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Tierwissen
Ein Corgi-Hund erfrischt sich mit einer tragbaren Wasser-Schüssel am Strand. Perfekter Sommertag im Freien.

Flüssigkeitsversorgung

Flüssigkeitshaushalt beschreibt, wie viel Wasser Hunde und Katzen brauchen, warum ein ausgeglichener Wasserhaushalt so wichtig ist und wie man Dehydration erkennt und richtig reagiert.

Auch bekannt als Wasserhaushalt bei Hund und Katze, Flüssigkeitsbedarf bei Haustieren, Dehydration beim Hund erkennen, Austrocknung bei Katzen, Wasserbedarf von Hunden und Katzen

Wasser ist wahrscheinlich der am meisten unterschätzte Teil der Tierpflege, dabei leistet es im Körper von Hund und Katze mehr als fast alles andere, was wir ihnen geben. Es transportiert Nährstoffe zu den Zellen, spült über die Nieren Abfallstoffe aus, schützt die Gelenke und hilft, die Körpertemperatur zu regulieren, was besonders für Hunde wichtig ist, die sich vor allem durch Hecheln und kaum durch Schwitzen abkühlen.

Als grober Richtwert brauchen die meisten gesunden Hunde etwa 28 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, wobei sich dieser Wert je nach Aktivitätslevel, Hitze und Futterart verschiebt. Ein Hund, der draußen tobt und spielt, braucht mehr Wasser als einer, der den ganzen Tag gemütlich zu Hause liegt. Hunde, die Nassfutter bekommen, nehmen einen Teil ihres Wasserbedarfs bereits über die Mahlzeit auf und trinken dadurch oft weniger aus dem Napf, und bei heißem Wetter steigt der Flüssigkeitsbedarf zusätzlich an. Bei Katzen sieht es etwas anders aus: Der Wasserhaushalt bei Katzen ist etwas komplizierter, als Richtwert gilt hier etwa 70 bis 90 Milliliter Wasser pro 2,5 Kilogramm Körpergewicht am Tag. Viele Katzen trinken von Natur aus wenig, weil ihre wilden Vorfahren den Großteil ihrer Feuchtigkeit über die Beute aufgenommen haben. Genau deshalb können Nassfutter und ein Trinkbrunnen mit fließendem Wasser bei ihnen einen echten Unterschied machen.

Eine Dehydration entsteht, wenn ein Tier mehr Flüssigkeit verliert, als es aufnimmt, sei es durch zu wenig Trinken, Erbrechen, Durchfall, Hitze oder eine zugrunde liegende Erkrankung wie Nierenschwäche oder Diabetes. Das Tückische daran: Tiere sind sehr gut darin, das lange zu verbergen, bis der Zustand schon fortgeschritten ist. Folgende Anzeichen solltest du zuhause im Blick behalten:

  • Zahnfleisch, das sich trocken, klebrig oder zäh anfühlt statt glatt und feucht
  • Haut, die beim sanften Zupfen zwischen den Schulterblättern kurz "stehen bleibt", statt sofort zurückzuspringen
  • Eingefallen wirkende Augen oder eine allgemeine Mattheit und Antriebslosigkeit
  • Verminderter Appetit, dunkler oder seltener Urinabsatz, oder zäher, fadenziehender Speichel

Wichtig zu wissen: Diese Checks für zuhause haben klare Grenzen. Die Hautspannung (Turgor) wird vom Körperzustand beeinflusst: Bei übergewichtigen Tieren kann die Haut trotz Dehydration durch das überschüssige Fettgewebe fälschlich normal wirken, während bei stark abgemagerten, sehr alten oder sehr dünnen Tieren die Haut auch bei guter Flüssigkeitsversorgung "stehen bleiben" kann. Der schnelle Hautfaltentest liefert also einen nützlichen Hinweis, aber keine Diagnose.

Eine leichte Dehydration bei einem sonst munteren, aufmerksamen Tier lässt sich manchmal zu Hause managen, indem man es zu kleinen Schlucken Wasser ermuntert. Erbricht dein Hund jedoch, ist er sehr schwach oder bessert sich sein Zustand nicht, solltest du auf Maßnahmen zu Hause verzichten und lieber die Tierärztin oder den Tierarzt eine Infusion unter die Haut oder in eine Vene geben lassen. Auch jede spürbare Veränderung im Trinkverhalten deines Tieres, ob plötzlich deutlich mehr oder deutlich weniger als sonst, solltest du ansprechen, denn das kann schon lange vor anderen Symptomen auf Erkrankungen wie Nierenschwäche, Diabetes oder Hormonstörungen hinweisen. Der Wasserhaushalt gehört zu den stillen, alltäglichen Grundlagen, die man leicht als selbstverständlich hinnimmt, bis etwas nicht mehr stimmt, und genau deshalb lohnt es sich, ihn im Blick zu behalten.

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