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Tierwissen
Tierarzt überprüft die Gesundheit eines Deutschen Schäferhundes während eines Klinikbesuchs in geschlossenen Räumen.

Zahnerkrankung

Zahnerkrankungen sind ein häufiges, fortschreitendes Problem: Plaque und Zahnstein reizen das Zahnfleisch und schädigen unbehandelt die Strukturen, die den Zahn halten.

Auch bekannt als Parodontose, Zahnfleischentzündung, Parodontitis, Zahnstein

Zahnerkrankungen sind ein Sammelbegriff für Probleme an Zähnen und Zahnfleisch deines Tieres, und sie beginnen auf eine Weise, die man leicht übersieht: Ein klebriger Belag namens Plaque setzt sich auf der Zahnoberfläche ab. Wird er nicht entfernt, verhärtet er sich zu Zahnstein und schiebt sich unter den Zahnfleischrand. Sobald Bakterien unter das Zahnfleisch gelangen, reagiert das Immunsystem deines Tieres darauf, was zu Rötung und Schwellung führt, der sogenannten Gingivitis (Zahnfleischentzündung). Bleibt das unbehandelt, kann daraus eine Parodontitis werden, die den Knochen und das Halteband des Zahns angreift. Das Problem ist erstaunlich verbreitet: Über 80 % der Hunde und Katzen zeigen bis zum dritten Lebensjahr Anzeichen davon, bei Katzen liegt die Zahl Berichten zufolge sogar bei 50 bis 90 % im Alter von vier Jahren.

Tückisch ist, dass Hunde und Katzen Beschwerden gut verbergen können, sodass die Erkrankung oft lange unbemerkt fortschreitet. Mundgeruch ist häufig über längere Zeit das erste und einzige Anzeichen. Verschlimmert sich die Situation, können rotes oder blutendes Zahnfleisch, Speicheln, verfärbte Zähne, fallengelassenes Futter, vorsichtiges Kauen auf einer Seite oder Schwellungen im Gesichtsbereich hinzukommen. In fortgeschrittenen Fällen kommt es zu lockeren oder ausfallenden Zähnen, Abszessen an der Zahnwurzel und sogar zu einer Verbindung zwischen Maul- und Nasenhöhle. Das Merck Veterinary Manual weist darauf hin, dass es sich dabei nicht nur um ein Problem im Maul handelt: Die beteiligten Bakterien und Entzündungsprozesse stehen im Verdacht, auch andere Körperbereiche zu beeinträchtigen, etwa in Form eines erhöhten Risikos für Nierenerkrankungen.

Bei Katzen gibt es zusätzlich eine Besonderheit, die man kennen sollte: die Zahnresorption. Dabei baut sich die Zahnsubstanz selbst allmählich ab, oft beginnend nahe am Zahnfleischrand. Sie ist von der gewöhnlichen Parodontitis zu unterscheiden, noch nicht vollständig erforscht und kann im fortgeschrittenen Stadium sehr schmerzhaft sein. Anzeichen dafür können Speicheln, Kieferzittern oder Widerwillen gegen das Fressen sein.

Da sich ein großer Teil der Schäden unterhalb des Zahnfleischrandes abspielt, wo man sie nicht sehen kann, reicht ein kurzer Blick ins Maul für eine verlässliche Beurteilung nicht aus. Tierärztinnen und Tierärzte setzen deshalb üblicherweise auf Sondierung und Röntgenaufnahmen der Zähne unter Narkose, um festzustellen, wie viel Knochen und Halteapparat tatsächlich bereits verloren gegangen ist. Danach entscheidet sich auch, ob ein Zahn gereinigt und erhalten werden kann oder gezogen werden muss.

Die gute Nachricht: Zahnerkrankungen lassen sich weitgehend vorbeugen und sind im Frühstadium sogar umkehrbar. Tägliches Zähneputzen mit einer speziellen Zahnpasta für Tiere ist die wirksamste Maßnahme, die du zu Hause ergreifen kannst. Auch bestimmte Dentalsnacks und Futtersorten können unterstützend wirken, ersetzen aber keine professionelle Zahnreinigung, wenn bereits eine Erkrankung vorliegt. Bei folgenden Anzeichen solltest du lieber zeitnah einen Tierarztbesuch einplanen, statt abzuwarten:

  • Anhaltender Mundgeruch
  • Rotes, geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch
  • Gelbe oder braune Beläge an den Zähnen
  • Vermehrtes Speicheln oder Blut am Spielzeug
  • Widerwillen beim Kauen, fallengelassenes Futter oder einseitiges Kauen

Wie oft dein Tier eine professionelle Kontrolle und Zahnreinigung braucht, hängt vom einzelnen Tier, der Rasse und der Größe ab. Frag deshalb deine Tierärztin oder deinen Tierarzt nach dem passenden Rhythmus, statt davon auszugehen, dass eine jährliche Reinigung für jedes Tier ausreicht.

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