
Hitzschlag
Hitzschlag ist ein lebensbedrohlicher Anstieg der Körpertemperatur, der auftritt, wenn Hund oder Katze sich nicht mehr selbst abkühlen können, etwa in heißen Autos, bei Anstrengung oder feuchter Hitze.
Auch bekannt als Hitzeschlag bei Hund und Katze, Hitzschlag beim Hund, Überhitzung bei Haustieren, Wärmestau bei Hund und Katze, Hitzekollaps beim Hund
Ein Hitzschlag entsteht, wenn die Körpertemperatur eines Hundes oder einer Katze auf ein gefährliches Niveau steigt und das Tier sie nicht mehr selbst senken kann. Anders als wir Menschen kühlen sich Hunde und Katzen nicht durch Schwitzen ab. Sie verlassen sich vor allem auf Hecheln und ein wenig Schweißabsonderung über die Ballen ihrer Pfoten. Wenn die Luft zu heiß, zu feucht oder zu still ist, funktioniert dieser Mechanismus nicht mehr richtig, und die Körpertemperatur kann innerhalb von Minuten statt Stunden gefährlich ansteigen.
Hunde sind häufiger betroffen als Katzen, doch kein Tier ist wirklich davor geschützt. Brachyzephale Rassen, also Tiere mit kurzer Schnauze und flachem Gesicht, können weniger effektiv hecheln und sich schlechter abkühlen, weil ihre Atemwege den Wärmeaustausch erschweren, besonders bei Anstrengung oder hohen Temperaturen. Bulldoggen, Möpse, Boxer, Boston Terrier und Perserkatzen tragen deshalb ein erhöhtes Risiko. Übergewicht verschärft die Gefahr zusätzlich, da überschüssiges Körperfett Wärme speichert und die Abkühlung erschwert, während es gleichzeitig die Atmung und das Hecheln belastet. Auch Welpen, Kätzchen, ältere Tiere sowie Tiere mit Herz- oder Atemwegserkrankungen sind besonders gefährdet. Eine große britische tierärztliche Datenbankstudie ergab, dass neben brachyzephalen Rassen auch ein im Vergleich zur Rasse überdurchschnittliches Körpergewicht und ein Alter über zwei Jahre bedeutsame Risikofaktoren sind, wobei Hunde über 50 kg noch stärker gefährdet waren.
Das klassische Bild, das den meisten sofort einfällt, ist der Hund im heißen Auto, und das aus gutem Grund. Ein Test an einem teilweise bewölkten Tag bei 34 °C ergab, dass die Innentemperatur eines Autos schon nach 15 Minuten auf 49 °C ansteigen kann. Selbst an einem milderen Tag mit 22 °C erreichte ein in der Sonne geparktes Auto mit leicht geöffneten Fenstern innerhalb einer Stunde 47 °C Innentemperatur. Doch Autos sind längst nicht die einzige Gefahr. Anstrengung an einem warmen oder feuchten Tag, ein Aufenthalt draußen ohne Schatten und Wasser oder auch nur ein schlecht durchlüfteter, stickiger Raum können einen Hitzschlag auslösen, manchmal schon bei Temperaturen, die uns selbst gar nicht extrem erscheinen.
Auf folgende Warnzeichen solltest du achten:
- Schweres oder hektisches Hecheln, erschwerte Atmung
- Starkes Speicheln und eine sehr rote oder bläulich-violette Zunge oder Maulschleimhaut
- Erbrechen oder Durchfall
- Schwäche, Wackeligkeit oder Kollaps
- Orientierungslosigkeit oder Verwirrtheit
Bemerkst du eines dieser Anzeichen, hat das Kühlen Vorrang vor dem Transport. Bring dein Tier zunächst in den Schatten oder in einen klimatisierten Raum und kühle es mit kühlem, nicht eiskaltem Wasser an Körper, Ohren und Pfoten, idealerweise unterstützt durch Luftzug, etwa von einem Ventilator. Eiswasser kann sich sogar nachteilig auswirken, da es die Durchblutung der Haut verringert, die Abkühlung erschwert und sogar Zittern auslösen kann, das zusätzliche Wärme erzeugt. Ein früher Kühlbeginn macht einen echten Unterschied: Wird bereits vor der Ankunft in der Tierklinik mit dem Kühlen begonnen, steigen die Überlebenschancen nachweislich von etwa 50 % auf 80 %. Trotzdem solltest du danach immer eine Tierärztin oder einen Tierarzt aufsuchen, denn ein Tier, das wieder munter wirkt, kann innerlich trotzdem noch ernste, nicht sofort erkennbare Schäden haben.
Vorbeugen ist meist reine Vernunftsache, sobald du die Risiken kennst: immer Schatten und frisches Wasser bereitstellen, Bewegung auf die kühleren Tageszeiten legen und bei brachyzephalen, übergewichtigen, sehr jungen oder älteren Tieren besonders vorsichtig sein. In den unten aufgeführten Ratgebern findest du weitere Erste-Hilfe-Schritte und Tipps zur Planung für heißes Wetter mit deinem Haustier.

