Spatz
EN
Tierwissen
Blutproben in Reagenzgläsern auf hellem Hintergrund, ideal für medizinische und labortechnische Themen.

Blut im Urin

Blut im Urin (Hämaturie) bei Hund und Katze kann auf verschiedene Erkrankungen der Harnwege hinweisen und sollte immer zeitnah tierärztlich abgeklärt werden.

Auch bekannt als Blut im Urin bei Hund und Katze, Hämaturie beim Tier, Blutiger Urin beim Hund, Blutiger Urin bei der Katze, Blut beim Wasserlassen

Blut im Urin deines Hundes oder deiner Katze zu entdecken, ob als leichte rosa Färbung im Trinknapf oder als roter Fleck auf der Terrasse, ist etwas, das sofort alle Alarmglocken schrillen lässt. Der Fachbegriff dafür ist Hämaturie und bedeutet einfach, dass rote Blutkörperchen in den Urin gelangt sind. Manchmal ist das mit dem blossen Auge zu erkennen, manchmal fällt es erst auf, wenn die Tierärztin oder der Tierarzt eine Urinprobe unter dem Mikroskop untersucht. Wenn dir also schon einmal eine leichte Verfärbung aufgefallen ist, solltest du das beim nächsten Check-up erwähnen, selbst wenn sie inzwischen wieder verschwunden ist.

Das Blut kann von fast jeder Stelle entlang der Harnwege stammen, und die genaue Ursache herauszufinden ist Aufgabe der Tierärztin oder des Tierarztes, nicht etwas, das du zu Hause raten solltest. Häufige Ursachen sind Harnwegsinfektionen, Blasen- oder Nierensteine, Tumore und Erkrankungen, die die Blutgerinnung stören. Bei Katzen gibt es zudem eine relativ verbreitete Form der Blasenentzündung ohne Infektion, die sogenannte feline idiopathische Zystitis (auch als FLUTD, feline untere Harnwegserkrankung, bezeichnet), die mit Stress und Angst in Verbindung gebracht wird. Bei unkastrierten Rüden ist eine vergrößerte Prostata ein weiterer häufiger Auslöser, da Blutungen aus der Prostata oft durch eine Prostatitis (Entzündung der Prostata) oder eine gutartige Prostatavergrößerung, die durch Testosteron gefördert wird, entstehen. Sogar der Zeitpunkt des Blutaustritts beim Wasserlassen kann Hinweise auf die Ursache geben: Tritt das Blut vor allem am Ende des Harnstrahls auf, deutet das häufig auf die Blase hin, während Blut, das während des gesamten Vorgangs sichtbar ist, eher auf die Nieren hindeutet.

Es gibt eine Situation, in der Blut im Urin von „sollte bald abgeklärt werden“ zu „jetzt sofort zur Tierärztin oder zum Tierarzt“ wird, und die betrifft speziell männliche Katzen. Weil ihre Harnröhre besonders eng ist, besteht bei ihnen ein reales Risiko eines vollständigen Harnverschlusses, bei dem gar kein Urin mehr abgesetzt werden kann. Das ist wirklich lebensbedrohlich: Es betrifft am häufigsten Kater und kann ohne sofortige Behandlung innerhalb von 24 bis 48 Stunden zu Nierenversagen, Herzproblemen oder zum Tod führen. Tückisch dabei ist, dass eine Katze in den ersten Stunden trotz Blut im Urin noch normal fressen, spielen und sich unauffällig verhalten kann. Wenn dein Kater also wiederholt erfolglos in der Katzentoilette presst, dabei schreit oder nur wenige Tropfen (oder gar nichts) absetzt, ist das ein Fall für die Notfallpraxis, kein Grund abzuwarten, egal wie munter und aufmerksam er sonst wirkt.

Abgesehen von diesem konkreten Notfall verdient Blut im Urin trotzdem zeitnahe Aufmerksamkeit und keine „erst mal ein paar Tage beobachten“-Haltung. Die Tierärztin oder der Tierarzt wird in der Regel eine Urinprobe nehmen, dein Tier körperlich untersuchen und oft eine Blutuntersuchung durchführen, um die Ursache einzugrenzen. Bei Verdacht auf Steine oder Wucherungen folgen manchmal noch ein Ultraschall oder eine Röntgenaufnahme. Sobald die zugrunde liegende Ursache feststeht, lässt sich die Behandlung meist gut angehen: Infektionen werden mit Antibiotika behandelt, bei Steinen oder Kristallen können eine Futterumstellung, Medikamente oder eine Operation nötig sein, und Schmerzmittel helfen, etwaige Beschwerden auf dem Weg zur Besserung zu lindern. In den folgenden Ratgebern erfährst du mehr über die einzelnen Erkrankungen und wie sie tierärztlich untersucht und behandelt werden.

Ratgeber zu diesem Thema