
Zeckensaison
Die Zeit von Frühling bis Herbst, in der Zecken am aktivsten sind und Haustiere am häufigsten beißen, wobei sie Krankheiten wie Borreliose und Babesiose übertragen können.
Auch bekannt als Zeckenzeit, Zeckenaktivität, Zeckenmonate, Zeckenperiode
Zecken werden aktiv, sobald das Wetter milder wird. Deshalb gibt es in weiten Teilen Europas nicht nur eine, sondern zwei echte Risikophasen: eine starke Welle im Frühjahr von März bis Juni und eine meist etwas schwächere zweite Welle vom Spätsommer bis in den Herbst. Daten aus Mitteleuropa und Großbritannien zeigen, dass Zecken um April und Mai am aktivsten sind und ein zweites Mal um September und Oktober, wobei der genaue Zeitpunkt je nach lokalem Klima und Wetter schwanken kann.
Das eigentliche Problem ist nicht der Zeckenstich selbst, sondern das, was die Zecke dabei übertragen kann. Beim Blutsaugen kann sie Bakterien oder Parasiten weitergeben, die Krankheiten wie Borreliose (Lyme-Borreliose) oder Babesiose auslösen. Diese Infektionen können nicht nur Haustiere, sondern in manchen Fällen auch die Menschen betreffen, die mit ihnen zusammenleben. Die gute Nachricht: Die Übertragung passiert meist nicht sofort. Viele Krankheitserreger brauchen einen Tag oder länger, bis sie von der festgesaugten Zecke in den Blutkreislauf deines Tieres gelangen. Genau deshalb lohnt sich eine tägliche Kontrolle nach jedem Aufenthalt im Freien, mit besonderem Augenmerk auf Halsband-Bereich, Augenlider, Ohren, Schwanz und die Zehenzwischenräume. Hast du eine festsitzende Zecke entdeckt, solltest du sie keinesfalls zusammendrücken oder quetschen, denn dabei kann infektiöses Material in den Blutkreislauf deines Tieres gepresst werden. Sicherer ist eine spezielle Zeckenzange oder Zeckenkarte, oder du lässt sie von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt entfernen.
Auch Katzen können Zecken bekommen, wenn auch seltener als Hunde, und der Befall folgt bei beiden Tierarten demselben ausgeprägten saisonalen Muster. Manche Halter glauben, eine reine Wohnungskatze sei sicher, doch jedes Tier mit Zugang nach draußen, selbst nur kurzzeitig, ist gefährdet.
Nach einem Zeckenstich solltest du auf einige Anzeichen achten. Keines davon ist für sich allein ein Grund zur Panik, aber alle rechtfertigen einen Anruf bei der Tierärztin oder dem Tierarzt, falls sie in den folgenden Wochen auftreten:
- Unerklärliche Müdigkeit oder verminderter Appetit
- Fieber
- Geschwollene Gelenke oder Lahmheit, die von einem Bein zum anderen wechselt
- Blasses Zahnfleisch oder ungewöhnlich dunkler Urin (kann auf den Abbau roter Blutkörperchen hinweisen)
- Geschwollene Lymphknoten
Vorbeugung ist der Punkt, der wirklich etwas bewirkt, und sie funktioniert am besten als feste Routine statt als gelegentliche Nebensache. Das bedeutet: ein von der Tierärztin oder dem Tierarzt empfohlenes Zeckenschutzmittel konsequent während der Risikomonate anwenden (in wärmeren Regionen ganzjährig), das Fell deines Tieres nach Spaziergängen mit der Hand abtasten und in hohem Gras, am Waldrand oder auf Wegen mit dichtem Gebüsch etwas vorsichtiger sein, denn dort lauern Zecken, um sich festzusetzen. Da der Klimawandel die Zeckensaison zunehmend in früher ruhigere Monate ausdehnt, lohnt es sich, bei deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt nachzufragen, ob sich das Risikofenster in deiner Region verschoben hat, bevor du davon ausgehst, dass die Zeckensaison für dieses Jahr schon vorbei ist. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf die richtige Entfernungstechnik, einzelne Krankheiten und die passende Vorbeugung für dein Haustier ein.