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Tierwissen
Eine getigerte Katze beißt spielerisch in die Hand einer Person auf einem gefliesten Boden

Verletzung durch Katzenangriff

Verletzungen durch Katzenkämpfe entstehen meist durch tiefe Bisswunden, die sich schnell verschließen und sich unbehandelt zu schmerzhaften, vereiterten Abszessen entwickeln können.

Auch bekannt als Katzenbiss, Bissabszess, Bissverletzung bei Katzen, Kratz- und Bisswunde, Katzenbissabszess

Wenn eine Tierärztin oder ein Tierarzt von einer Verletzung durch einen Katzenkampf spricht, ist meist eines gemeint: eine Bisswunde. Katzen haben lange, dünne Eckzähne, die kleine, aber tiefe Löcher in die Haut stanzen, und genau diese winzigen Löcher sind trügerisch gefährlich. Sie verschließen sich oft schon innerhalb von Stunden und schließen dabei Bakterien aus dem Maul des Angreifers tief unter der Haut ein, wo sie sich ungestört vermehren können. Was zunächst wie eine kaum sichtbare Marke aussieht, kann sich Tage später zu einer geschwollenen, schmerzhaften Ansammlung von Eiter (Abszess) entwickeln, oft lange nachdem der Kampf selbst schon vergessen ist.

Am häufigsten ist das Bakterium Pasteurella multocida verantwortlich, das natürlicherweise im Maul von Katzen vorkommt. Ist die Haut über der Wunde locker, etwa am Rumpf oder an der Hüfte, bildet sich meist eine eitergefüllte Tasche, also ein Abszess. Ist die Haut hingegen straff, wie am Schwanz oder Unterschenkel, breitet sich die Infektion stattdessen eher flächig im Gewebe aus, was man als Zellulitis (Gewebeentzündung) bezeichnet. In beiden Fällen sind Fieber, Antriebslosigkeit und eine heiße, druckempfindliche Schwellung typische Anzeichen dafür, dass sich eine Infektion festgesetzt hat. Tierärztliche Quellen wie VCA weisen darauf hin, dass Bisswunden besonders häufig bei unkastrierten Katern vorkommen, die ihr Revier verteidigen.

Da man den eigentlichen Biss unter dem Fell oft nicht sehen kann, sollte eine Katze nach einem Kampf tierärztlich untersucht werden, selbst wenn äußerlich nichts auffällt. Die Tierärztin oder der Tierarzt tastet typische Bissstellen ab (Kopf, Hals, Schwanzansatz und Beine) und muss einen bereits entstandenen Abszess öffnen und ausspülen, manchmal unter Sedierung. Anschließend bekommt deine Katze Antibiotika und Schmerzmittel für zu Hause. Wird die Wunde innerhalb des ersten Tages entdeckt, kann eine Antibiotika-Behandlung die Bildung eines Abszesses oft ganz verhindern.

Achte nach einem vermuteten Kampf auf folgende Anzeichen:

  • Plötzliche Schwellung, Wärme oder Verhärtung an irgendeiner Körperstelle
  • Lahmheit, Abwehr beim Berühren oder ungewöhnlich starkes Verstecken
  • Fieber, Antriebslosigkeit oder verminderter Appetit
  • Eine Wunde, die schlecht riecht oder aus der Eiter oder Blut austritt
  • Übermäßiges Lecken oder Putzen an einer bestimmten Stelle

Bisse sind nicht nur wegen der Bakterien riskant. Sie zählen auch zu den Hauptübertragungswegen für schwere Viruserkrankungen wie das Katzen-Immunschwäche-Virus (FIV, auch Katzenaids genannt). Deshalb empfehlen Tierärztinnen und Tierärzte nach einem bekannten Kampf oft, die Katze einige Monate später testen zu lassen, falls sie nicht ohnehin regelmäßig zur Vorsorge kommt. Katzen kastrieren zu lassen und den unbeaufsichtigten Freigang einzuschränken, besonders nachts, wenn die meisten Kämpfe stattfinden, sind die wirksamsten Maßnahmen, um solche Verletzungen von vornherein zu vermeiden. Wenn deine Katze in eine Rauferei verwickelt war, warte nicht auf eine sichtbare Schwellung. Ein Tierarztbesuch noch am selben Tag ist der sicherste Weg, einem schmerzhaften Abszess von Anfang an vorzubeugen.