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Tierwissen
Leguan sitzt unter einem Licht, umgeben von Sand und Ästen in einem Terrarium.

Vitamin D3 und UV-Licht

Warum Hunde und Katzen Vitamin D3 über das Futter bekommen, während viele Reptilien, Kaninchen und Vögel UVB-Licht brauchen, und wie du beides sicher handhabst.

Auch bekannt als Cholecalciferol, UVB-Licht, UVB-Strahlung, UVB-Beleuchtung

Vitamin D3 und UVB hängen zusammen, aber je nach Tierart funktioniert dieser Zusammenhang unterschiedlich. Vitamin D3, auch Cholecalciferol genannt, ist ein fettlöslicher Nährstoff, der Kalzium und Phosphor im Körper im Gleichgewicht hält. Dieses Gleichgewicht unterstützt gesunde Knochen, die Muskelfunktion und eine normale Zellaktivität. Was viele Halterinnen und Halter überrascht: Hunde und Katzen können durch bloßes Sonnenbaden keine nennenswerten Mengen davon bilden. Ihre Haut enthält nur sehr wenig von der Vorstufe, die UVB-Licht normalerweise umwandeln würde. Deshalb müssen sie Vitamin D3 über das Futter aufnehmen. Das haben Forschende direkt gezeigt: Welpen, die ohne Vitamin D ernährt wurden, entwickelten trotz täglicher UVB-Bestrahlung Rachitis.

Für Hunde und Katzen ist Vitamin D damit in erster Linie eine Frage des Futters. Kommerzielle Alleinfuttermittel sind so zusammengesetzt, dass sie Vitamin D3 in einem sicheren Bereich liefern. Unausgewogene, selbst zubereitete Rationen oder BARF-Fütterung bergen dagegen ein echtes Risiko, dass es zu wenig wird. Auch das Gegenteil ist gefährlich. Da Vitamin D in Leber und Körperfett gespeichert und nicht über den Urin ausgeschieden wird, kann sich zu viel davon anreichern und eine Vergiftung verursachen. Rattengifte mit Cholecalciferol sind eine häufige Vergiftungsquelle. Schon eine kleine Menge, bei einem 9 kg schweren Hund etwa ein halber Esslöffel mancher Köderpellets, kann den Kalziumspiegel im Blut gefährlich ansteigen lassen. Mögliche Anzeichen sind Erbrechen, Appetitlosigkeit, übermäßiger Durst, vermehrter Harnabsatz, Speicheln, Gewichtsverlust und Nierenversagen. Wenn du vermutest, dass dein Hund Rattengift gefressen hat, hol sofort tierärztliche Hilfe.

Bei Reptilien, in der Wohnung gehaltenen Kaninchen und manchen tropischen Vögeln ist es umgekehrt. Viele Heimreptilien, vor allem tagaktive oder dämmerungsaktive Arten, sind auf UVB im Bereich von 290 bis 320 Nanometern angewiesen, um in ihrer Haut Vitamin D3 zu bilden. Ohne dieses Licht können sie Kalzium nicht richtig verwerten und eine metabolische Knochenerkrankung entwickeln. Das UVB muss das Tier aber tatsächlich erreichen. Fensterglas filtert fast alles heraus, und Abdeckungen aus Glas, Kunststoff oder dichtem Gitter tun das ebenfalls. UVB-Lampen verlieren mit der Zeit außerdem ihre wirksame Strahlung und sollten etwa alle sechs Monate ersetzt werden, auch wenn sie noch leuchten.

Die praktische Regel ist einfach: Bei Hunden und Katzen ist Vitamin D3 eine Frage der Ernährung, bei vielen Reptilien, Vögeln und Kaninchen eine Frage des Lichts. Da der sichere Bereich in beide Richtungen schmal ist, ist eine Tierärztin oder ein Tierarzt die beste Anlaufstelle, um das Futter deines Tieres oder die Einrichtung von Terrarium und Gehege zu überprüfen.