
Winterpflege
Winterpflege schützt Pferde, Kaninchen, Hunde, Katzen und andere Haustiere vor Kälterisiken wie Dehydratation, Auskühlung und Vergiftung durch Streusalz.
Auch bekannt als Winterpflege für Tiere, Kälteschutz für Haustiere, Tiere im Winter
Kalte Jahreszeiten bringen ganz eigene Risiken für Tiere mit sich, und bei der Winterpflege geht es genau darum: Gefahren zu erkennen, bevor daraus ein Notfall wird. Das reicht von Pferden, die genug trinken und sich bewegen müssen, damit die Verdauung nicht ins Stocken gerät, über Kaninchen im Freigehege, die nicht auskühlen oder durchnässen sollen, bis hin zu Haushaltsgefahren im Winter, die einem neugierigen Hund gefährlich werden können. All das ist nicht kompliziert, wenn man weiß, worauf man achten muss, wird aber leicht übersehen, weil sich die Risiken schleichend aufbauen statt sich deutlich bemerkbar zu machen.
Bei Pferden ist die größte Sorge eine Verstopfungskolik, also eine Blockade im Darm. Sie tritt im Winter häufiger auf, weil Pferde bei kaltem Wasser weniger trinken und trockeneres Heu fressen, während der Zugang zu Weidegras fehlt. Studien zeigen, dass Pferde in kalten Klimazonen deutlich mehr trinken, wenn das Wasser erwärmt statt fast gefroren angeboten wird, weshalb eine beheizte Tränke oder ein beheizter Eimer eine der einfachsten Maßnahmen ist. Auch regelmäßige Bewegung, eine gleichbleibende Fütterungsroutine und rechtzeitig behandelte Zahnprobleme helfen, denn alles, was die Verdauung verlangsamt oder die Wasseraufnahme senkt, erhöht das Risiko.
Kleinsäuger, die im Freien gehalten werden, wie Kaninchen, kommen mit Kälte an sich recht gut zurecht, haben aber große Probleme mit Feuchtigkeit und Zugluft. Ein Kaninchen, das dünn, alt, jung ist oder kein vollständiges Winterfell hat, kann in feuchten oder zugigen Unterkünften ernsthaft krank werden. Deshalb hat trockenes, gut isoliertes und geschütztes Gehege Vorrang vor reiner Wärme. Auch der eingeschränkte Zugang zu frischem Gras und Grünfutter im Winter sollte mitbedacht werden, da er sich sowohl auf die Ernährung als auch auf die Trinkmenge auswirkt.
Bei Hunden und Katzen liegt die Gefahr im Winter weniger in der Kälte selbst als in dem, was sie mit sich bringt. Streusalz und Taumittel auf Straßen und Gehwegen unterscheiden sich stark darin, wie reizend oder giftig sie sind, wenn sie von den Pfoten abgeleckt oder direkt gefressen werden. Größere Mengen können Erbrechen, Dehydratation (Flüssigkeitsmangel) und Elektrolytstörungen auslösen, die tierärztlich behandelt werden müssen. Pfoten nach dem Spaziergang abwischen, wo möglich tierfreundlichere Streumittel wählen und Behälter mit Taumitteln außer Reichweite aufbewahren, all das senkt das Risiko. Ein paar praktische Warnzeichen solltest du unabhängig von der Tierart kennen:
- Starkes Zittern oder Teilnahmslosigkeit: kann darauf hindeuten, dass ein Tier Mühe hat, sich warmzuhalten, besonders bei sehr jungen, alten oder dünnen Tieren
- Weniger Trinken: fällt bei kaltem Wetter oft nicht auf, erhöht aber besonders bei Pferden das Risiko für Verdauungsprobleme
- Lecken oder Kauen an den Pfoten: kann auf Kontakt mit Streusalz oder Taumitteln hindeuten, aber auch auf einfache Kältereizung
- Nasses, verklumptes Fell oder feuchte Einstreu: zerstört die natürliche Isolierung des Tieres und beschleunigt den Wärmeverlust
Nichts davon ersetzt die Einschätzung deiner Tierärztin oder deines Tierarztes für dein individuelles Tier, denn Alter, Fell, Vorerkrankungen und Lebensumstände bestimmen jeweils, was "ausreichende" Winterpflege bedeutet. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf die verschiedenen Tierarten und Situationen ein.