
Haarausfall
Haarausfall (Alopezie) ist lückiges oder dünner werdendes Fell bei Haustieren. Er ist keine eigene Krankheit, sondern ein Warnsignal, das tierärztlich abgeklärt werden sollte.
Auch bekannt als Alopezie, Kahle Stellen, Fellausfall, Fellverlust, Dünnes Fell
Haarausfall, auch Alopezie genannt, bedeutet, dass deinem Tier an einer Stelle Fell fehlt, wo eigentlich welches wachsen sollte. Das kann sich als einzelne kahle Stelle zeigen, als mehrere Flecken, als Fellausdünnung am ganzen Körper oder als spiegelbildlicher Haarausfall auf beiden Körperseiten. Für sich genommen ist das noch keine Diagnose, sondern ein Symptom. Die Ursache herauszufinden ist Aufgabe einer Tierärztin oder eines Tierarztes, denn die möglichen Auslöser reichen von harmlos bis behandlungsbedürftig.
Ein hilfreicher Denkansatz ist die Frage, ob das Fell ausgerissen oder abgekratzt wird, oder ob der Körper es einfach nicht mehr richtig nachbildet. Das Merck-Veterinärhandbuch unterteilt die Ursachen in solche, die den Haarfollikel direkt schädigen, etwa bakterielle, pilzbedingte oder parasitäre Hauterkrankungen, und solche, die das Haarwachstum bremsen oder stören, etwa zu wenig Eiweiß im Futter oder hormonelle Probleme wie eine Schilddrüsenunterfunktion. Juckreiz und Schmerzen zählen zu den häufigsten Auslösern für Haarausfall, weil ein Tier, das ständig an einer Stelle leckt, beißt oder kratzt, das Fell dort irgendwann wund reibt oder abknabbert, was man als Selbsttrauma bezeichnet. Allergien (gegen Flöhe, Futter oder Umweltstoffe), Hautinfektionen und Parasiten sind häufige Übeltäter hinter dieser juckenden Form. Katzen sind besonders gut darin, dieses Verhalten zu verbergen, sodass Halterinnen und Halter kahle Stellen entdecken können, ohne je übermäßiges Putzen bemerkt zu haben.
Nicht jeder Haarausfall juckt. Hormonelle Erkrankungen führen eher zu einer symmetrischen, nicht juckenden Ausdünnung, die oft am Rumpf und an der Hinterhand beginnt und mit anderen Veränderungen einhergehen kann, etwa stumpfem Fell, Gewichtszunahme oder vermehrtem Durst und Appetit. Manche Tiere kommen einfach mit lückigem oder dünnem Fell zur Welt, weil sich ihre Haarfollikel entsprechend entwickelt haben. Dieses Muster ist oft rasseabhängig und zeigt sich schon früh im Leben. Und normaler Fellwechsel ist nicht dasselbe wie Alopezie: Katzen und Hunde verlieren altes Fell, während neues nachwächst, das ist ganz normal. Bedenklich wird es erst, wenn dadurch sichtbare kahle Stellen oder ein merklich dünneres Fell entstehen und nicht nur zusätzliche Haare auf dem Sofa liegen.
Eine Tierärztin oder ein Tierarzt geht dabei systematisch vor: eine ausführliche Anamnese, eine gründliche Untersuchung von Fell und Haut, und oft einfache Tests wie Hautgeschabsel, Haaruntersuchungen oder Pilz- und Bakterienkulturen, um zu sehen, was tatsächlich auf Ebene des Haarfollikels vor sich geht. Bei Kaninchen lässt sich Haarausfall meist gut behandeln und ist nur selten dauerhaft, sobald die zugrunde liegende Ursache gefunden und behoben ist, etwa Stress, Parasiten, ein verschmutztes oder nasses Hinterteil, oder das Fellrupfen durch ein anderes Kaninchen. Ganz gleich, um welche Tierart es sich handelt: Haarausfall sollte man abklären lassen, statt abzuwarten, besonders wenn zusätzlich Rötungen, Krusten, Geruch, Schuppen oder Anzeichen von Unwohlsein auffallen. Die Ratgeber und Kliniken weiter unten gehen genauer auf einzelne Ursachen sowie deren Diagnose und Behandlung ein.


