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Tierwissen
Faszinierender Schnappschuss von Blitzen, die einen dunklen Himmel über Bergsilhouetten während eines Gewitters erhellen.

Gewitterangst

Eine häufige, angstbedingte Störung, bei der Hunde und Katzen mit starker Angst auf Gewitter reagieren, oft schon bevor das Unwetter überhaupt losbricht.

Auch bekannt als Gewitterangst beim Hund, Angst vor Gewitter bei Hund und Katze, Geräuschangst beim Hund, Donnerangst beim Hund, Panik bei Gewitter

Für deinen Hund werden Gewitter nicht einfach nur lauter, sie werden von innen heraus beängstigend. Lange bevor du den ersten Donner hörst, nimmt dein Hund möglicherweise schon den fallenden Luftdruck, den Geruch von Regen in der Luft oder aufkommenden Wind wahr, dank Sinnen, die deutlich schärfer sind als unsere. Das bedeutet, die Panik kann beginnen, lange bevor das Gewitter tatsächlich da ist, weshalb die Angst wie aus dem Nichts zu kommen scheint.

Gewitterangst zählt zu den häufigsten angstbedingten Störungen bei Hunden und fällt unter einen weiter gefassten Begriff, den Tierärztinnen und Tierärzte Geräuschangst nennen: eine starke Angstreaktion auf laute oder überraschende Geräusche, die bei Tieren intensive Furcht oder Angst auslöst. Die Anzeichen reichen von mild bis schwer und umfassen häufig unkontrolliertes Urinieren oder Koten, Erbrechen, Verstecken, Kauen, Hecheln, Umherlaufen, Graben, Fluchtversuche, Sabbern, Nähesuchen bei der Bezugsperson, Bellen, Zittern und geweitete Pupillen. Manche Hunde werden still und erstarren, andere geraten in Panik und versuchen, durch Fenster oder Türen zu flüchten. Wichtig zu wissen: Gewitterangst kann dazu führen, dass ein Hund noch Stunden oder sogar Tage nach dem eigentlichen Ende des Unwetters ängstliches Verhalten zeigt, ein guter Hinweis darauf, dass sich Hunde nicht sofort erholen, nur weil der Himmel wieder klar ist.

Auch Katzen können darunter leiden, auch wenn es sich anders äußert: Sie flüchten unter Möbel, legen die Ohren an oder haben geweitete Pupillen, statt das für Hunde typischere Umherlaufen und Winseln zu zeigen. Häufig tritt Gewitterangst zudem gemeinsam mit anderen Problemen auf. Studien zeigen, dass 88 % der Hunde mit Geräuschangst auch unter Trennungsangst leiden und etwa 74 % der Hunde mit Trennungsangst zusätzlich Geräuschangst zeigen. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt, die bzw. der sich mit der Angst vor Gewittern befasst, wird deshalb oft auch fragen, wie sich dein Hund verhält, wenn er allein gelassen wird.

Es gibt keine einzelne Lösung, aber auch keinen Grund, einfach durchzuhalten. Ein wirksames Vorgehen kombiniert meist mehrere Bausteine: einen sicheren, höhlenartigen Rückzugsort, den dein Hund auf Kommando aufsuchen kann, das Abschwächen der Reize durch geschlossene Rollläden und Hintergrundgeräusche sowie, bei stärker ausgeprägter Angst, vom Tierarzt oder von der Tierärztin verordnete Medikamente, die so eingesetzt werden, dass sie schon vor dem Gewitter wirken statt erst währenddessen. Ein Mythos, der sich hartnäckig hält, aber nicht stimmt: Einen verängstigten Hund während eines Gewitters zu trösten, verstärkt die Angst nicht. Angst ist eine instinktive Reaktion, die sich nicht durch Streicheln oder Zuspruch antrainieren lässt. Einen ängstlichen Hund zu bestrafen, macht die Situation dagegen nur schlimmer.

Wenn dein Hund häufig, zunehmend stark oder mit dem Risiko, sich selbst zu verletzen oder zu entkommen, auf Gewitter reagiert, solltest du das lieber mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt besprechen, statt abzuwarten. Es gibt keine einzelne Tablette, die eine Geräusch- oder Gewitterangst heilt. Die Behandlung wirkt in der Regel am besten als Kombination aus Veränderungen im Umfeld, Verhaltenstraining und Medikamenten, individuell abgestimmt auf deinen Hund. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf die einzelnen Ansätze ein.

Ratgeber zu diesem Thema