
Diätfutter
Verordnete Diätfuttermittel sind tierärztlich abgestimmte Futter, die bei bestimmten Erkrankungen wie Nierenproblemen, Harnwegsbeschwerden oder Futtermittelallergien helfen sollen.
Auch bekannt als Diätfutter für Tiere, Tierärztliche Diät, Therapeutisches Futter, Verordnetes Futter, Diätnahrung für Hund und Katze, Nierendiät
Diätfuttermittel, auch tierärztliche oder therapeutische Diäten genannt, sind Futter, die speziell auf eine bestimmte Erkrankung abgestimmt sind und nicht nur den allgemeinen Nährstoffbedarf decken sollen. Der Begriff "Diätfutter" führt dabei etwas in die Irre: Anders als Medikamente unterliegen diese Futter keiner strengen behördlichen Zulassung als Arzneimittel. Hersteller vertreiben sie meist ausschließlich über Tierarztpraxen, doch das ist eher eine freiwillige Vertriebsentscheidung als eine gesetzliche Pflicht. Auf der Verpackung dürfen die Hersteller außerdem keine direkten Heilversprechen machen, sonst würde das Produkt rechtlich als Arzneimittel und nicht mehr als Futtermittel gelten. Der eigentliche Unterschied zu gewöhnlichem Trockenfutter liegt in der präzisen Rezeptur und darin, dass eine Tierärztin oder ein Tierarzt das Futter gezielt auf Blutwerte, Symptome oder eine Diagnose abstimmt, statt sich nur auf ein Werbeversprechen zu verlassen.
Das bekannteste Beispiel ist Futter zur Unterstützung der Nierenfunktion. Wenn die Nieren eines Tieres Abfallstoffe nicht mehr richtig herausfiltern können, reichern sich Giftstoffe im Blut an, ein Zustand, den man Urämie nennt. Nierendiäten enthalten bewusst weniger und genau abgestimmte Mengen an Eiweiß und Phosphor sowie zusätzliche Omega-3-Fettsäuren, um die Nieren zu entlasten und die Anhäufung von Abfallstoffen zu verlangsamen. Heilen lässt sich eine chronische Nierenerkrankung dadurch nicht, aber für Hunde und Katzen mit dieser Diagnose gilt eine passende therapeutische Diät laut vielen Tierärztinnen und Tierärzten als eine der wirksamsten Maßnahmen, um die Lebensqualität über Monate und Jahre zu erhalten.
Nierenerkrankungen sind nur ein Anwendungsfall für diese Art von Futter. Es gibt spezielle Rezepturen für ganz unterschiedliche Erkrankungen, die jeweils genau an dem Punkt ansetzen, der für das jeweilige Problem entscheidend ist:
- Harnwegsprobleme: Futter, das den Mineralstoffgehalt und den pH-Wert des Urins anpasst, um Struvit- oder Kalziumoxalat-Kristalle und -Steine aufzulösen oder ihrer Bildung vorzubeugen.
- Verdauungsstörungen: leicht verdauliche, fettreduzierte Rezepturen für Tiere mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) oder anhaltendem Erbrechen und Durchfall.
- Gewichts- und Stoffwechselprobleme: kalorienreduzierte oder ballaststoffangepasste Futter bei Übergewicht, Diabetes oder Gelenkbelastung.
- Futtermittelallergien und empfindliche Haut: Futter mit neuartigen oder aufgespaltenen (hydrolysierten) Proteinen, auf die das Immunsystem seltener reagiert.
Weil diese Futter für einen ganz bestimmten Zweck entwickelt wurden, kann es einem Tier ohne die passende Erkrankung sogar schaden, wenn es damit gefüttert wird. Ein Wechsel auf oder von einem solchen Futter sollte deshalb nie ohne fachliche Begleitung erfolgen. Die richtige Wahl hängt von Blutwerten, dem Stadium einer Erkrankung und manchmal auch von etwas Ausprobieren ab, genau die Art von Einschätzung, für die Tierärztinnen und Tierärzte ausgebildet sind. Wenn du dir nicht sicher bist, ob eine therapeutische Diät für dein Tier geeignet ist, besprich das am besten bei der nächsten Vorsorgeuntersuchung und nicht allein anhand des Etiketts im Regal. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf einzelne Erkrankungen ein und zeigen, wie du gemeinsam mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt das passende Futter findest.

