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Tierwissen
Ein Hund liegt friedlich in einem ruhigen, gut beleuchteten Flur und vermittelt Ruhe.

Mattigkeit

Lethargie ist ein deutlicher Rückgang von Energie und Reaktionsfähigkeit bei Hund oder Katze, der von einer harmlosen Ursache bis zu einem echten Notfall reichen kann.

Auch bekannt als Antriebslosigkeit bei Hund und Katze, Abgeschlagenheit beim Tier, Müdigkeit und Schlappheit beim Haustier, Teilnahmslosigkeit beim Hund, Mattigkeit bei der Katze

Lethargie klingt nach einem schwammigen Begriff, meint aber tatsächlich etwas ganz Bestimmtes: einen auffälligen Rückgang der Energie, Aktivität und Reaktionsfähigkeit deines Tieres, der über gewöhnliche Müdigkeit hinausgeht. Ein Hund, der sich nach einer langen Wanderung aufs Sofa fallen lässt, ruht sich einfach nur aus. Ein Hund, der sich nicht für seinen liebsten Spaziergang aufraffen kann, oder eine Katze, die kein Interesse mehr an Futter oder Spielzeug zeigt und stundenlang zusammengerollt liegen bleibt, zeigt etwas anderes. Entscheidend ist der Vergleich zum gewohnten Verhalten: Jedes Tier hat sein eigenes normales Energieniveau, deshalb kann dasselbe Verhalten bei dem einen Tier auf Lethargie hindeuten, während es bei einem anderen völlig normal ist.

Da Lethargie ein Symptom und keine Diagnose ist, gibt es viele mögliche Ursachen. Sie kann von etwas so Alltäglichem wie Hitze, einer kürzlichen Impfung oder einer leichten Infektion herrühren, aber auch von Schmerzen, Blutarmut (Anämie), Herzerkrankungen, Nieren- oder Leberproblemen, Diabetes, hormonellen Störungen oder einer Vergiftung. Bei Hunden kann plötzliche Lethargie zusammen mit einem geblähten Bauch sogar auf eine Magendrehung hinweisen, einen lebensbedrohlichen Notfall, der vor allem bei Hunden mit tiefer Brust auftritt. Genau diese Bandbreite an möglichen Ursachen ist der Grund, warum eine Tierärztin oder ein Tierarzt allein anhand von Müdigkeit keine Aussage treffen kann und meist eine körperliche Untersuchung sowie möglicherweise Blutuntersuchungen, Urintests oder bildgebende Verfahren nötig sind, um die Ursache einzugrenzen.

Was aus "Beobachten reicht erst mal" ein "Bitte bald vorstellen" macht, sind die Begleiterscheinungen der Lethargie. Einige Anzeichen, bei denen du dringend tierärztliche Hilfe suchen solltest:

  • Erbrechen, Durchfall oder Fieber zusätzlich zur Müdigkeit
  • Erschwerte Atmung, Husten oder blasses, weißes, bläuliches oder gelbliches Zahnfleisch
  • Zusammenbruch, Unfähigkeit aufzustehen, Krampfanfälle oder auffällige Schwäche
  • Plötzlicher Gewichtsverlust oder deutliche Schmerzen
  • Anzeichen einer möglichen Vergiftung, etwa Speicheln, Zittern oder ungewöhnliches Verhalten

Zeigt dein Tier nichts davon, ist aber nach 24 Stunden immer noch nicht wie sonst, oder kehrt die Antriebslosigkeit immer wieder, solltest du trotzdem einen normalen Termin vereinbaren, statt abzuwarten. Das gilt besonders für Welpen, Kätzchen, ältere Tiere oder Tiere mit bestehenden Erkrankungen, da sich ihr Zustand oft schneller verschlechtert. Während du auf tierärztlichen Rat wartest, ist es sinnvoll, deinem Tier einen ruhigen Rückzugsort und jederzeit Zugang zu Wasser zu geben. Verzichte dabei unbedingt auf Medikamente aus der Hausapotheke für Menschen, da viele gängige Schmerzmittel und Hausmittel für Tiere gefährlich oder giftig sind.

Unterm Strich ist Lethargie die Art deines Tieres, dir zu signalisieren, dass etwas nicht stimmt, auch wenn du nicht genau sagen kannst, was. Wenn du diesem Gefühl vertraust und frühzeitig tierärztlichen Rat einholst, lässt sich die Behandlung meist einfacher gestalten und die Aussichten verbessern sich, ganz gleich, was am Ende die Ursache ist.

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