
Haltung und Belüftung
Wie richtiger Luftaustausch, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und räumliche Anordnung in der Tierhaltung die Atemwegsgesundheit schützen und die Ausbreitung von Krankheiten verringern.
Auch bekannt als Tierhaltung und Luftqualität, Raumklima für Haustiere, Belüftung in der Tierhaltung
Ob Tierheimzwinger, Zuchtstätte, Katzenpension oder das Zimmer zuhause, in dem mehrere Tiere leben: Wenn Haustiere sich in geschlossenen Räumen aufhalten, spielt die Luft, die sie atmen, eine größere Rolle, als die meisten Halter vermuten.
Gute Belüftung sorgt nicht nur für frische Luft. Sie wirkt sich direkt auf die Atemwegsgesundheit, die Immunfunktion und die Wahrscheinlichkeit aus, dass sich Infektionskrankheiten zwischen Tieren verbreiten.
Belüftung in der Tierhaltung führt überschüssige Wärme und Feuchtigkeit ab, beseitigt Gerüche und verdünnt luftgetragene Keime sowie Schadgase. Zwei besonders problematische Gase sind Ammoniak, das aus Urin aufsteigt und sich in Bodennähe sammelt, wo die Tiere atmen, und Kohlendioxid, das sich in stickigen, schlecht belüfteten Räumen anreichert. Wenn diese Gase sich ansammeln, reizen sie die empfindliche Schleimhaut der Atemwege und machen die Tiere anfälliger für Infektionen wie den Katzenschnupfen-Komplex oder den Zwingerhusten-Komplex.
Die Association of Shelter Veterinarians unterscheidet sinnvoll zwischen der Makroumgebung, also dem Raum als Ganzem, und der Mikroumgebung, dem unmittelbaren Gehege oder Käfig. Beide sind wichtig, und Probleme in der einen lassen sich nicht immer durch Verbesserungen in der anderen beheben. Ein gut belüfteter Raum kann auf Käfighöhe dennoch stehende Luftbereiche haben, wenn die Luft nicht richtig durch die einzelnen Gehege zirkuliert.
Tierärztliche Empfehlungen gehen von zehn bis zwanzig vollständigen Raumluftwechseln pro Stunde als ausreichender Belüftung für die meisten Tierhaltungen aus. Kohlendioxidmessgeräte bieten eine praktische Möglichkeit zu prüfen, ob ein Raum ausreichend atmet: Ein CO₂-Wert von höchstens 800 ppm zeigt in der Regel einen ausreichenden Luftaustausch an. Auch die Luftfeuchtigkeit spielt eine Rolle: Eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen vierzig und sechzig Prozent unterstützt die Abwehrfunktion der Atemwege und verkürzt zugleich die Überlebensdauer luftgetragener Krankheitserreger.
Verschiedene Tierarten haben unterschiedliche Bedürfnisse, und Fehler können hier echten Schaden anrichten. Katzen bevorzugen wärmere Umgebungstemperaturen als Hunde oder Menschen. Die Richtlinien für Tierheime empfehlen für die Katzenhaltung etwa fünfzehn bis siebenundzwanzig Grad Celsius. Außerdem verbreiten Katzen Atemwegsviren anders, als viele annehmen. Studien zeigen, dass Katzen Krankheitserreger nicht leicht als Aerosol verbreiten; Atemwegsviren bei Katzen werden hauptsächlich durch schwere Tröpfchen übertragen, die nur über kurze Distanz fliegen und schnell zu Boden sinken. Ein Abstand von mindestens einem Meter zwanzig zwischen den Katzengehegen reicht in der Regel aus, um Tröpfchenübertragung zwischen Käfigen zu verhindern. Bei der Katzenhaltung kann die räumliche Anordnung daher genauso wichtig sein wie die Luftwechselrate.
Für Hunde nennt das deutsche Tierschutzrecht die Temperaturkontrolle als ausdrückliche gesetzliche Pflicht. Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt ausreichend Frischluft und unbedenkliche Temperaturen in allen Räumen vor, in denen ein Hund unbeaufsichtigt bleibt. Für die Zucht legt sie fest, dass die Ruhefläche in der Wurfkiste während der ersten beiden Lebenswochen der Welpen mindestens achtzehn Grad Celsius warm sein muss.
Einige häufige Fehler sollte man kennen. Eine starke Lüftung kann Überbelegung, mangelnde Hygiene oder seltenes Reinigen nicht ausgleichen. Reine Abluftsysteme, die Luft absaugen, ohne gefilterte Frischluft zuzuführen, können einen Unterdruck erzeugen und so verunreinigte Luft aus Schmutz- oder Isolierbereichen in saubere Zonen ziehen. Und trotz gegenteiliger Werbeversprechen sollten ozonerzeugende Luftreiniger niemals in der Nähe von Tieren eingesetzt werden: Ozon ist ein starkes Atemwegsreizmittel, das die Schleimhaut der Atemwege schädigt.
Für jede Haltung mit mehreren Tieren gilt: Gute Unterbringung und Belüftung bedeutet, alles zusammen zu betrachten: Luftaustausch, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Filterung und die räumliche Anordnung der Gehege. Das Ziel ist einfach: Luft, die die Atemwege der Tiere gesund hält, statt ihnen zu schaden.