
Aufgeblähter Bauch
Verständlich erklärt, was ein aufgeblähter oder aufgetriebener Bauch bei Haustieren bedeutet: häufige Ursachen und Warnzeichen für einen Notfall.
Auch bekannt als Aufgeblähter Bauch beim Hund, Aufgeblähter Bauch bei der Katze, Blähbauch beim Hund, Blähbauch bei der Katze, Aufgetriebener Bauch, Bauchauftreibung, Dicker Bauch beim Hund, Dicker Bauch bei der Katze
Ein aufgeblähter Bauch, auch Bauchauftreibung genannt, bedeutet, dass der Bauch sichtbar über die normale Körperkontur hinaus vorgewölbt ist. Er ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Anzeichen. Die Fülle kann durch Gas, Flüssigkeit, ein vergrößertes Organ, eine Geschwulst oder eine Schwäche der Bauchwand entstehen. Manchmal ist die Ursache harmlos oder vorübergehend, etwa eine Trächtigkeit, eine große Mahlzeit oder Darmspulwürmer bei einem jungen Welpen oder Kätzchen. In anderen Fällen weist er auf eine ernste Erkrankung hin, die rasch tierärztlich behandelt werden muss.
Bei Hunden ist der Notfall, den Tierärztinnen und Tierärzte am meisten fürchten, die Magendrehung, fachsprachlich Magendilatation-Volvulus, kurz GDV. Dabei füllt sich der Magen mit Gas und kann sich um die eigene Achse drehen. Das American College of Veterinary Surgeons beschreibt, wie diese Drehung die großen Venen, die das Blut zum Herzen zurückführen, zusammendrückt, die Durchblutung der Magenwand verringert und das Atmen erschwert. Eine Magendrehung kann innerhalb von Stunden zu einem Schock und zum Absterben von Magengewebe führen. Frühe Anzeichen sind Unruhe, Umherlaufen, vermehrtes Speicheln, Würgen, ohne dass etwas hochkommt, und ein gespannter oder schmerzhafter Bauch. Die Magendrehung betrifft vor allem große und riesige Rassen. Veterinary Partner berichtet, dass Hunde mit über 45 Kilogramm Körpergewicht ein geschätztes Lebenszeitrisiko von 20 Prozent haben, und selbst mit Notfallbehandlung liegt die berichtete Sterblichkeit bei 10 bis 33 Prozent. Eine Studie im Journal of the American Veterinary Medical Association ergab, dass erhöhte Futternäpfe das Risiko um 20 bis 52 Prozent erhöhten, statt einer Magendrehung vorzubeugen. Von Veterinary Partner zitierte Forschung weist außerdem darauf hin, dass schlanke Hunde mit tiefem Brustkorb möglicherweise stärker gefährdet sind als übergewichtige Hunde.
Katzen entwickeln nur selten eine Magendrehung. Ein aufgeblähter Bauch bei einer Katze entsteht häufiger durch Flüssigkeit, die sich im Bauchraum sammelt. International Cat Care weist darauf hin, dass die feuchte Form der felinen infektiösen Peritonitis (FIP) bei jungen Katzen dazu führen kann, dass sich eine dickflüssige, eiweißreiche Flüssigkeit im Bauch ansammelt. Dadurch vergrößert sich der Bauch allmählich und meist schmerzlos. Kater können außerdem eine verstopfte Harnröhre entwickeln, die sich als feste, schmerzhafte Schwellung im unteren Bauch zeigt und sofort behandelt werden muss. Bei unkastrierten Hündinnen kann ein aufgetriebener Bauch auf eine Pyometra hinweisen, eine lebensbedrohliche Infektion, bei der sich die Gebärmutter mit Eiter füllt.
Ein geschwollener Bauch sollte nicht einfach als normale Gewichtszunahme abgetan werden. Tiere mit Flüssigkeitsansammlung oder Organvergrößerung verlieren manchmal entlang der Wirbelsäule und an den Hüften Muskulatur, während der Bauch größer wird. Anzeichen, die sofortige Aufmerksamkeit erfordern, sind:
- ein gekrümmter Rücken oder die Gebetshaltung
- schnelle Atmung
- blasses Zahnfleisch oder ein schwacher Puls
- ein Kollaps
Deine Tierärztin oder dein Tierarzt kann das mit einer allgemeinen Untersuchung, Röntgenaufnahmen oder einer gezielten Ultraschalluntersuchung abklären und entnimmt möglicherweise eine kleine Probe der Bauchflüssigkeit, um sie auf eine Infektion oder Blutung zu prüfen. Bei einer Magendrehung beginnt die Behandlung damit, das eingeschlossene Gas abzulassen. Danach wird der Magen in einer Operation zurückgedreht und fixiert. Wenn der Bauch deines Tieres vergrößert aussieht und dein Tier irgendwie nicht es selbst ist, ruf sofort deine Tierärztin oder deinen Tierarzt an, statt zu warten.
