
Flohprophylaxe
Regelmäßige, tierärztlich empfohlene Flohprävention schützt Hunde und Katzen dauerhaft vor Flöhen und den dadurch verursachten Hautproblemen, Juckreiz und weiteren gesundheitlichen Folgen.
Auch bekannt als Flohschutz, Flohbehandlung, Flohbekämpfung, Floh- und Zeckenschutz
Flöhe sind winzige, flügellose Insekten, die auf der Haut von Hunden und Katzen leben und sich von ihrem Blut ernähren. Flohprävention bedeutet schlicht, sie so konsequent von deinem Tier fernzuhalten, dass sie gar nicht erst Fuß fassen können. Der Katzenfloh, Ctenocephalides felis, ist weltweit bei weitem die häufigste Art bei Hunden wie Katzen, und er kann fast überall auf dein Tier überspringen: von anderen Tieren, von Wildtieren, die durch den Garten streifen, oder aus Decken und Teppichen, in denen sich Floheier und -larven still und heimlich entwickelt haben. Nur die erwachsenen Flöhe leben tatsächlich auf deinem Tier. Eier, Larven und Puppen fallen ab und landen in der Wohnung und im Garten. Deshalb ist ein Flohbefall genauso ein Problem der Umgebung wie des Tieres selbst, und die Veterinärfakultät der Cornell University weist darauf hin, dass es selbst mit guten Produkten mehrere Monate dauern kann, einen Befall wieder loszuwerden.
Prävention ist mehr als eine Frage des Komforts. Flohbisse verursachen für sich genommen schon Juckreiz und Hautreizungen, aber wiederholter Kontakt kann eine Flohallergie-Dermatitis auslösen, eine allergische Reaktion auf Eiweiße im Flohspeichel, die zu deutlich stärkerem Kratzen, Haarausfall und Hautinfektionen führt. Bei starkem Befall kann es zu echtem Blutverlust und Blutarmut (Anämie) kommen, besonders bei Welpen, Kätzchen oder geschwächten Tieren. Flöhe sind außerdem Zwischenwirte für Bandwürmer, und der CAPC dokumentiert, dass sie bakterielle Erreger wie Bartonella- und Rickettsia-Arten übertragen können, von denen manche auch Menschen im selben Haushalt betreffen können.
Weil die Umweltstadien im Lebenszyklus des Flohs wochen- oder monatelang ruhen können, bis Wärme und Luftfeuchtigkeit den richtigen Auslöser liefern, löst eine einzelne Behandlung ein Problem nur selten von allein, und ausgelassene Dosen lassen die Population wieder anwachsen. Empfehlungen von ESCCAP und anderen veterinärmedizinischen Fachgremien sprechen sich durchgängig für eine ganzjährige, ununterbrochene Prävention aus, statt nur zu behandeln, wenn Flöhe entdeckt werden. Denn drinnen herrschen auch in der kalten Jahreszeit Bedingungen, unter denen Flöhe überleben, während sie draußen kaum eine Chance hätten. Die Produkte selbst gibt es in verschiedenen Formen, als Spot-on-Präparate zum Auftropfen, als Tabletten oder Kau-Tabletten zum Einnehmen und als Halsbänder mit Wirkstoff, jeweils mit unterschiedlichen Wirkstoffen und Anwendungsintervallen. Kontrollierte Feldstudien zeigen, dass moderne Mittel bei korrekter Anwendung den Flohbefall um weit über 90 % senken.
Es gibt nicht das eine richtige Produkt für jedes Tier. Die passende Wahl hängt von Tierart, Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und eventuellen weiteren Medikamenten deines Tieres ab, und Produkte, die nur für Hunde zugelassen sind, können bei Katzen tatsächlich gefährlich sein. Es lohnt sich, direkt bei der Tierärztin oder dem Tierarzt zu fragen, wogegen ein Produkt schützt, wie schnell es wirkt und ob es sich mit anderen Mitteln, die dein Tier bereits erhält, vertragen lässt, statt einfach etwas aus dem Regal zu greifen. Ein paar Anzeichen solltest du zwischen den Tierarztbesuchen selbst im Blick behalten:
- Kratzen oder übermäßiges Putzen: besonders am Schwanzansatz, in der Leistengegend oder am Hals
- Kleine rote Pusteln oder Krusten auf der Haut: oder kahle Stellen im Fell
- Dunkle, körnige Krümel im Fell oder auf der Decke: das ist Flohkot, im Grunde eingetrocknetes Blut
- Sichtbare, schnell krabbelnde Insekten im Fell: vor allem nahe der Haut am Schwanzansatz oder am Kopf
Wenn dir eines dieser Anzeichen auffällt oder ein Produkt nicht so zu wirken scheint wie erwartet, ist das ein Thema für die Tierärztin oder den Tierarzt und kein Fall für Ausprobieren auf eigene Faust. Die Ratgeber und Praxen weiter unten gehen näher auf einzelne Produkte, das Management des Lebenszyklus und den Umgang mit einem bereits bestehenden Befall ein.

