
Augenausfluss
Ein Leitfaden dazu, was bei Augenausfluss bei Hund und Katze normal ist und was nicht, welche Ursachen dahinterstecken können und wann ein Tierarztbesuch nötig ist.
Auch bekannt als Augenausfluss bei Hund und Katze, Verklebte Augen beim Tier, Tränende Augen bei Hund und Katze, Eitriger Augenausfluss beim Tier, Augenkot bei Hund und Katze
Ein wenig Verkrustung in den Augenwinkeln deines Hundes oder deiner Katze nach dem Aufwachen ist meist kein Grund zur Sorge. Tränenflüssigkeit benetzt die Augenoberfläche ständig, hält sie feucht und versorgt sie mit Sauerstoff und Nährstoffen. Ein kleiner Rest davon trocknet über Nacht ganz natürlich in den Augenwinkeln ein. Mit einem feuchten Tuch abgewischt, sollten darunter klare, strahlende Augen zum Vorschein kommen.
Entscheidend ist, wenn sich dieser normale Zustand verändert. Wässrige Augen, die klar bleiben und dein Tier nicht zu stören scheinen, kannst du meist ein paar Tage lang beobachten, besonders wenn ein klarer Auslöser wie Wind, Staub oder Pollen erkennbar ist. Anders sieht es aus, wenn der Ausfluss dickflüssig, gelb, grün oder blutig wird: Bei einer bakteriellen Infektion entsteht Eiter, während der Körper den Erreger bekämpft, und solche Veränderungen sollten Tierärztinnen und Tierärzte zufolge zeitnah abgeklärt werden, da unbehandelte Augeninfektionen die Hornhaut schnell schädigen können. Das Gleiche gilt, wenn zusätzlich zum Ausfluss Kneifen, Rötung, Schwellung, Trübung auftreten oder dein Tier sich am Gesicht kratzt oder reibt, denn das deutet eher auf Schmerzen oder Reizung hin als auf eine vorübergehende Kleinigkeit.
Einige häufige Ursachen stecken hinter den meisten Fällen:
- Bindehautentzündung (Konjunktivitis), eine Entzündung der rosafarbenen Augenbindehaut, ausgelöst durch Bakterien, Viren, Allergien oder einfache Reizstoffe wie Katzenstreu-Staub oder Rauch
- Verstopfte Tränenkanäle, durch die Tränenflüssigkeit überläuft und sich oft eher als bräunliche Verfärbung denn als eigentlicher Ausfluss zeigt
- Trockenes Auge (Keratoconjunctivitis sicca), bei dem das Auge nicht genug Tränenflüssigkeit produziert, was zu zähem, hartnäckigem Ausfluss führt, obwohl das Auge trotz des klebrigen Aussehens eigentlich zu trocken ist
- Infektionen der oberen Atemwege bei Katzen, insbesondere das feline Herpesvirus, die neben Augenausfluss auch Niesen, Nasenausfluss und Mattigkeit mit sich bringen können. Sie sollten früh erkannt werden, da sie für andere Katzen ansteckend sind und sich gelegentlich zu etwas Ernsterem entwickeln können
- Anatomische Besonderheiten bei bestimmten Rassen, etwa die Gesichtsfalten und flachen Augenhöhlen kurzköpfiger (brachycephaler) Hunde und Katzen oder nach innen bzw. außen gerollte Augenlider, die manche Tiere anfälliger für anhaltendes Tränen oder Reizungen machen
Da Augenausfluss ein Symptom ist und keine Diagnose für sich allein, helfen Farbe, Konsistenz und begleitende Anzeichen zwar dabei, die Ursache einzugrenzen, ersetzen aber keine tierärztliche Untersuchung. Eine Tierärztin oder ein Tierarzt kann die Augenoberfläche begutachten, die Tränenproduktion prüfen und ausschließen, dass die Sehkraft gefährdet ist, was wichtig ist, da manche Ursachen unbehandelt schnell fortschreiten. Die folgenden Ratgeber gehen genauer auf einzelne Erkrankungen und deren Diagnose und Behandlung ein.
