
Hitzewelle
Wie extreme Hitze Hunde und Katzen gefährdet, welche Tiere besonders anfällig sind und wie du einen Hitzschlag erkennst und verhinderst.
Auch bekannt als Hitzschlag bei Hund und Katze, Hitzenotfall beim Haustier, Hitzestress bei Tieren, Sommerhitze und Haustiere, Überhitzung beim Hund
Heißes Wetter ist für Haustiere nicht nur unangenehm, es kann überraschend schnell gefährlich werden. Hunde und Katzen kühlen sich nicht so ab wie wir Menschen. Sie können nicht großflächig über die Haut schwitzen, sondern verlassen sich vor allem auf Hecheln und ein wenig Schweiß über die Pfotenballen. Wenn die Luft selbst heiß und feucht ist, kommt dieses Kühlsystem an seine Grenzen, und die Körpertemperatur kann innerhalb von Minuten statt Stunden auf gefährliche Werte steigen.
Der Zustand, auf den du achten musst, heißt Hitzschlag, manchmal auch als hitzebedingte Erkrankung bezeichnet. Er entsteht, wenn der Körper die Wärme nicht schnell genug abgeben kann und die Organe darunter zu leiden beginnen. Laut der Veterinärmedizinischen Fakultät der Cornell University tritt ein Hitzschlag auf, wenn die Körpertemperatur zu stark ansteigt und nicht mehr wirksam gesenkt werden kann, was schwere Organschäden verursachen und zum Tod führen kann. Der britische Kennel Club weist darauf hin, wie ernst der Ausgang selbst bei Behandlung sein kann: Jeder siebte Hund, der wegen eines Hitzschlags tierärztlich behandelt wird, stirbt daran. Allein diese Zahl zeigt, dass Hitzewellen echte Vorsicht verlangen und keine Sache sind, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte.
Manche Tiere tragen ein deutlich höheres Risiko als andere. Kurzköpfige Rassen wie Bulldoggen, Möpse und Perserkatzen haben von Natur aus engere Atemwege, und Studien, die in tierärztlichen Fachzeitschriften ausgewertet wurden, bestätigen, dass brachyzephale (kurzköpfige) Hunde ein erhöhtes Risiko für hitzebedingte Erkrankungen haben und bei Hitzschlagfällen deutlich überrepräsentiert sind. Neben der Kopfform weist auch die Chefärztin des amerikanischen Zuchtverbands AKC darauf hin, dass Welpen, ältere Hunde, übergewichtige Hunde und Tiere mit Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko tragen. Auch kurznasige Rassen sowie Hunde mit Erkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion, Herzerkrankungen oder Kehlkopflähmung brauchen bei warmem Wetter besondere Vorsicht. Dickfellige Rassen und Tiere, die einfach nicht an heißes Klima gewöhnt sind, können ebenfalls überraschend schnell überhitzen.
Die Warnzeichen zu kennen ist wichtiger als jeder Wert auf dem Thermometer. Typische frühe Anzeichen sind:
- Schweres oder lautes Hecheln, das nicht nachlässt
- Starkes Sabbern, rote oder sehr blasse Schleimhäute
- Unruhe, Umherlaufen oder gezieltes Suchen nach Schatten und Wasser
- Wackeliger Gang, Verwirrtheit oder Erbrechen
- In schweren Fällen ein Kollaps
Das Royal Veterinary College rät, jedes dieser Anzeichen als Notfall zu behandeln: Wenn du den Verdacht hast, dass dein Tier überhitzt, solltest du sofort handeln, da ein Hitzschlag rasch lebensbedrohlich werden kann. Empfohlen wird, zuerst zu kühlen und erst danach zu transportieren, und gleichzeitig so schnell wie möglich tierärztlichen Rat einzuholen. Katzen verstecken ihr Unwohlsein meist gut, ihre Anzeichen sind daher oft subtiler als bei Hunden, was du bedenken solltest, wenn du während einer Hitzewelle mit einer Katze zusammenlebst.
Vorbeugung bedeutet vor allem, gesunden Menschenverstand konsequent anzuwenden: immer frisches Wasser bereitstellen, während der heißesten Stunden Schatten oder Klimaanlage anbieten, Bewegung auf den frühen Morgen oder Abend statt auf die Mittagszeit legen und dein Tier niemals in einem parkenden Auto zurücklassen. Ein eindrücklicher Hinweis von PetMD: Die Innentemperatur eines Autos kann pro Stunde um etwa 22 °C ansteigen, sodass aus angenehmen 21 °C draußen innen schnell über 43 °C werden können. Ein Hund sollte deshalb niemals allein im Auto bleiben, selbst wenn die Fenster einen Spalt offen sind oder die Klimaanlage läuft. Solltest du jemals einen Hitzschlag vermuten, warte nicht ab, ob es von selbst besser wird. Bring dein Tier an einen kühlen Ort, biete Wasser an, ohne es aufzuzwingen, und fahr direkt zur Tierärztin oder zum Tierarzt. Denn selbst ein Tier, das sich scheinbar wieder erholt, kann innere Schäden haben, die nur eine fachliche Untersuchung erkennen kann. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf Erste-Hilfe-Maßnahmen und Vorbeugung ein, abgestimmt auf Rasse und Lebensstil deines Tieres.
