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Tierwissen
Frontalansicht eines blauen Autos mit einem Hund auf dem Beifahrersitz, das an einem sonnigen Ort geparkt ist.

Gefahr im heißen Auto

Warum geparkte Autos für Hunde und Katzen innerhalb weniger Minuten zur Todesfalle werden, wie du einen Hitzschlag erkennst und was du tun musst, bevor es zu spät ist.

Auch bekannt als Hund im heißen Auto, Hitzetod im Auto, Überhitzung im Auto

Ein Haustier im geparkten Auto zu lassen, selbst an einem Tag, der sich für dich nur angenehm warm anfühlt, kann innerhalb von Minuten tödlich enden. Der Innenraum eines Fahrzeugs wirkt wie ein Gewächshaus: Sonnenlicht dringt durch die Scheiben, erhitzt die Oberflächen im Inneren, und die Wärme kann nirgendwo entweichen. Das Ergebnis ist ein Temperaturanstieg, der die meisten Tierhalter völlig überrascht.

An einem Tag mit 21 °C Außentemperatur erreicht das Wageninnere in einer Stunde rund 43 °C. Bei 30 °C draußen kann die Temperatur im Auto bereits nach 30 Minuten über 60 °C steigen. Einen Spalt weit geöffnete Fenster verlangsamen diesen Prozess nicht nennenswert, und Parken im Schatten wiegt dich in falscher Sicherheit, denn die Sonne wandert und setzt das Auto oft schon nach einer halben Stunde direktem Licht aus. Forscher der Nottingham Trent University stellten fest, dass Fahrzeuginnenräume in jedem Monat des Jahres über 25 °C erreichten, nicht nur im Sommer.

Hunde und Katzen können sich nur sehr begrenzt selbst abkühlen. Hunden fehlen funktionsfähige Schweißdrüsen am Großteil ihres Körpers; die wenigen, die sie haben, sitzen ausschließlich an den Pfotenballen. Ihr wichtigster Kühlmechanismus ist das Hecheln, bei dem Verdunstung über Zunge und Atemwege Wärme abführt. Doch das Hecheln stößt an seine physiologischen Grenzen, wenn die Umgebungsluft auf über etwa 28 °C steigt, besonders in einem abgeschlossenen Auto ohne Luftzirkulation. Katzen sind noch weniger in der Lage, sich durch aktives Verhalten abzukühlen, denn sie vermeiden instinktiv jede Anstrengung bei Hitze. Sitzt eine Katze in einem heißen Auto, Gewächshaus oder Schuppen fest, steigt ihre Körpertemperatur ungebremst an.

Die normale Körpertemperatur eines Haustiers liegt zwischen 38,0 °C und 39,2 °C. Steigt sie auf über 40,0 °C bis 41,0 °C, setzen Hirnschwellung, Herzversagen und irreversible Zellschäden ein. Anzeichen eines Hitzschlags sind rasches, schweres Hecheln oder Atmen mit geöffnetem Maul, eine hellrote Zunge, zäher Speichel, Sabbern, Erbrechen, Schwanken, Verwirrtheit, Krämpfe und Zusammenbruch. Kurzköpfige Rassen wie Mops, Bulldogge und Pekinese sind noch stärker gefährdet, weil ihre verengten Atemwege das Hecheln weit weniger wirksam machen. Auch ältere Hunde, übergewichtige Tiere, große Rassen über 15 kg sowie Haustiere mit bestehenden Herz- oder Atemwegserkrankungen erliegen der Hitze deutlich schneller.

Findest du ein Tier in Not in einem heißen Auto, hat Kühlen Vorrang vor dem Transport. Die tiermedizinische Forschung stützt heute das Prinzip „Erst kühlen, dann transportieren". Am wirksamsten ist das Übergießen mit kaltem Wasser oder das Eintauchen in kaltes Wasser, während ein Ventilator oder Luftzug für Verdunstungskälte sorgt. Wasser zwischen 0,1 °C und 15 °C ist für junge, gesunde Hunde sicher und wirksam. Lege keine nassen Handtücher über den Körper; sie stauen die Wärme schnell, anstatt sie abzugeben. Sobald die Kühlung eingeleitet ist, bring das Tier sofort in eine Tierklinik für Infusionen, Sauerstoff und die Überwachung auf Organschäden.

Ein Tier im heißen Auto zurückzulassen ist zudem eine Straftat. In Österreich drohen Geldstrafen von bis zu 7.500 Euro; in Deutschland verstößt es gegen das Tierschutzgesetz und kann mit Geldstrafen bis zu 25.000 Euro oder Freiheitsstrafe geahndet werden. Triffst du auf ein eingeschlossenes Tier, das bereits akute Anzeichen eines Zusammenbruchs oder Bewusstlosigkeit zeigt, und der Notruf kann nicht rechtzeitig eintreffen, ist das Einschlagen einer Scheibe sowohl nach deutschem als auch nach österreichischem Recht durch den rechtfertigenden Notstand gedeckt. Du solltest dennoch zuerst versuchen, die Halterin oder den Halter ausfindig zu machen oder die Polizei zu verständigen, wenn die Zeit es erlaubt.