
Arthrose
Osteoarthrose ist eine chronisch fortschreitende Gelenkerkrankung bei Hunden und Katzen, bei der sich der Gelenkknorpel abbaut. Das führt mit der Zeit zu Schmerzen, Steifheit und eingeschränkter Beweglichkeit.
Auch bekannt als Arthrose bei Hund und Katze, Gelenkverschleiß beim Hund, Chronische Gelenkentzündung bei Haustieren, Degenerative Gelenkerkrankung bei Hund und Katze, Gelenkarthrose
Osteoarthrose ist eine chronische, fortschreitende Gelenkerkrankung. Sie entsteht, wenn sich der Knorpel, der ein Gelenk normalerweise wie ein Polster schützt, nach und nach abbaut. Das führt zu Entzündungen, knöchernen Veränderungen und Schmerzen, die sich über Monate oder Jahre entwickeln. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen für langfristige Beschwerden bei Hunden und Katzen. Für Halterinnen und Halter ist sie tückisch, weil sich die Veränderungen schleichend zeigen und nicht von einem Tag auf den anderen.
Bei Hunden zeigen Auswertungen, die im Fachjournal der American Veterinary Medical Association zusammengefasst wurden, dass etwa 20 % der Hunde über einem Jahr von Osteoarthrose betroffen sind, bei Hunden über fünf Jahren steigt der Anteil auf rund 90 %. Häufig folgt die Erkrankung auf Entwicklungsstörungen der Gelenke wie Hüft- oder Ellbogendysplasie, auf Bänderverletzungen oder einfach auf jahrelange normale Abnutzung der Gelenke. Da Hunde meist aktiv sind und den Alltag eng mit ihren Menschen teilen, fallen Veränderungen oft schnell auf: langsamere Spaziergänge, Zögern vor dem Sprung ins Auto oder Steifheit nach dem Ausruhen.
Katzen sind mindestens genauso häufig betroffen, vermutlich sogar öfter, doch die Krankheit sieht bei ihnen ganz anders aus. Röntgenstudien an Katzen über sechs Jahren fanden bei einem großen Teil der Tiere Gelenkveränderungen. Eine oft zitierte Studie stellte fest, dass Osteoarthrose am häufigsten in Schultern, Ellbogen, Hüften und Sprunggelenken auftrat: 61 % der Katzen hatten Osteoarthrose in mindestens einem Gelenk, 48 % in mehreren Gelenken gleichzeitig. Katzen humpeln nur selten so deutlich wie Hunde. Stattdessen sind die Anzeichen subtil und äußern sich im Verhalten, etwa durch Gewichtsverlust, verminderten Appetit, ein verändertes Wesen, nachlässiges Putzen, Unsauberkeit außerhalb der Katzentoilette oder Schwierigkeiten beim Springen auf und von Möbeln. Diese Symptome überschneiden sich mit anderen häufigen Erkrankungen bei Katzen wie Nierenerkrankungen oder einer Schilddrüsenüberfunktion. Das ist mit ein Grund, warum Arthrose bei Katzen so oft übersehen oder fälschlich als normale Alterserscheinung abgetan wird.
Bestimmte Faktoren erhöhen das Risiko, dass ein Tier eine Osteoarthrose entwickelt:
- Übergewicht, das jedes Gelenk zusätzlich belastet
- Frühere Verletzungen oder Operationen an den Gelenken
- Strukturelle Probleme wie Hüft- oder Ellbogendysplasie, eine Erkrankung des Kreuzbands oder eine Kniescheibe, die aus ihrer Position rutscht (Patellaluxation)
- Bestimmte größere oder schwerere Hunderassen sowie schlicht das zunehmende Alter bei beiden Tierarten
Osteoarthrose ist nicht heilbar, lässt sich aber meist gut behandeln, sobald sie erkannt ist. Eine tierärztliche Untersuchung, manchmal ergänzt durch Röntgenaufnahmen, hilft dabei herauszufinden, was genau vorliegt. Dabei lohnt es sich zu wissen, dass der auf dem Röntgenbild sichtbare Schweregrad nicht immer mit den tatsächlichen Schmerzen des einzelnen Tieres übereinstimmt. Die Erkrankung schreitet meist langsam fort. Je früher sie erkannt wird, sei es bei einer routinemäßigen Vorsorgeuntersuchung im Seniorenalter oder weil dir Veränderungen im Bewegungsablauf oder Verhalten deines Tieres aufgefallen sind, desto mehr Möglichkeiten gibt es, dein Tier länger schmerzfrei und aktiv zu halten. Wenn du Steifheit, Zurückhaltung beim Springen oder Treppensteigen oder unerklärliche Veränderungen in Stimmung, Appetit oder Fellpflege bemerkst, sprich lieber mit deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt darüber, statt es allein auf das Alter zu schieben.


