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Tierwissen
Ein fürsorglicher Tierarzt verbindet das Bein eines verletzten Hundes in einer Klinik.

Verkehrsunfall-Trauma

Die Verletzungen, die Hunde oder Katzen nach einem Unfall mit einem Auto oder anderen Fahrzeug erleiden können, von Knochenbrüchen über Lungenquetschungen bis zu inneren Blutungen, und warum jeder Fall ein Notfall ist.

Auch bekannt als Autounfall Hund, Autounfall Katze, Verkehrsunfall Tier, Angefahren Hund, Angefahren Katze, Polytrauma Haustier

Von einem Auto, Motorrad oder Fahrrad erfasst zu werden, gehört zu den häufigsten schweren Notfällen bei Hunden und Katzen. Tierärztinnen und Tierärzte sprechen dabei oft kurz von einem "Verkehrsunfalltrauma" und behandeln es als Polytrauma. Das bedeutet: Wahrscheinlich sind mehrere Körpersysteme gleichzeitig betroffen, nicht nur das Bein, das offensichtlich falsch aussieht. Die Wucht des Aufpralls wirkt auf den ganzen Körper, sodass ein Tier gebrochene Knochen im Becken oder an den Gliedmaßen haben kann, gequetschte Lungen, Luft oder Blut, das sich um die Lunge ansammelt, Blutungen in den Bauchraum durch eine gerissene Milz oder Leber, einen Riss in der Blase, Verletzungen an Wirbelsäule oder Gehirn sowie Hautwunden dort, wo der Körper über die Straße geschliffen ist. Das Merck Veterinary Manual nennt Wirbelsäule, Becken, Harntrakt und Darm als Bereiche, die bei jedem von einem Fahrzeug erfassten Tier untersucht werden müssen.

Was Besitzerinnen und Besitzer oft überrascht: Wie unauffällig manche Tiere danach wirken. Ein Hund steht vielleicht auf, wedelt mit dem Schwanz und läuft zum Auto; eine Katze rennt nach Hause und versteckt sich. Beides schließt eine lebensbedrohliche Verletzung nicht aus. Quetschungen in der Lunge können sich im Laufe des ersten Tages verschlimmern, Blutungen im Bauchraum sich langsam aufbauen, und ein Riss im Zwerchfell oder in der Blase kann Stunden brauchen, bis er sich bemerkbar macht. Deshalb ist der tierärztliche Rat eindeutig: Jedes Tier, das in einen Verkehrsunfall verwickelt war, sollte noch am selben Tag untersucht werden, auch ohne sichtbare Wunden, und viele müssen in den ersten 24 bis 48 Stunden beobachtet werden.

Was zu tun ist und was dich erwartet

Am Unfallort geht deine eigene Sicherheit vor: Achte auf den Verkehr, bevor du auf die Straße trittst. Ein verängstigtes, schmerzendes Tier kann beißen, selbst wenn es das noch nie getan hat. Halte dein Gesicht daher vom Maul fern und hol dir Hilfe, wenn jemand in der Nähe ist. Bewege dein Tier so wenig wie möglich, am besten indem du es vorsichtig auf etwas Flaches und Festes wie ein Brett oder eine steife Decke schiebst. Deck es zu, damit es warm bleibt, und ruf schon auf dem Weg in der Praxis an, damit das Team vorbereitet ist. Gib kein Futter, kein Wasser und keine Schmerzmittel für Menschen: Ibuprofen und Paracetamol sind für Hunde und Katzen giftig.

In der Praxis oder Klinik steht zuerst die Ersteinschätzung, die sogenannte Triage, im Vordergrund: Atmung, Kreislauf, Schmerzen und Bewusstsein werden geprüft und das jeweils akut gefährlichste Problem sofort behandelt. Das bedeutet häufig Sauerstoff, einen Venenzugang mit Infusion, starke Schmerzmittel und Wundversorgung, noch bevor irgendetwas anderes gemacht wird. Sobald dein Tier stabiler ist, zeigen Röntgenaufnahmen, eine Ultraschalluntersuchung von Brust- und Bauchraum direkt am Behandlungstisch, Blutuntersuchungen und manchmal eine Computertomografie das vollständige Bild. Die weitere Behandlung richtet sich danach, was gefunden wird. Manche Tiere brauchen nur Schmerzmittel, Ruhe und Beobachtung, andere eine Operation wegen Knochenbrüchen, innerer Blutungen oder Schäden im Brust- oder Bauchraum. Die Versorgung von Brüchen wird meist erst geplant, wenn das Tier stabil ist. Deshalb liegt der Fokus in den ersten Stunden auf der Stabilisierung und nicht darauf, den offensichtlichen Bruch sofort zu richten.

Das sind allgemeine Informationen, die eine tierärztliche Untersuchung nicht ersetzen. Wurde dein Tier von einem Fahrzeug erfasst, wende dich sofort an eine Tierärztin, einen Tierarzt oder eine Tierklinik.