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Tierwissen
Eine friedliche Nahaufnahme eines schlafenden Golden Retrievers auf einem gemütlichen Teppich.

Kirschauge

Kirschauge (Cherry Eye) ist das sichtbare Hervortreten einer verlagerten Tränendrüse im dritten Augenlid, das vor allem bei jungen Hunden bestimmter Rassen auftritt und meist operativ behandelt werden muss.

Auch bekannt als Kirschauge beim Hund, Vorfall der Nickhautdrüse, Nickhautdrüsenvorfall, Vorgefallene Tränendrüse im dritten Augenlid

Ein Kirschauge entsteht, wenn eine kleine, tränenproduzierende Drüse im dritten Augenlid deines Haustiers aus ihrer normalen Position rutscht und als runder, rötlicher Knoten im inneren Augenwinkel sichtbar wird. Sowohl Hunde als auch Katzen besitzen dieses dritte Augenlid, eine dünne Bindehautfalte im inneren Augenwinkel, die den meisten Besitzern kaum auffällt, bis dort etwas nicht mehr stimmt. Der Tränenfilm, der das Auge feucht hält, besteht aus Wasser, Fett und Schleim. Der wässrige Anteil stammt von zwei Tränendrüsen pro Auge: einer oberhalb des Auges und einer im dritten Augenlid. Diese Drüse im dritten Augenlid ist für etwa 40 bis 60 Prozent der gesamten Tränenproduktion verantwortlich und leistet damit weit mehr, als ihre geringe Größe vermuten lässt.

Der sichtbare Knoten entsteht, weil sich die Drüse aus ihrer normalen Verankerung löst, vermutlich aufgrund einer Bindegewebsschwäche, die sie normalerweise an Ort und Stelle hält. Das Kirschauge zeigt sich meist bei jungen Tieren, wobei manche Rassen deutlich häufiger betroffen sind als andere. Zu den Rassen mit dem am besten belegten, höchsten Risiko zählen die Neapolitanische Mastiff, der Englische und Französische Bulldogge, der Cane Corso, der Lhasa Apso und der Amerikanische Cocker Spaniel. Insgesamt sind brachyzephale Rassen (mit kurzer Nase und flachem Gesicht) überdurchschnittlich häufig betroffen. Bei Katzen kommt es insgesamt seltener vor, tritt aber vor allem bei kurzköpfigen Rassen wie Perserkatzen, Britisch Kurzhaar und Exotic Shorthair auf.

Ein Kirschauge ist normalerweise kein Notfall, sollte aber trotzdem nicht einfach abgewartet werden. Sobald die Drüse frei liegt, neigt sie zu Reizungen, Austrocknung und Schwellungen, und je länger sie verlagert bleibt, desto wahrscheinlicher ist ein bleibender Schaden. Eine rasche Behandlung hilft, dauerhafte Schäden am Auge oder an der Drüse selbst zu vermeiden. In sehr milden Fällen kann eine Tierärztin oder ein Tierarzt manchmal versuchen, die Drüse durch Massage zurück an ihren Platz zu bringen, allerdings gelingt das nicht zuverlässig und der Effekt ist oft nur vorübergehend. Die Standardbehandlung und zuverlässigste Methode ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die Drüse wieder an ihre ursprüngliche Position zurückgebracht wird, anstatt sie zu entfernen. Früher wurde die Drüse häufig komplett entfernt, davon rät man heute jedoch weitgehend ab, da der Verlust der Drüse die Tränenproduktion verringern kann. Eine gesunde Tränenproduktion ist für die langfristige Gesundheit der Augenoberfläche entscheidend und ihr Fehlen kann später zu chronisch trockenen Augen führen.

Wenn du eine rosa oder rote Schwellung im inneren Augenwinkel deines Haustiers bemerkst, verbunden mit Blinzeln, Tränenfluss oder Reiben im Gesicht, solltest du das lieber tierärztlich abklären lassen, statt abzuwarten, ob es sich von selbst löst. Die folgenden Ratgeber gehen genauer darauf ein, was dich von der Diagnose bis zur Genesung erwartet.

Ratgeber zu diesem Thema