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Tierwissen
Adorable orange und weiße Hauskatze entspannt drinnen auf einem gemütlichen Bett.

Adipositas

Übergewicht bei Hunden und Katzen ist eine ernstzunehmende medizinische Erkrankung, kein rein kosmetisches Problem. Es erhöht das Risiko für Gelenk-, Atem- und Stoffwechselerkrankungen.

Auch bekannt als Übergewicht bei Haustieren, Fettleibigkeit bei Tieren, Adipositas bei Hunden und Katzen, Zu viel Gewicht beim Haustier

Übergewicht bedeutet bei Haustieren, dass so viel überschüssiges Körperfett angesetzt wurde, dass es die Gesundheit beeinträchtigt und nicht nur das äußere Erscheinungsbild verändert. Tierärztinnen und Tierärzte beurteilen das meist mit dem sogenannten Body Condition Score: Dabei wird mit den Händen ertastet, wie viel Fett über Rippen, Wirbelsäule und Taille liegt, und das Ergebnis auf einer Skala eingeordnet, bei der höhere Werte mehr Übergewicht bedeuten. Auf der gebräuchlichen neunstufigen Skala gilt ein Wert von 6 oder 7 als übergewichtig, während 8 oder 9 als fettleibig gilt, also etwa 30 Prozent oder mehr über dem gesunden Gewicht. Wichtig zu wissen: Das wird als eigenständige medizinische Erkrankung behandelt, nicht als bloßes kosmetisches Problem, denn in schwereren Fällen beeinträchtigt das überschüssige Fett selbst direkt, wie sich der Körper bewegt, atmet und funktioniert.

Das spielt eine Rolle, weil Fettgewebe nicht einfach nur eine passive Polsterung ist. Es verhält sich wie ein aktives Organ, das Hormone und entzündungsfördernde Stoffe freisetzt, die den ganzen Körper in einen leicht entzündlichen Zustand versetzen und den Stoffwechsel durcheinanderbringen können. Das erklärt zum Teil, warum übergewichtige Hunde und Katzen mit mehr Gesundheitsproblemen zu kämpfen haben, als man vielleicht erwarten würde: Gelenkerkrankungen und eingeschränkte Beweglichkeit, Atemprobleme, ein höheres Risiko bei Operationen und Narkosen, Hautprobleme, bestimmte Krebsarten und bei Katzen besonders häufig Diabetes sowie Blasen- und Harnwegsprobleme. Hunde, die ihr Leben lang ein gesundes Gewicht halten, leben nachweislich länger und entwickeln chronische Erkrankungen später als Hunde mit Übergewicht. Das ist mit ein Grund, warum die Vorbeugung so viel stärker betont wird als die nachträgliche Behandlung.

Die Erkrankung ist extrem häufig. Schätzungen zufolge sind irgendwo zwischen etwa einem Viertel und deutlich über der Hälfte der Hunde und Katzen, die in tierärztlichen Praxen vorgestellt werden, übergewichtig oder fettleibig. Damit zählt Übergewicht zu den häufigsten ernährungsbedingten Problemen, die Tierärztinnen und Tierärzte in ihrem Alltag sehen. Es schleicht sich meist langsam ein, durch kleine tägliche Überschüsse bei Futter oder Leckerlis, weniger Bewegung, Veränderungen im Lebensabschnitt wie eine Kastration, das Älterwerden oder eine zugrunde liegende Erkrankung wie eine Schilddrüsenunterfunktion. Viele Besitzerinnen und Besitzer bemerken es deshalb erst, wenn die Tierärztin oder der Tierarzt beim Body Condition Check darauf hinweist.

Ein paar Anzeichen solltest du lieber gleich beim nächsten Tierarztbesuch ansprechen, statt abzuwarten:

  • Du kannst die Rippen deines Tieres nicht mehr leicht ertasten: unter einer dünnen Fettschicht, wenn du mit der Hand über die Seite des Brustkorbs streichst
  • Keine erkennbare Taille: wenn du von oben auf dein Tier schaust, oder der Bauch hängt oder wölbt sich seitlich hervor
  • Weniger Ausdauer, Zögern beim Springen oder Treppensteigen: oder dein Tier wird beim Spazierengehen langsamer
  • Laute oder angestrengte Atmung: schon bei leichter Anstrengung

Da Übergewicht aus einer Mischung von Fütterungsgewohnheiten, Bewegung, Lebensabschnitt und manchmal auch einer zugrunde liegenden Erkrankung entsteht, gibt es keine einzelne Lösung, die für jedes Tier passt. Was als angemessenes Zielgewicht oder Fütterungsplan gilt, hängt vom einzelnen Tier ab. Ein Besuch bei der Tierärztin oder beim Tierarzt ist der richtige nächste Schritt: So lässt sich klären, ob das Gewicht tatsächlich ein Problem ist, eine zugrunde liegende medizinische Ursache ausschließen oder behandeln und ein sicherer, schrittweiser Plan erstellen, statt zu Hause auf gut Glück vorzugehen. Die folgenden Ratgeber gehen auf die praktische Umsetzung ein, von der richtigen Portionsgröße über die Gestaltung von Bewegung bis zur Fortschrittskontrolle.

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