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Tierwissen
Älterer schokoladenbrauner Labrador Retriever blickt nach vorne im Freien. Launischer und sanfter Ausdruck.

Seniorenpflege

Wissenswertes über die körperlichen und gesundheitlichen Veränderungen im Alter bei Hunden und Katzen, und wann ein Besuch bei der Tierärztin oder dem Tierarzt sinnvoll ist.

Auch bekannt als Altersvorsorge für Hund und Katze, Seniorenhund, Alte Katze pflegen, Gesundheit im Alter bei Haustieren, Vorsorgeuntersuchung für Senioren-Haustiere, Altersgerechte Tierpflege

Es gibt keinen festen Geburtstag, an dem ein Tier plötzlich zum Senior wird. Katzen gelten in der Regel ab etwa 10 Jahren als Seniorinnen, bei Hunden hängt es stark von der Größe ab: Kleine Rassen erreichen ihre Seniorenjahre erst mit 10 bis 12 Jahren, mittelgroße Hunde mit etwa 8 bis 10 Jahren, und bei riesigen Rassen wie der Deutschen Dogge kann das schon mit sechs oder sieben Jahren der Fall sein. Die amerikanische Tierärzteorganisation AAHA definiert "Senior" als etwa das letzte Viertel der zu erwartenden Lebensspanne eines Tieres, weshalb eine pauschale Altersgrenze wenig Sinn ergibt.

Was sich mit dem Alter wirklich verändert, geht weit über graue Schnauzen und langsameres Gehen hinaus. Im Inneren arbeiten Organe wie Nieren, Leber und Herz nach und nach weniger effizient, und auch das Immunsystem lässt mit den Jahren nach. Krebserkrankungen sind bei älteren Hunden für fast die Hälfte aller Todesfälle verantwortlich, bei älteren Katzen für etwa ein Drittel. Auch Erkrankungen wie Arthrose, Nierenerkrankungen, Diabetes, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) beim Hund und Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) bei der Katze treten deutlich häufiger auf. Das bedeutet nicht, dass das Altern selbst eine Krankheit ist. Es bedeutet vielmehr, dass ein älterer Körper weniger Reserven hat, wenn doch einmal etwas nicht rund läuft, sodass Probleme, die ein jüngeres Tier locker wegstecken würde, einen Senior härter und schneller treffen können.

Deshalb empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte in der Regel, die jährliche Vorsorgeuntersuchung ab den Seniorenjahren auf zweimal jährlich umzustellen. Eine Vorsorgeuntersuchung für Senioren geht meist über den üblichen Check hinaus und beinhaltet häufig eine Blutuntersuchung, eine Urinuntersuchung und manchmal auch eine Blutdruckmessung, damit frühe Organveränderungen erkannt werden, bevor sichtbare Symptome auftreten. Nierenerkrankungen sind dafür ein gutes Beispiel: Ein erheblicher Teil der Nierenfunktion kann bereits verloren sein, bevor ein Tier überhaupt Anzeichen zeigt. Eine Blutuntersuchung kann das frühzeitig aufdecken, solange eine Behandlung noch wirklich etwas bewirken kann.

Zwischen den Tierarztterminen ist es hilfreich zu wissen, was man beim nächsten Termin ansprechen kann und was einen Anruf noch am selben Tag rechtfertigt. Achte auf Folgendes:

  • Unerklärlicher Gewichtsverlust oder Gewichtszunahme, oder eine plötzliche Veränderung von Appetit oder Durstverhalten
  • Neue Knoten, Schwellungen oder Veränderungen an Haut und Fell
  • Steifheit, Zurückhaltung beim Springen oder Treppensteigen, oder allgemeine Verlangsamung
  • Verwirrtheit, gestörter Schlaf, vermehrtes Lautgeben oder Unsauberkeit, was auf Arthrose, nachlassende Sinneswahrnehmung oder kognitive Veränderungen ähnlich einer Demenz beim Menschen hindeuten kann
  • Mundgeruch, Zahnfleischbluten oder andere Anzeichen von Zahnerkrankungen
  • Erschwerte Atmung, anhaltendes Erbrechen oder Durchfall, oder ein aufgetriebener Bauch

Katzen sind besonders gut darin, Unwohlsein zu verstecken. Deshalb sollten subtile Veränderungen, etwa wenn sie sich weniger putzen oder ihren Lieblingsplatz am Fenster meiden, ernst genommen und nicht einfach als "normales Altern" abgetan werden.

Bei all dem geht es nicht darum, dein Tier selbst zu diagnostizieren. Es geht darum zu wissen, was normales Altern ist und was einen genaueren Blick verdient, damit eine Tierärztin oder ein Tierarzt, die oder der die Krankengeschichte deines Tieres kennt, Probleme frühzeitig erkennen, Ernährung und Schmerzmanagement anpassen und die Seniorenjahre deines Tieres möglichst angenehm gestalten kann, statt nur auf akute Probleme zu reagieren. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf einzelne Erkrankungen ein und zeigen, wie du dein Tier in dieser Lebensphase gut unterstützen kannst.

Ratgeber zu diesem Thema