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Tierwissen
Kätzchen wird auf einem Tisch tierärztlich versorgt. Handschuhe und Spritzen sind sichtbar.

Beurteilung des Ernährungszustands

Die Body-Condition-Score-Untersuchung ist eine Tastuntersuchung, mit der Tierärztinnen und Tierärzte feststellen, ob ein Hund oder eine Katze unter-, über- oder normalgewichtig ist, indem sie Rippen, Taille und Bauchlinie ertasten.

Auch bekannt als Body Condition Score (BCS), BCS bei Hund und Katze, Ernährungszustand beim Tier, Körperkonditionsscore, Idealgewicht-Check beim Tierarzt, Übergewicht bei Hund und Katze erkennen

Der Body Condition Score, kurz BCS, ist eine Tastuntersuchung, mit der Tierärztinnen und Tierärzte einschätzen, ob ein Hund oder eine Katze zu viel Fett, zu wenig oder genau die richtige Menge auf den Rippen hat, und zwar ohne sich allein auf die Waage zu verlassen. Am weitesten verbreitet ist eine neunstufige Skala, entwickelt und empfohlen von der World Small Animal Veterinary Association (WSAVA, dem internationalen Dachverband der Kleintiermediziner): Ein Wert von 1 steht für starkes Untergewicht, 9 für starkes Übergewicht, und der gesunde Mittelbereich liegt bei 4 bis 5. Manche Praxen nutzen stattdessen eine einfachere fünfstufige Skala. Es lohnt sich also immer nachzufragen, welche Skala gerade gemeint ist, bevor man einen Wert mit der Einschätzung einer anderen Tierärztin oder eines anderen Tierarztes vergleicht.

Der Score entsteht durch Ansehen und Ertasten, nicht durch bloßes Wiegen. Dabei fährt die Tierärztin oder ein geschulter Halter mit den Händen über die Rippen, um zu prüfen, wie leicht sie unter der Haut zu spüren sind, blickt von oben auf das Tier, um zu sehen, ob hinter den Rippen eine sichtbare Taille erkennbar ist, und schaut von der Seite, ob sich der Bauch leicht nach oben zieht. Das Gewicht in Kilogramm allein sagt nur wenig aus, denn es unterscheidet nicht zwischen einer kräftig gebauten, muskulösen Rasse und einer schlanken, oder zwischen einem großen Hund mit überschüssigem Fett und einem von Natur aus großen Hund. Erst der Vergleich des Gewichts über die Zeit gemeinsam mit dem Body Condition Score zeigt zuverlässig, ob ein Tier tatsächlich Fett zu- oder abnimmt.

Das ist wichtiger, als viele Tierhalterinnen und Tierhalter annehmen. Aktuelle Erhebungen der Association for Pet Obesity Prevention aus den USA zeigen, dass rund 59 % der Hunde und 61 % der Katzen als übergewichtig oder fettleibig eingestuft wurden. Eines der größten Hindernisse dabei: Viele Besitzerinnen und Besitzer erkennen das Übergewicht beim eigenen Tier gar nicht. Überschüssiges Gewicht erhöht das Risiko für Gelenkprobleme, Diabetes sowie Herz- und Atembeschwerden und kann die Lebenserwartung verkürzen. Zu dünn zu sein bringt wiederum eigene Risiken mit sich, etwa Muskelabbau, Nährstoffmangel oder eine zugrunde liegende Erkrankung, die abgeklärt werden sollte. Da Fellstärke, Körperbau der Rasse und sogar der bei Katzen normale Bauchbeutel das wahre Bild verschleiern können, ist eine Tastuntersuchung durch die Tierärztin oder den Tierarzt deutlich zuverlässiger als eine Einschätzung nach dem bloßen Augenschein.

Wer den Body Condition Score seines Tieres kennt, hat eine einfache und einheitliche Möglichkeit, Veränderungen zwischen den Tierarztbesuchen zu verfolgen und ein gezielteres Gespräch über Futter, Bewegung oder Gewichtsveränderungen zu führen. Der Wert allein ist keine Diagnose, aber oft der erste Hinweis, der zu einer führt, und er lässt sich bei jedem Termin gemeinsam mit der Tierärztin oder dem Tierarzt neu überprüfen.

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