:

  • Schwellungen im Gesicht, Nesselsucht oder starker Juckreiz: deutet auf eine allergische Reaktion hin
  • Wiederholtes Erbrechen oder Durchfall
  • Ausgeprägte Mattigkeit oder Kollaps
  • Anhaltende Schmerzen, Schwellung oder ein Knoten an der Einstichstelle

Wirklich ernste Reaktionen sind selten, wobei kleinere Hunde, die bei einem Termin mehrere Impfungen gleichzeitig erhalten, laut Berichten ein etwas höheres Risiko tragen. Das kann deine Tierärztin oder dein Tierarzt bei der Planung der Impftermine berücksichtigen. Das ist aber kein Grund, die Impfung hinauszuzögern, denn die Krankheiten, vor denen sie schützt, bergen ein weit größeres Risiko als die Impfung selbst. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt kann aus diesem allgemeinen Überblick den passenden Impfplan für deinen Welpen erstellen, abgestimmt auf Rasse, Gesundheitszustand und die Krankheiten, die an deinem Wohnort tatsächlich eine Rolle spielen.