
Abnehmdiät
Ein tierärztlich begleiteter Diätplan, der übergewichtigen Hunden und Katzen hilft, sicher Fett abzubauen, dabei Muskeln zu erhalten und die Gesundheit langfristig zu verbessern.
Auch bekannt als Diätfutter für übergewichtige Hunde und Katzen, Abspecken bei Hund und Katze, Gewichtsreduktion beim Haustier, Diätplan für Hund und Katze, Übergewicht bei Hund und Katze behandeln
Übergewicht gehört zu den häufigsten gesundheitlichen Problemen, die Tierärzte und Tierärztinnen zu sehen bekommen, und es entsteht oft so schleichend, dass Halterinnen und Halter es erst bei einer Kontrolluntersuchung bemerken. Eine Abnehmdiät bedeutet nicht einfach, weniger vom gewohnten Futter zu geben. Es handelt sich um einen strukturierten Plan, der sich am Idealgewicht deines Tieres, seinem aktuellen Körperzustand und seinem Lebensstil orientiert. Ziel ist es, Fett sicher abzubauen, dabei die Muskulatur zu schützen und sicherzustellen, dass dem Tier nichts Wichtiges in der Ernährung fehlt.
Tierärztinnen und Tierärzte beurteilen den Körperzustand deines Tieres meist anhand einer neunstufigen Skala, dem sogenannten Body Condition Score. Dabei wird die Fettauflage über Rippen, Taille und Bauch betrachtet, statt sich nur auf die Zahl der Waage zu verlassen. Je nach verwendetem System gelten Hunde und Katzen mit einem Wert von 6 oder 7 von 9 Punkten als übergewichtig, während ein Wert von 8 oder 9 als fettleibig eingestuft wird, was ungefähr einem Übergewicht von 30 Prozent oder mehr entspricht. Diese Einstufung ist wichtig, weil zwei Tiere mit demselben Gewicht je nach Körperbau und Muskelmasse einen sehr unterschiedlichen Fettanteil haben können.
Das ist kein Randthema. Schätzungen zufolge sind zwischen einem Drittel und über der Hälfte aller Hunde und Katzen von Übergewicht betroffen, manche Quellen geben den Anteil übergewichtiger und fettleibiger Katzen zusammen mit bis zu 60 Prozent an. Das spielt eine große Rolle, weil überschüssiges Gewicht mit Gelenkproblemen, Diabetes, Atembeschwerden und einer verkürzten Lebenserwartung in Verbindung steht. Ein Gewichtsmanagement richtig anzugehen, ist daher eine der wirksamsten Maßnahmen für die langfristige Gesundheit eines Tieres.
Ein durchdachter Abnehmplan bedeutet meist, auf ein speziell für die Gewichtsreduktion entwickeltes Futter umzusteigen, statt einfach die gewohnte Futtermenge zu reduzieren. Solche Diätfuttermittel enthalten im Verhältnis zum Kaloriengehalt meist mehr Eiweiß und Ballaststoffe. Das hilft, die Muskulatur zu erhalten und das Sättigungsgefühl aufrechtzuerhalten, obwohl weniger Kalorien aufgenommen werden. Auch die richtige Berechnung der Kalorienmenge ist entscheidend: Sie basiert auf dem Idealgewicht des Tieres, nicht auf dem aktuellen Gewicht, und wird im Verlauf je nach Fortschritt angepasst.
Das Tempo ist genauso wichtig wie der Plan selbst. Tierärztinnen und Tierärzte empfehlen in der Regel ein langsames, engmaschig kontrolliertes Vorgehen: etwa 3 bis 5 Prozent des Körpergewichts pro Monat bei Hunden und 1 bis 3 Prozent pro Monat bei Katzen. Bei Katzen ist besondere Vorsicht geboten, sie benötigen ein langsameres Tempo als Hunde, weil eine zu schnelle Kalorienreduktion das Risiko für eine hepatische Lipidose erhöht, eine ernste Lebererkrankung. Wenn eine Katze während einer Diät einen ganzen Tag lang nichts frisst, ist das ein klares Warnzeichen: Dann sollte die Diät pausiert und umgehend die Tierärztin oder der Tierarzt kontaktiert werden, statt einfach weiterzumachen.
Ein paar Dinge, die du vor dem Start wissen solltest:
- Leckerlis und Extras zählen mit. Die meisten Empfehlungen besagen, dass sie nicht mehr als etwa ein Zehntel der täglichen Kalorienmenge ausmachen sollten, da sie einen sorgfältig berechneten Plan unbemerkt aushebeln können.
- Regelmäßiges Nachwiegen und Kontrolltermine ermöglichen es, den Plan anzupassen, denn Tiere nehmen selten in einem gleichmäßigen Tempo ab.
- Die Gewichtsabnahme sollte immer tierärztlich begleitet werden, besonders bei Tieren mit einem Body Condition Score von 7 oder höher, da zugrunde liegende Erkrankungen wie eine Schilddrüsenunterfunktion manchmal zur Gewichtszunahme beitragen können und zunächst ausgeschlossen werden müssen.
Die folgenden Ratgeber gehen genauer darauf ein, wie du das richtige Futter auswählst, den Kalorienbedarf berechnest und dein Tier während des gesamten Prozesses motiviert hältst.
