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Tierwissen
Ein schwarz-weißer Hund entspannt sich auf einem üppig grünen Feld in Candijay, Philippinen.

Akuter Blähbauch

Ein lebensbedrohlicher Notfall, bei dem sich der Magen eines Hundes mit Gas füllt und verdreht und dadurch die Blutzufuhr unterbrochen wird, was sofortige tierärztliche Hilfe nötig macht.

Auch bekannt als Magendrehung, Magenverdrehung, Magendilatation-Volvulus, GDV, Torsio ventriculi, Magentorsion, Akute Magendrehung, Magendrehung beim Hund, Magenverdrehung beim Hund

Als akute Magendrehung wird umgangssprachlich die Magendilatation-Volvulus, kurz GDV, bezeichnet. Dabei füllt sich der Magen mit Gas und Flüssigkeit, dehnt sich aus und dreht sich dann, sodass der Inhalt eingeschlossen bleibt. Das American College of Veterinary Surgeons beschreibt dies als einen rasch fortschreitenden, lebensbedrohlichen Notfall. Bei manchen Patienten dehnt sich der Magen aus, ohne sich zu verdrehen. Kommt es jedoch zur Verdrehung (Volvulus), drückt die Drehung auf die Hauptvene, die das Blut zum Herzen zurückführt. Dadurch werden der Kreislauf geschwächt, das Herzzeitvolumen gesenkt, die Magenwand geschädigt und die Atmung eingeschränkt. Außerdem kann es zu Herzrhythmusstörungen und Schock kommen. Tierärztliche Empfehlungen im deutschsprachigen Raum nennen die Erkrankung Magendrehung oder Torsio ventriculi und stufen sie als absoluten Notfall ein.

Zu den ersten Anzeichen, die du meist bemerkst, gehören Würgen ohne Erbrechen, vermehrtes Speicheln, Unruhe, Bauchschmerzen und ein sichtbar dicker werdender Bauch. Wenn du diese Anzeichen bei deinem Hund beobachtest, ist das ein Notfall. Wende dich sofort an eine Tierärztin oder einen Tierarzt. Ein Röntgenbild vom Bauch kann die Diagnose bestätigen, wenn es das typische Bild einer Doppelblase oder C-Form zeigt. Ohne schnelle Behandlung können schwere Gewebeschäden und ein Herz-Kreislauf-Kollaps innerhalb von Stunden zum Tod führen.

Die Notfallversorgung beginnt mit Infusionen, um den Kreislauf zu stützen, und mit der Druckentlastung des Magens über eine Sonde oder Nadel. In der Operation wird der verdrehte Magen wieder in die richtige Lage gebracht, abgestorbenes Magengewebe oder bei Bedarf die Milz entfernt und eine Gastropexie durchgeführt, bei der die Magenwand an der Bauchwand fixiert wird. Das MSD Veterinary Manual weist darauf hin, dass dieser Schritt die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls von bis zu 80 Prozent auf unter 5 Prozent senkt. Das Überleben ist nicht garantiert: Today's Veterinary Practice berichtet von einer Sterblichkeit bei der Operation zwischen 10 und 36 Prozent. Schlechtere Ergebnisse hängen mit verzögerter Ankunft, anhaltend hohen Laktatwerten im Blut, abgestorbener Magenwand oder der Entfernung der Milz zusammen.

Große und riesige Rassen mit tiefem, schmalem Brustkorb haben das höchste Risiko. Eine Studie der Purdue University ergab, dass einmaliges Füttern am Tag das Risiko im Vergleich zu zwei Mahlzeiten täglich verdoppelte und dass erhöhte Futternäpfe das Risiko bei großen Rassen um 110 Prozent und bei Riesenrassen um 218 Prozent erhöhten. Dieselbe Studie zeigte, dass auch das Anfeuchten von zitronensäurehaltigem Trockenfutter vor dem Füttern das Risiko erhöhte. Das stellt die Annahme infrage, dass das Einweichen von Trockenfutter immer schützend wirkt. Das MSD Veterinary Manual nennt als weitere Risikofaktoren Alter, einen schlanken Körperbau, ein ängstliches oder aggressives Wesen und einen Verwandten ersten Grades mit GDV. Die britische Pedigree Dog Health Survey ergab, dass GDV für 2,5 Prozent der Todesfälle bei Rassehunden verantwortlich war, mit hohem Risiko bei Bluthunden, Irischen Settern und Weimaranern. Bei Hunden mit hohem Risiko wie der Deutschen Dogge empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte oft eine vorbeugende Gastropexie, die manchmal über einen kleinen Schnitt im Rahmen der Kastration durchgeführt wird. Obwohl die Magendrehung meist eine Erkrankung des Hundes ist, können auch Katzen, Meerschweinchen und manche Primaten daran erkranken. Auch wenn Bewegung nach dem Fressen oft als Auslöser gilt, passieren viele Fälle tatsächlich, während der Hund am späten Abend oder nachts ruht. Wenn dein Hund zu einer Risikorasse gehört, frage deine Tierärztin oder deinen Tierarzt, ob eine vorbeugende Gastropexie für dein Tier sinnvoll ist.

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