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Tierwissen
Ein professioneller Tierarzt mit Maske untersucht einen Hund drinnen bei einer Untersuchung.

Augenverletzung

Verletzungen am Auge von Hund oder Katze durch Kratzer, Fremdkörper oder stumpfe Stöße können sich rasch verschlimmern und ohne schnelle tierärztliche Hilfe die Sehkraft gefährden.

Auch bekannt als Augenverletzung bei Hund und Katze, Hornhautverletzung beim Tier, Hornhautgeschwür bei Hund und Katze, Verletztes Auge beim Haustier, Augennotfall beim Tier

Das Auge eines Tieres kann innerhalb weniger Stunden von einer leichten Reizung zu einer ernsthaften Verletzung übergehen, und genau das macht Augenverletzungen so leicht zu unterschätzen. Sie entstehen oft ganz alltäglich: durch einen Kratzer der Hauskatze beim Spielen, einen Ast auf dem Spaziergang, eine Grasgranne oder ein Staubkorn, das sich unter dem Lid festsetzt, oder einen Stoß durch einen Ball oder die Pfote eines anderen Tieres. Da die Hornhaut, also die durchsichtige Oberfläche des Auges, bei Hunden und Katzen nur etwa einen halben Millimeter dick ist, können selbst kleine Kratzer schnell zu tieferen Wunden werden, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt werden.

Das deutlichste Warnsignal ist eine Veränderung im Aussehen des Auges oder im Verhalten deines Tieres. Achte auf Zukneifen oder ständiges Geschlossenhalten des Auges, Rötungen oder ein blutunterlaufenes Weiß, ungewöhnlich starken Tränenfluss oder grünlich-gelblichen statt klaren Ausfluss. Auch ein trüber oder bläulicher Schleier über der sonst klaren Augenoberfläche, häufiges Pfoten ans Gesicht führen oder eine einseitige Empfindlichkeit am Kopf können auf eine tieferliegende Verletzung hindeuten. Blutungen aus dem Auge oder ein Auge, das hervorquillt oder eingesunken wirkt, sind Anzeichen für eine schwerwiegendere Verletzung und erfordern noch am selben Tag eine Notfallbehandlung.

Eine der häufigsten Folgen eines Kratzers ist ein Hornhautgeschwür, also im Grunde eine offene Wunde auf dieser dünnen äußeren Augenschicht. Ein oberflächliches Geschwür heilt bei richtiger Behandlung meist rasch ab. Wird es jedoch infiziert oder bleibt unbehandelt, kann es sich in tiefere Gewebeschichten ausbreiten und im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Hornhaut so stark aufweicht und ausdünnt, dass sie reißt. Kurznasige Rassen (brachyzephale Rassen) wie Möpse, Shih Tzus und Pekinesen haben besonders hervortretende Augen und sind dadurch anfälliger für solche Verletzungen. Tierärztinnen und Tierärzte stellen ein Geschwür meist mit einem harmlosen orangefarbenen Farbstoff namens Fluorescein fest, der unter speziellem Licht überall dort grün aufleuchtet, wo die Oberfläche verletzt ist.

Was Augenverletzungen von vielen anderen kleineren Wunden unterscheidet, ist, wie schnell aus einem kleinen Problem etwas Ernstes werden kann und wie viel dabei auf dem Spiel steht. Ein Kratzer, der heute harmlos aussieht, kann innerhalb weniger Tage die Sehkraft deines Tieres bedrohen, wenn sich die falschen Bakterien ausbreiten oder die Wunde nicht sauber verheilt. Verwende zu Hause niemals Augentropfen oder Salben für Menschen, denn manche Inhaltsstoffe, die für uns unbedenklich sind, können bestimmte Augenerkrankungen bei Tieren sogar verschlimmern. Bemerkst du eines der genannten Anzeichen, ist ein Tierarztbesuch noch am selben Tag immer die sicherere Wahl, statt abzuwarten. Die unten aufgeführten Ratgeber und Kliniken helfen dir dabei herauszufinden, welche Art von Behandlung dein Tier braucht und wie dringend sie ist.

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