
Gewichtsmanagement
Gewichtsmanagement umfasst die Beurteilung und Erhaltung eines gesunden Körpergewichts bei Haustieren, um übergewichtsbedingten Erkrankungen bei Hunden und Katzen vorzubeugen.
Auch bekannt als Übergewicht bei Hund und Katze, Idealgewicht beim Haustier, Body Condition Score bei Tieren, Gewichtsreduktion beim Haustier, Fütterungsmanagement bei Übergewicht
Übergewicht schleicht sich so langsam ein, dass die meisten Halterinnen und Halter es erst bemerken, wenn die Tierärztin oder der Tierarzt darauf hinweist. Umfragen der Association for Pet Obesity Prevention zeigen immer wieder: Mehr als die Hälfte der Hunde und Katzen in den USA hat zu viel Körperfett, aber nur etwa ein Drittel bis zwei Fünftel der Besitzer schätzen ihr eigenes Tier tatsächlich als übergewichtig ein. Diese Lücke ist kein Randproblem, denn zu viel Gewicht ist keine reine Optikfrage, es verändert, wie der Körper im Alltag funktioniert.
Um das einzuschätzen, greifen Tierärztinnen und Tierärzte nicht einfach zur Waage, sondern nutzen die sogenannte Körperkonditionsbeurteilung (Body Condition Score), meist auf einer Skala von 1 bis 9. Dabei wird abgetastet, ob die Rippen zu fühlen sind, ob von oben eine Taille erkennbar ist, und ob sich Fettpolster am Schwanzansatz oder am Hals gebildet haben. Ein Wert von 4 oder 5 gilt bei den meisten Hunden und Katzen als ideal, während <a>7 bis 9 auf Fettleibigkeit hinweist, bei der Rippen kaum zu fühlen sind und keine Taille mehr sichtbar ist</a>. Diese Methode ist aussagekräftiger als das reine Körpergewicht, weil zwei gleich schwere Tiere ganz unterschiedliche Anteile an Muskeln und Fett haben können, und weil sie Unterschiede in Rasse und Körperbau berücksichtigt.
Die gesundheitlichen Folgen sind real und gut belegt. Bei Hunden erhöht Übergewicht das Risiko für Gelenkerkrankungen und Arthrose, Diabetes, Herz- und Atemprobleme sowie bestimmte Krebsarten, und es kann die Lebenserwartung verkürzen. Katzen tragen viele dieser Risiken ebenfalls, dazu kommen zwei Besonderheiten der Art: Wenn übergewichtige Katzen auch nur kurzzeitig nicht fressen, kann sich eine hepatische Lipidose entwickeln, eine ernste und potenziell lebensbedrohliche Lebererkrankung. Und Diabetes bei Katzen steht in engem Zusammenhang mit Übergewicht, oft bessert er sich mit einer Gewichtsabnahme deutlich oder verschwindet sogar ganz.
Ein paar Faktoren bringen die Waage besonders leicht aus dem Gleichgewicht:
- Kastration, die den Energiebedarf senkt, ohne dass die Futtermenge automatisch angepasst wird
- Weniger Bewegung, vor allem bei älteren oder reinen Wohnungstieren
- Freie Futterverfügbarkeit oder großzügiges Zufüttern von Leckerlis ohne Anpassung der Hauptmahlzeit
- Rassebedingte Veranlagung, da manche Rassen deutlich schneller zunehmen als andere
Wenn du nicht sicher bist, wo dein Tier steht, ist genau das eine gute Frage für den nächsten Routinecheck, statt zu warten, bis ein Problem sichtbar wird. Eine sichere Gewichtsabnahme bei Haustieren verläuft schrittweise und wird tierärztlich begleitet, besonders bei Katzen, da ein zu schneller Kalorienentzug die oben erwähnte Leberkomplikation auslösen kann. Die Tierärztin oder der Tierarzt kann den Körperzustand genau einschätzen, zugrunde liegende medizinische Ursachen für die Gewichtszunahme ausschließen und dir helfen, einen realistischen Plan für Futter, Leckerlis und Bewegung zu erstellen. Die folgenden Ratgeber zeigen dir genau, wie das in der Praxis funktioniert.



