
Bindehautentzündung
Bindehautentzündung, auch "rosa Auge" genannt, ist eine Entzündung der schützenden Augenmembran, die bei Hunden und Katzen zu Rötung, Schwellung und Ausfluss führt.
Auch bekannt als Bindehautentzündung, Rosa Auge, Rotes Auge beim Hund, Rotes Auge bei der Katze, Konjunktivitis bei Hund und Katze
Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist eine Entzündung der Bindehaut, jener rosafarbenen Schleimhaut, die die Innenseite der Augenlider auskleidet und das Weiße im Auge bedeckt. Dieses Gewebe schützt das Auge vor Fremdkörpern und Krankheitserregern und hilft dabei, die Tränenflüssigkeit gleichmäßig über die Augenoberfläche zu verteilen. Wird sie reizt oder infiziert, schwillt sie an und färbt sich rot, daher auch die umgangssprachliche Bezeichnung "rosa Auge", die sowohl bei Tieren als auch bei Menschen verwendet wird.
Meist fällt zuerst ein roter oder geschwollener Rand um das Auge auf, oft zusammen mit Zukneifen, häufigerem Blinzeln oder dem Reiben des Gesichts mit der Pfote. Dazu kommt häufig Ausfluss, der von trüb bis gelblich oder grünlich reichen kann. Hunde und Katzen mit einer Bindehautentzündung zeigen zudem oft Rötungen und Schwellungen rund um das Auge. Als grobe Orientierung gilt: Grünlicher oder gelblicher Ausfluss deutet eher auf eine bakterielle Ursache hin, während klarer oder weißlicher Ausfluss häufiger mit Allergien oder kleinen Fremdkörperreizungen im Auge zusammenhängt. Betroffen sein kann ein Auge oder beide, wobei ein Befall beider Augen häufiger vorkommt, auch wenn sich die Entzündung ebenso auf ein einzelnes Auge beschränken kann.
Was die Entzündung tatsächlich auslöst, unterscheidet sich zwischen Hund und Katze deutlich. Bei Hunden sind Allergien ein häufiger Grund, wobei Pollen, Staub und andere alltägliche Reizstoffe eine Reaktion auslösen können. Auch bakterielle Infektionen und mechanische Reizungen wie Grassamen oder Probleme mit den Wimpern spielen eine Rolle. Bei Katzen sieht die Sache anders aus: Während eine Bindehautentzündung beim Hund meist als Folge eines äußeren Reizes auftritt, steckt bei Katzen in der Regel ein eigenständiger Erreger dahinter, vor allem das feline Herpesvirus (FHV-1) und Chlamydia felis. Diese Infektionen übertragen sich unter Katzen leicht, besonders in Tierheimen oder Mehrkatzenhaushalten. Hat sich eine Katze einmal mit FHV-1 infiziert, trägt sie das Virus lebenslang in sich, und es kann immer wieder aufflammen, sobald das Immunsystem unter Stress steht.
Einige Anzeichen sprechen dafür, lieber früher als später eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufzusuchen:
- Dickflüssiger Ausfluss, der die Augenlider verklebt, besonders bei Welpen oder Kätzchen
- Ein Auge, das merklich stärker geschwollen, gerötet oder schmerzhaft wirkt als das andere
- Zukneifen zusammen mit Trübung oder einem sichtbaren Kratzer auf der Augenoberfläche, was auf ein Hornhautgeschwür (eine Verletzung der äußeren, klaren Augenschicht) statt auf eine einfache Bindehautentzündung hindeuten könnte
- Bindehautentzündung zusammen mit Niesen, Husten oder Nasenausfluss, was bei Katzen häufig auf eine Virusinfektion der Atemwege hinweist
- Symptome, die länger als ein paar Tage anhalten oder immer wiederkehren
Selbst wenn es harmlos aussieht, lohnt sich eine tierärztliche Abklärung, denn auch wenn die üblichen Ursachen einer Bindehautentzündung meist häufig und mild sind, können ernstere Augenerkrankungen oder sogar Erkrankungen des ganzen Körpers zunächst genauso aussehen. Eine gründliche klinische Untersuchung ist deshalb sowohl für die Augengesundheit als auch für das allgemeine Wohlbefinden wichtig. Tierärztinnen und Tierärzte können mit einfachen Tests, etwa einer Anfärbung des Auges, zwischen Kratzer, Allergie und Infektion unterscheiden. Das ist entscheidend, denn cortisonhaltige Augentropfen, die bei Allergien helfen, können ein Hornhautgeschwür sogar verschlimmern. Sobald die Ursache klar ist, ist die Behandlung meist unkompliziert: in der Regel Tropfen oder Salbe, bei Infektionen manchmal ergänzt durch ein antivirales Mittel oder Antibiotikum zum Einnehmen.
