
Hantavirus
Hantaviren werden von Nagetieren übertragen und stellen für Hunde und Katzen kaum ein Krankheitsrisiko dar. Jagende Haustiere können den Erreger aber ins Haus einschleppen und so Menschen gefährden.
Auch bekannt als Hantavirus bei Hund und Katze, Hantavirus-Infektion durch Haustiere, Mäusevirus bei Haustieren, Hantavirus-Übertragung durch Nagetiere
Hantaviren sind eine Familie von Viren, die vor allem von wildlebenden Nagetieren übertragen werden, in Nordamerika insbesondere von der Hirschmaus. Beim Menschen können sie schwere, teils tödliche Erkrankungen auslösen. Für Hunde und Katzen spielt das Virus klinisch praktisch keine Rolle. Laut der amerikanischen Tierärztevereinigung AVMA gibt es keine Hinweise darauf, dass Hantaviren bei Hunden oder Katzen Krankheiten verursachen. Da erkrankte Haustiere aber nicht routinemäßig auf das Virus getestet werden, lässt sich die Möglichkeit nicht völlig ausschließen. Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC hält fest, dass in den USA bislang keine Hantavirus-Infektionen bei Hunden oder Katzen bekannt sind.
Haustiere kommen eher als Bindeglied zwischen wilden Nagetieren und deinem Zuhause ins Spiel, nicht als eigentliche Erkrankte. Hantaviren werden über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere ausgeschieden. Menschen stecken sich meist an, indem sie feinste Viruspartikel einatmen, die frei werden, wenn getrocknete Ausscheidungen aufgewirbelt werden, seltener über einen Nagerbiss oder verunreinigte Lebensmittel. Eine Katze, die Mäuse jagt, oder ein Hund, der an einem Holzstapel schnüffelt, kann ein infiziertes Nagetier oder dessen Kot direkt mit nach Hause bringen. Genau das ist der eigentliche Risikoweg, auf den man achten sollte. Tierärztinnen und Tierärzte weisen darauf hin, dass Hunde und Katzen durch ihr Jagd- und Erkundungsverhalten sogar stärker exponiert sein können als Menschen. Die AVMA betont aber klar, dass das Risiko, dass ein Hund oder eine Katze das Virus anschließend auf einen Menschen übertragt, als äußerst gering gilt.
Nagetiere, die selbst als Haustiere gehalten werden, sind ein eigenes, deutlich kleineres Thema. Eine Hantavirus-Infektion gilt bei Ratten, Mäusen, Hamstern, Rennmäusen oder Meerschweinchen aus Heimtierhaltung nicht als häufig, und bestätigte Erkrankungsfälle bei Menschen, die auf diese Tiere zurückgehen, sind selten. Der Grund: Diese Tiere werden in Gefangenschaft gezüchtet und sind nicht Teil des natürlichen Übertragungskreislaufs, wie es bei wilden Hirschmäusen der Fall ist.
Für Tierhalterinnen und Tierhalter bedeutet das in der Praxis: Vorbeugung sollte sich auf Nagetiere im Umfeld richten, nicht auf die Gesundheit des eigenen Tieres. Sinnvolle Maßnahmen sind:
- Lücken und Öffnungen an Haus, Schuppen, Garage oder Wohnwagen abdichten, um wilde Nagetiere draußen zu halten
- Tierfutter und andere Lebensmittel in nagersicheren Behältern aufbewahren
- Haustiere von lebenden oder toten wilden Nagetieren fernhalten und ihnen das Trinken aus unbehandeltem Wasser im Freien möglichst abgewöhnen
- Handschuhe und einen Mundschutz tragen, wenn du ein von deinem Haustier erbeutetes Nagetier entsorgen musst, und Kot oder Nestmaterial vor dem Reinigen mit einem Desinfektionsmittel anfeuchten statt trocken aufzufegen, da genau das trockene Aufwirbeln infektiöse Partikel in die Luft freisetzt
Wenn dein Haustier ein totes oder lebendes Nagetier mit nach Hause bringt und später krank wirkt, oder wenn du oder jemand in deinem Haushalt nach einem möglichen Kontakt mit Nagetieren grippeähnliche Symptome entwickelt, solltest du zeitnah sowohl deine Tierärztin oder deinen Tierarzt als auch eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren. Eine frühzeitige Behandlung ist vor allem für die Erkrankung beim Menschen entscheidend. Dieser Beitrag ist allgemeine Hintergrundinformation und ersetzt keine medizinische Beratung für ein konkretes Tier. Die unten verlinkten Ratgeber helfen dir, dich tiefer mit Nagerschutz, der Vorbeugung von Zoonosen und verwandten Themen zu beschäftigen.