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Tierwissen
Eine ruhige getigerte Katze, die mit geschlossenen Augen auf einer Steinoberfläche im Freien entspannt.

Schilddrüsenüberfunktion

Schilddrüsenüberfunktion ist eine häufige Hormonstörung, vor allem bei älteren Katzen. Zu viel Schilddrüsenhormon bringt den Stoffwechsel auf Hochtouren und kann Herz und Nieren schädigen.

Auch bekannt als Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen, Hyperthyreose bei der Katze, Feline Hyperthyreose, Überfunktion der Schilddrüse bei Katzen

Die Schilddrüsenüberfunktion, medizinisch Hyperthyreose genannt, gehört zu den häufigsten Hormonerkrankungen bei Katzen. Auch Hunde und andere Haustiere können gelegentlich betroffen sein. Dabei produziert die Schilddrüse, eine kleine Drüse am Hals, deutlich mehr Schilddrüsenhormon, als der Körper braucht. Da dieses Hormon wie ein Gaspedal für den Stoffwechsel wirkt, läuft bei einem Überschuss alles auf Hochtouren: Das Herz schlägt schneller, die Verdauung arbeitet auf Vollgas, und der Körper verbraucht Energie in einem Tempo, das er langfristig nicht durchhalten kann.

Bei den meisten Katzen steckt hinter der Erkrankung eine gutartige Veränderung der Schilddrüse, kein bösartiger Tumor. Die überwiegende Mehrheit der betroffenen Katzen hat ein gutartiges Adenom (eine gutartige Gewebeneubildung) an einem oder beiden Schilddrüsenlappen, weniger als 3 Prozent der Fälle gehen auf einen bösartigen, krebsartigen Tumor zurück. Betroffen sind vor allem ältere Katzen: Obwohl die Erkrankung auch schon bei vierjährigen Katzen diagnostiziert wurde, sind 95 Prozent der Katzen zum Zeitpunkt der Diagnose älter als 8 Jahre, 90 Prozent sogar älter als 10 Jahre. Da sich die Erkrankung schleichend entwickelt, werden erste Anzeichen oft fälschlich als normale Alterserscheinungen abgetan.

Weil die Krankheit den gesamten Körper beschleunigt, zeigen sich die Anzeichen meist an mehreren Stellen gleichzeitig:

  • Gewichtsverlust trotz gleichbleibendem oder gesteigertem Appetit, oft das früheste und auffälligste Symptom
  • Vermehrter Durst und häufigeres Urinieren
  • Unruhe, Überaktivität oder ein ungewohnt aufgedrehtes Verhalten
  • Erbrechen, Durchfall oder ein stumpfes, ungepflegt wirkendes Fell
  • Ein rasender Herzschlag, manchmal mit einem hörbaren Herzgeräusch

Bleibt die Erkrankung unbehandelt, belastet die dauerhafte Überlastung das Herz und kann zu einer Herzerkrankung führen. Außerdem kann sie den Blutdruck erhöhen und Nierenprobleme verschleiern oder verstärken, die bei älteren Katzen ohnehin häufig vorkommen. Viele Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion haben bereits eine Nierenerkrankung, doch eine unbehandelte Hyperthyreose kann durch die schädlichen Auswirkungen des hohen Blutdrucks auf die Nieren auch selbst eine Nierenerkrankung auslösen. Die gute Nachricht: Sowohl die durch die Hyperthyreose verursachte Herzmuskelerkrankung (Kardiomyopathie) als auch der Bluthochdruck lassen sich bei richtiger Behandlung der Grunderkrankung oft wieder rückgängig machen.

Zum Glück ist die Diagnose meist unkompliziert. Der erste Schritt ist eine Blutuntersuchung, bei der eines der Schilddrüsenhormone, das Gesamt-Thyroxin (T4), gemessen wird. Der Wert liegt in der Regel so deutlich erhöht, dass kaum Zweifel an der Diagnose bestehen. Je nach Gesundheitszustand der Katze und den Möglichkeiten der Halterin oder des Halters stehen der Tierärztin oder dem Tierarzt mehrere wirksame Behandlungswege zur Verfügung: eine tägliche Medikamentengabe zur Hemmung der Schilddrüse, eine spezielle iodarme Diät, eine Operation zur Entfernung des betroffenen Schilddrüsengewebes oder eine Radioiodtherapie, die die Erkrankung in den meisten Fällen dauerhaft heilen kann. Die Radioiodtherapie kann die Hyperthyreose in den meisten Fällen tatsächlich heilen, während Medikamente die Erkrankung nicht heilen, sondern nur kurz- oder langfristig unter Kontrolle halten.

Da sich die Symptome schleichend entwickeln und sich mit anderen typischen Alterserscheinungen bei Katzen überschneiden, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtiger als das Warten auf ein einzelnes, eindeutiges Warnzeichen. Wird deine Katze älter und frisst mehr, verliert aber trotzdem Gewicht, trinkt mehr oder verhält sich einfach anders als gewohnt, lohnt es sich, die Schilddrüse von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt abtasten und einen einfachen Bluttest machen zu lassen. Diese Informationen dienen nur der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine Diagnose. Die folgenden Ratgeber begleiten dich durch die einzelnen Schritte von Untersuchung und Behandlung.

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