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Tierwissen
Nahaufnahme eines süßen schwarzen Welpen, der sich an einem sonnigen Tag am Ohr kratzt und somit das Verhalten von Tieren zeigt.

Flohsaison

Wann Flöhe am aktivsten sind und warum ein ganzjähriger Schutz für dein Tier wichtig ist.

Auch bekannt als Flohzeit

Wenn von der Flohsaison die Rede ist, sind meist die warmen Monate gemeint, in denen Flöhe draußen am aktivsten sind. Doch die Realität ist etwas komplizierter. Wer sie versteht, kann seinem Tier eine Menge Unbehagen ersparen.

Flöhe sind winzige, flügellose Insekten, die sich von Blut ernähren. Die Art, die deinem Hund oder deiner Katze am ehesten zusetzt, ist der Katzenfloh (Ctenocephalides felis), der trotz seines Namens europaweit der häufigste Floh bei Katzen und Hunden ist. Erwachsene Flöhe leben auf deinem Tier, doch die Eier, die sie legen, fallen innerhalb weniger Stunden in Teppiche, Polstermöbel und Körbchen. Aus den Eiern schlüpfen Larven, die sich schließlich einpuppen und abwarten. In diesen Kokons können die Puppen monatelang ruhen, manchmal bis zu einem Jahr, bis sie Erschütterung, Wärme oder Kohlendioxid wahrnehmen, die auf einen Wirt in der Nähe hindeuten.

In Mitteleuropa sind Flöhe draußen in der Regel von März bis November aktiv, mit einem Höhepunkt zwischen Juli und Oktober. Frost tötet erwachsene Flöhe und Larven im Freien ab, weshalb der Winter früher für eine natürliche Entlastung sorgte. Doch diese Entlastung ist längst nicht mehr so zuverlässig wie einst, denn moderne Zentralheizungen halten Innenräume warm genug, damit Flöhe ihren gesamten Lebenszyklus das ganze Jahr über vollenden können.

Genau deshalb kann die traditionelle Vorstellung einer „Flohsaison" irreführend sein. Eine Wohnung, die durchgehend beheizt ist, bietet Flöhen perfekte Entwicklungsbedingungen, ganz unabhängig vom Wetter draußen. Ein einzelnes Flohweibchen kann 40 bis 50 Eier am Tag legen und in seinem Leben bis zu 2.000. Bei Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit dauert der gesamte Zyklus vom Ei bis zum erwachsenen Floh nur 12 bis 14 Tage. Die erwachsenen Flöhe, die du auf deinem Tier entdeckst, machen nur etwa 5 % der gesamten Flohpopulation in einem befallenen Haushalt aus; die anderen 95 % befinden sich als Eier, Larven und Puppen in der Umgebung.

Flöhe sind nicht nur lästig. Ihre Bisse verursachen starken Juckreiz, gerötete Haut und Haarausfall. Viele Hunde und Katzen entwickeln eine Flohallergiedermatitis, die häufigste allergische Hauterkrankung bei Haustieren, ausgelöst durch Flohspeichel. Bei starkem Befall, besonders bei Welpen und Kätzchen, kann der Blutverlust durch die Flohstiche zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut führen. Flöhe übertragen auch Krankheiten: Sie können Bartonella-Bakterien weitergeben, die Erreger der Katzenkratzkrankheit, sowie Rickettsia felis, und sie dienen als Zwischenwirte für den Gurkenkernbandwurm Dipylidium caninum, den Tiere bei der Fellpflege verschlucken.

Weil sich der Großteil der Flohpopulation nicht auf dem Tier befindet, reicht es selten aus, nur das Tier zu behandeln. Um einen etablierten Flohbefall in der Wohnung zu beseitigen, ist in der Regel eine mindestens dreimonatige, lückenlose Behandlung aller Haustiere im Haushalt erforderlich, kombiniert mit regelmäßigem Staubsaugen und Waschen von Tierdecken und Körbchen. Es ist außerdem äußerst wichtig, niemals ein Hundeflohmittel bei einer Katze anzuwenden: Wirkstoffe wie Permethrin sind für Katzen hochgiftig und können tödlich sein. Selbst wenn du keine erwachsenen Flöhe siehst, kann ein Befall vorliegen. Katzen und Hunde putzen Flöhe sehr effizient aus ihrem Fell, deshalb überprüft deine Tierärztin oder dein Tierarzt den Flohbefall oft mit einem feuchten Papiertuch, um Flohkot nachzuweisen.

Angesichts der schnellen Vermehrung von Flöhen und ihrer Anpassungsfähigkeit an das Leben in Innenräumen empfehlen viele tierärztliche Organisationen heute einen ganzjährigen vorbeugenden Schutz für alle Hunde und Katzen, unabhängig davon, wie viel Zeit sie im Freien verbringen. Deine Tierärztin oder dein Tierarzt hilft dir, ein Präparat auszuwählen, das für Tierart, Alter und Lebensweise deines Tieres sicher und geeignet ist.

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