
Pfotenpflege
Wie du Pfotenballen, Zwischenzehenhaut und Krallen deines Haustiers durch regelmäßige Pflege und das frühzeitige Erkennen von Erkrankungen wie Pododermatitis und Hyperkeratose gesund hältst.
Auch bekannt als Pfotenpflege beim Hund, Pfotenpflege bei der Katze, Ballenpflege
Die Pfoten eines Haustiers tun weit mehr, als nur schmutzige Abdrücke auf dem Boden zu hinterlassen. Die Zehen-, Mittelhand- und Mittelfußballen wirken bei jedem Schritt als Stoßdämpfer, geben Halt beim Laufen und Wenden und enthalten Schweißdrüsen, die zur Temperaturregulierung und Duftmarkierung beitragen. Zwischen den Ballen sind die Zwischenzehenhaut und die Krallenfalten ebenso wichtig – und all diese Strukturen gesund zu erhalten, darum geht es bei der Pfotenpflege.
Pfotenprobleme zeigen sich oft durch anhaltendes Lecken, das Halter leicht mit normaler Fellpflege verwechseln. Der American Kennel Club weist darauf hin, dass unablässiges Pfotenlecken meist auf allergischen Juckreiz, Schmerzen zwischen den Zehen oder eine beginnende bakterielle oder Hefepilzinfektion hindeutet. Weitere Warnsignale sind Rötung, Schwellung, Haarausfall rund um die Pfoten, rotbraune Speichelverfärbungen im Fell, Ausfluss und Lahmheit. Wenn eine Tierärztin oder ein Tierarzt diese Symptome untersucht, geht es um Pododermatitis – eine entzündliche Erkrankung, die die strukturellen Bestandteile der Pfote betrifft. Eine retrospektive Studie mit 300 Hundefällen ergab, dass allergische Hauterkrankungen bei 131 Hunden der Hauptauslöser waren, gefolgt von parasitären Milben wie Demodex canis und Sarkoptesräude.
Die World Association for Veterinary Dermatology betont, dass Pododermatitis ein klinisches Bild ist, keine Diagnose an sich. Sie allein mit Antibiotika zu behandeln, ohne die zugrunde liegende Ursache zu ermitteln, führt häufig zu Therapieversagen und Vernarbung der Haut. Deshalb wird eine Tierärztin oder ein Tierarzt oft diagnostische Schritte wie Hautgeschabsel oder Haarauszupfen empfehlen, anstatt sofort zu Medikamenten zu greifen.
Jahreszeitliche Extreme bringen eigene Risiken mit sich. An einem Tag mit 30 °C kann Asphalt 57 °C erreichen – heiß genug, um Pfotenballen in weniger als einer Minute zu verbrennen, wie die AAHA berichtet. Im Winter führen Streusalz und chemische Auftaumittel zu schmerzhaften Rissen in den Ballen, und wenn ein Haustier sie ableckt, können Magen-Darm-Beschwerden folgen. Mitteleuropäische tierärztliche Leitlinien empfehlen, die Pfoten nach Winterspaziergängen mit lauwarmem Wasser zu waschen, um Salz und Splitt zu entfernen, langes Haar zwischen den Ballen zu kürzen, um die Bildung von Eisklumpen zu verhindern, und vor dem Rausgehen einen schützenden Pfotenbalsam aufzutragen. Im Sommer rät die Bundestierärztekammer, Spaziergänge auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden zu legen und den Boden mit dem Handrücken zu prüfen, bevor das Tier darauf tritt.
Einige Erkrankungen verdienen besondere Aufmerksamkeit. Die Hyperkeratose der Pfotenballen, bei der die Ballen durch überschüssiges Keratin dick, starr und rissanfällig werden, spricht nicht auf herkömmliche Feuchtigkeitscremes für Menschen oder Vaseline an. Diese oberflächlichen Produkte können die Keratinüberwucherung nicht abbauen und bei Ablecken zu Verdauungsbeschwerden führen. Katzen haben ihre eigene besondere Pfotenerkrankung: die plasmazelluläre Pododermatitis, manchmal auch als Pillow Foot oder Kissenpfote bezeichnet, bei der Immunzellen in die Ballen einwandern und sie weich und schwammig machen. Texas A&M stellt fest, dass zwischen 44 und 63 Prozent der betroffenen Katzen auch positiv auf das Feline Immundefizienz-Virus getestet werden. Bei gesunden Katzen regelt sich die Krallenpflege größtenteils von selbst durch das Wetzen – jenes Kratzverhalten, bei dem alte Krallenhülsen abgestoßen werden. Ältere oder an Arthrose leidende Katzen benötigen jedoch möglicherweise manuelles Kürzen, um zu verhindern, dass Krallen in die Ballen einwachsen.
